Hattingen – Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Mittwochvormittag (23. September 2026) im Rahmen seiner „Ortszeit Hattingen“ das Mehrgenerationen-Wohnprojekt „WiWoZu – Wir wohnen zusammen“ am Südring besucht. Möglich gemacht hat dieses inzwischen bundesweit beachtete Vorzeigeprojekt die hwg eG, Hattingens größte Wohnungsgenossenschaft.
Zwei Entschuldigungen vom Staatsoberhaupt
Für den ungewöhnlichsten Moment sorgten gleich zu Beginn zwei Schülerinnen: Der Bundespräsident unterschrieb ihnen persönlich zwei Entschuldigungen für das Fehlen in der Schule – ein Souvenir, das die beiden so schnell nicht vergessen dürften.
Steinmeier zeigt sich beeindruckt
Beim Rundgang und im Gespräch mit den Bewohnerinnen und Bewohnern nahm sich Steinmeier Zeit, das Konzept aus erster Hand zu verstehen. Sein Fazit fiel deutlich aus:
„Ich habe zehn Jahre in einer Wohngemeinschaft gelebt – aber das Zusammenleben zwischen verschiedenen Generationen, wie Sie es hier erleben, ist etwas ganz Besonderes.“
„Wenn man das vernünftig organisiert und sich in unterschiedlichen Interessen respektiert, führt das dazu, dass viele Menschen hier sagen: Das ist die schönste Wohnung von allen. Wenn das so viele sagen, dann muss es ja stimmen.“
Sichtlich berührt zeigte sich der Bundespräsident von der Selbstverständlichkeit der Nachbarschaftshilfe – etwa dem Bericht, wie alle Mitbewohnerinnen und Mitbewohner nach einem schweren Fahrradunfall einer Frau des Hauses zusammenhielten.
Ohne die hwg wäre WiWoZu nie entstanden
Was 2007 in einem VHS-Kurs als Idee begann, wurde nur deshalb Realität, weil die hwg eG von Beginn an mit Mut zu innovativen Ideen zur Seite stand. Der Verein WiWoZu mietet 14 Wohnungen von der Genossenschaft und vermietet sie an seine Mitglieder weiter. Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner konnten Grundrisse und Ausstattung mitgestalten – ein für die Wohnungswirtschaft unüblicher Weg, den hwg-Vorstand Dr. David Wilde persönlich mit begleitete.
Besuch des Bundespräsidenten (Fotos. Holger Grosz)
Eine Gründungsbewohnerin erinnert sich: „Wir waren gut vorbereitet, hatten klare Vorstellungen von Wohnungen, Ökologie und Zusammenleben, wollten einen Gemeinschaftsraum und den Garten selbst bewirtschaften.“ Zwischen Verein und Genossenschaft habe man immer „die Brücken zwischen Gruppe und Wohnungswirtschaft“ bauen müssen – mit Erfolg.
Vorbild mit Strahlkraft
Für die hwg – mit rund 4.100 Wohnungen und 5.500 Mitgliedern die größte Wohnungsgenossenschaft im Ennepe-Ruhr-Kreis – ist WiWoZu längst mehr als ein Wohnhaus: Es ist Vorbild für weitere Projekte wie „ProWoHat“ (2019) und mehrere Demenz-Wohngemeinschaften. Der Besuch des Bundespräsidenten unterstreicht, welche bundesweite Ausstrahlung genossenschaftliches, generationenübergreifendes Wohnen aus Hattingen entwickelt hat.
Im Anschluss setzte Steinmeier seine „Ortszeit“ bei der RESOL GmbH sowie mit der „Kaffeetafel kontrovers“ im Bürgerzentrum Holschentor fort.










































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