AVU: ZWEITE AMTSZEIT FÜR UWE TRÄRIS

Die AVU sieht sich gut aufgestellt (Foto: RuhrkanalNEWS)

Gevelsberg – Der AVU-Aufsichtsrat hat Uwe Träris für weitere fünf Jahre zum Vorstand des heimischen Energieversorgers gemacht. Mit dieser für alle Beteiligten erfreulichen Nachricht beginnt die Jahrespressekonferenz des heimischen Versorgers, in der ausdrücklich keine Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr thematisiert werden. Das soll in einer gesonderten Bilanzpressekonferenz geschehen.

Das erste Wort hat Landrat Olaf Schade, der hier die Gesellschafter vertritt, er erklärt, warum die Vertragsverlängerung einstimmig erfolgte. „Das war für uns eine klare Sache. Der Aufsichtsrat ist sehr zufrieden mit der Arbeit von Herrn Träris und der Entwicklung der AVU“, erklärte Landrat Olaf Schade als Vorsitzender des Aufsichtsrats das einstimmige Votum. Schade nannte einige Erfolge und Leistungen aus der ersten Amtszeit Uwe Träris‘: „Da ist natürlich gleich zu Beginn die Verlängerung der Konzessionsverträge zu nennen, die die Grundlage für den Netzbetrieb und damit für sichere Arbeitsplätze bei der AVU ist. Weiterhin hat sich die AVU als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Energiewende profiliert. Sie ist damit einer der Motoren der Energie-Effizienz-Region Ennepe-Ruhr. Und nicht zuletzt möchte ich die Präsenz von Herrn Träris hervorheben, der in der Öffentlichkeit die AVU hervorragend repräsentiert“, lobte Schade.
Diplom-Volkswirt Uwe Träris (55) bedankte sich für das Vertrauen und das Lob: „Die Zusammenarbeit mit den Anteilseignern, aber auch mit allen anderen Kommunen im Ennepe-Ruhr-Kreis ist gut. Uns ist es in den letzten Jahren gelungen, die AVU für die Herausforderungen der Energiebranche kontinuierlich weiterzuentwickeln, vor allem für den Wettbewerb. Die Basis dafür ist die feste Verbundenheit der AVU in der Region“, erklärte Träris und schloss in seinen Dank auch ausdrücklich die Belegschaft der AVU-Gruppe ein.

Jörg Prostka, Uwe Träris, Olaf Schade(v.l.) erklären Chancen und Perspektiven der AVU (Foto: RuhrkanalNEWS)

Digitalisierung und Projektarbeit
Denn die Mitarbeiter*innen der AVU und der AVU Netz sind es, die den besagten Aufgabenzettel mitgestalten und umsetzen werden. Da ist vor allem die Digitalisierung, die alle Bereiche und Aufgaben berührt. So wird zurzeit das virtuelle Kundenbüro der AVU, der „Online-Treffpunkt“, komplett umgestaltet. Er wird in diesem Jahr mehr Service bieten und voraussichtlich im Juli starten. „Wir merken, dass die Kunden uns online und mobil erreichen wollen. Also müssen wir auch dort unsere Produkte und Dienstleistungen in gewohnter Qualität anbieten“, so Träris. Die Neugestaltung des Online-Treffpunkts ist ein gutes Beispiel, wie sich der Arbeitsalltag ändert. Statt klassischer Strukturen fordert die Digitalisierung mehr Projektarbeit: Mitarbeiter*innen aus verschiedenen Bereichen und Hierarchie-Ebenen arbeiten zusammen, bis die vorab festgelegten Projektziele erreicht sind – teilweise auch in mehreren Projektgruppen parallel.
„Zurzeit sind es rund 20 Projekte mit entsprechender Projektstruktur, regelmäßiger Berichterstattung und beeindruckender Themenvielfalt“, weiß Uwe Träris. Der bereits erwähnte Online-Treffpunkt gehört ebenso dazu wie die Gesundheitsförderung der Belegschaft oder die Digitalisierung des Messwesens. „Alle Unternehmensbereiche sind betroffen. Und alle Kolleginnen und Kollegen gehen den Weg konstruktiv mit“, beschreibt Uwe Träris anerkennend und ein wenig stolz die aktuelle Situation.

Elektromobilität gewinnt an Bedeutung
Die AVU sieht sich bei diesem Thema als Dienstleister für die Kunden. Eigene Förderprogramme legt das Unternehmen nicht mehr auf, hilft aber Interessenten dabei, sich durch den Dschungel verschiedener Landes und Bundesprogramme zu kämpfen. „Dazu gehört die entsprechende Beratung, unsere Mitarbeiter*innen fragen genau ab, was die Kunden möchten. Soll es nur die Schnellladesteckdose am Haus sein oder gleich die Infrastruktur für ein Mehrfamilienhaus? Möglicherweise bedeutet das für uns, dass wir zeitnah im betreffenden Gebiet unsere Leitungen verstärken müssen“, skizziert Uwe Träris die Themenfelder. Flächendeckend große Investitionen erwartet er trotz steigender E-Autos nicht. „Wenn 10 Millionen Elektroautos zugelassen werden, gehen die Energieversorger von einer Steigerung des Stromverbrauchs um 5% aus“, so Träris. Aber erstellt auch klar, dass dennoch unter Umständen ein intelligentes Lademangement nötig ist. Wenn in einer Siedlung oder einem Wohnkomplex alle Bewohner ums 17 Uhr von der Arbeit kommen und ihr Auto an die Steckdose anschließen, werden nicht drei Stunden später alle Akkus geladen sein.

Weniger Personal
Gleichzeitig sinkt die Zahl der Mitarbeiter*innen in der AVU-Gruppe: Zum Jahresende 2018 waren 443 Menschen bei AVU, AVU Netz und AVU Serviceplus beschäftigt. Zum Vergleich: Ende 2016 waren es noch 470 Beschäftigte. Der Personalabbau erfolgt natürlich sozialverträglich, zum Beispiel über 90 bereits abgeschlossene Altersteilzeit-Verträge. Davon befinden sich 26 Mitarbeiter*innen bereits in der Passivphase und sind somit aus dem Unternehmen ausgeschieden. Dennoch bedeutet die Kürzung der Planstellen nicht, dass die AVU sich aus der Ausbildung zurückzieht. Alle Azubis bekommen nach bestandener Abschlussprüfung mindestens einen Einjahresvertrag. „Oft wird dieser Vertrag anschließend entfristet“, so Uew Träris. „Besonders im Bereich der IT haben wir großen Bedarf an guten Mitarbeiter*innen.“ Er gibt aber auch zu, dass es auch der AVU zunehmend schwerer fällt Azubis für den gewerblichen Bereich zu finden. Trotz guter Bezahlung hat auch der Energieversorger mit den gleichen Problemen zu kämpfen, wie viele Handwerksbetriebe. „Viele gute Azubis verlassen uns nach erfolgreicher Ausbildung, um beispielsweise ein Studium zu beginnen,“ beschreibt er das Dilemma. „Wir bilden also aus, „verlieren“ viele gute Mitarbeiter aber dennoch.“ Andererseits versucht die AVU den Kontakt zu den Ex-Azubis zu halten und nach erfolgreichem Studium andere Perspektive zu bieten.

Investitionen
Auf annähernd gleichem Niveau bleibt das Investitionsvolumen des Unternehmens: Insgesamt will die AVU-Gruppe in diesem Jahr 15,3 Mio. Euro investieren: Darin enthalten sind 13,8 Mio. Euro der AVU Netz für die weiterhin qualitativ hohe und sichere Versorgung mit Strom, Gas und Wasser in der Region. Größere Einzelmaßnahmen sind die Erneuerung des Umspannwerks Steinenhaus an der Stadtgrenze Hattingen/Witten und das Pumpwerk Am Kaltenborn für die Wasserverbindungsleitung zum Wasserwerk Hengstey der Mark-E.

Engagement: AVU-Tipp-Kick-Kreismeisterschaft
Eine lohnenswerte Investition ganz anderer Art ist das Engagement der AVU für Vereine und Gruppen in der Region: Zum vierten Mal gibt es ein AVU-Tipp-Kick-Turnier zugunsten von Demenzhilfe-Einrichtungen im Ennepe-Ruhr-Kreis. In diesem Jahr spielen der Landrat und die Bürgermeister*innen mit Nachwuchs-Kickern zusammen. Die AVU-Tipp-Kick-Kreismeisterschaft findet am 14. September 2019 in der Schwelm ArENa statt. „Ich freue mich schon auf das Turnier und hoffe, dass ich mich gut halte neben meinem jungen Mitspieler“, erklärte Landrat Schade augenzwinkernd beim Jahrespressegespräch.

Strategiediskussion gestartet
Noch viele weitere Themen stehen auf dem Aufgabenzettel – damit alles zusammenpasst, haben die Führungskräfte der AVU im Januar dieses Jahres eine Strategiediskussion begonnen. Die Fragestellungen lauten: Was hat man schon geschafft? Welche Aufgaben kommen auf die AVU zu? Und vor allem: Welche Ziele will man in den nächsten Jahren erreichen? Über diesen laufenden Prozess sind alle Mitarbeiter*innen in Veranstaltungen informiert worden.
Ein Fazit steht für Uwe Träris bereits fest: „Es bleibt spannend und eine tolle Aufgabe – ich freue mich auf die nächsten fünf Jahre“.

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