DAS FEST DER ANALOGEN UNTERHALTUNG

Die-glorreichen-Sieben-des-KAM Hattingen

imageHattingen- Die glorreichen Sieben wollen sie nicht genannt werden. Auch wenn ihre Idee und ihr  Konzept von einem kulinarischen Markt offensichtlich aufgegangen ist. Denn zum einundzwanzigsten mal wird der Kulinarische Altstadtmarkt (KAM) auf dem Kirchplatz wieder Leckermäuler aus ganz Deutschland anziehen. Stammgäste aus Mannheim, Ratingen und Lübeck haben sich für die Zeit vom 4. bis 6. Juni ebenso angekündigt, wie eine Truppe Radfahrer aus dem Münsterland. „Die Radfahrer machen seit mehreren Jahren eine Tour nach Hattingen und bleiben dann über Nacht. Sie buchen immer schon ein Jahr im Voraus für das folgende Fest,“ erzählt Friedel Diergardt. „Und das sind nicht die einzigen. Unser Fest ist fester Termin für viele Gäste aus dem Ruhrgebiet, die allerdings meistens nicht übernachten.“

Die sieben Gastronomen die den KAM Jahr für Jahr stemmen, haben in diesem Jahr einige Neuerungen vorbereitet. So soll es an jedem Stand mindestens ein Kindergericht geben, außerdem haben alle angekündigt, mindestens jeweils  zwei neue Gerichte zu präsentieren. Auch wenn dafür, das machen alle klar, zwei bewährte Gerichte wegfallen müssen. „Wir bewegen uns dabei auf einem schmalen Grat,“ so die KAM-Gastronomen. „Die einen werfen uns vor, dass wir immer das gleiche anbieten würden, die anderen beschweren sich, dass ihr Lieblingsgericht nicht mehr im Angebot ist.“ Doch mit hochwertigen neuen Gerichten wollen sie über möglicherweise verschwundene Leibspeisen hinweg helfen. Man habe auch darüber nachgedacht, vegetarische Gerichte anzubieten. Doch das lohnt sich nicht, so die Erfahrung der praxiserfahrenen Bewirtungsexperten. „Vielleicht zwei Prozent der verkauften Gerichte sind vegetarisch, bei veganen Angeboten ist die Nachfrage noch geringen,“ so die einhellige Erfahrung von diversen anderen Veranstaltungen. Also setzt man auf bewährtes, nicht nur bei den Leckereien. Die Musik bleibt dezent, Multimedia-Leinwände wird es auch weiterhin nicht geben und die eher gediegen-ruhige Atmosphäre soll dazu einladen sich mit Freunden gut zu unterhalten. „Wir bleiben ein durch und durch analoges Fest. In Zeiten in denen man sonst den ganzen Tag auf Computerbildschirme blickt, sei es beruflich oder privat, wollen wir einen wohltuenden Kontrast bieten!“

Hoffen auf 24 Grad und Sonne

Die Gastronomen berichten, dass sie gerne weitere Restaurants mit dabei hätten und dass es immer wieder Anfragen und sogar eine Warteliste gibt. Doch der Platz auf dem Kirchplatz ist begrenzt, mehr als sieben Gastronomen mit ihren Mitarbeitern, Zelten, Tischen und Küchen passen einfach nicht. Und eine Ausweitung auf die umliegenden Gassen ist nicht geplant. So kommt es, dass die eingeschworene Gastronomengemeinschaft der ersten Stunde weiterhin unter sich bleibt. „Es passt bei uns menschlich, von den Ansprüchen die wir an die angebotenen Gerichte stellen und auch vom Engagement das für die Organisation eines solchem Festes nötig ist,“ beschreiben die sieben Männer die Situation. Und natürlich, auch das stellen sie klar, müssen alle bereit sein, ein gewisses finanzielles Risiko einzugehen.

RuhrkanalNEWS: Die Gastronomen freuen sich schon auf den 21. Kulinarischen Altstadtmarkt

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Bevor das erste Essen zubereitet wird, haben die Organisatoren mehr als 100.000 Euro investiert. Für die Verlegung der Wasser- und Stromversorgung der Stände, Sicherheits- und Wachleute, Leihgebühren für Geschirr, Besteck und Gläser, Aufstellen und Abbauen der Zelte und natürlich für die nötige Werbung geht viel Geld drauf. Anschließend muss der Platz gereinigt und der Müll entsorgt werden, auch das belastet das Budget. „Wer glaubt, wir würde hier schnell, einfach und viel Geld verdienen, der täuscht sich,“ so Friedel Diergardt. „Wir hatten schon Jahre, da sind wir mit roten Zahlen aus dem Fest gegangen. Im Laufe von zwanzig Jahren haben die beteiligten Betriebe beim KAM kaum mehr als eine große, schwarze Null geschrieben.“ Aber er stellt auch klar, dass das Fest für alle Betriebe natürlich auch Werbung ist, viele kommen nach dem KAM als Gäste in die Restaurants. „Wenn Petrus es gut mit uns meint, schenkt er uns Sonne und eine leichte Brise!“

Öffnungszeiten des Kulinarischen Altstadtmarktes: Donnerstag, Samstag und Sonntag (4., 6. und 7. Juni) jeweils 12 bis 22 Uhr und Freitag, 5. Juni, 17 bis 22 Uhr.

Die Preise beim KAM bleiben übrigens konstant, haben die Wirte versprochen. Zwischen fünf und zehn Euro kosten die meisten Gerichte, Kinderteller sind günstiger, der halbe Hummer kostet etwas mehr als zehn Euro. Und dafür bekommen die Besucher Gerichte, wie sie sonst in den Restaurants der KAM-Gastronomen serviert werden. Das führt dazu, dass der Kulinarische Altstadtmarkt in Hattingen ein Niveau bietet, das im Ruhrgebiet eine Spitzenposition einnimmt. „In Essen ist es vielleicht genau so hoch, wie wie bei uns. Ansonsten gibt es wahrscheinlich keinen, der uns das Wasser reichen kann,“ behaupten die Organisatoren selbstbewusst und verweisen auf die konstant hohen Besucherzahlen. Unbestritten ist beim KAM die Altstadt häufig voller Menschen, auch die umliegenden Restaurants und Hotels profitieren von dem Andrang. „Wer diese Veranstaltung nicht nutzt, dem ist nicht zu helfen,“ machen die glorreichen Sieben deutlich, dass ihr Markt beste Werbung für die Stadt und Wirtschaftsförderung für viele ist. Und wer sich jetzt fragt, was es denn bei der 21. Auflage des Kulinarischen Altstadtmarktes auf die Gabel gibt, der findet alle Infos hier.

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