50 Jahre „Kleines Café“ in Hattingen: Tradition bewahrt, Zukunft gestaltet

50 Jahre Kleines Cafe (Foto: Holger Grosz)
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Hattingen – Mit mehr als 200 Gästen ist am Samstag (18. Juli 2026) das 50-jährige Bestehen des „Kleinen Café“ in der Johannisstraße gefeiert worden. Zahlreiche Stammgäste, Freunde, Wegbegleiter sowie Vertreter aus Politik und Stadtgesellschaft kamen zusammen, um auf ein halbes Jahrhundert Kneipenkultur zurückzublicken – und zugleich die Entwicklung des Hauses bis in die Gegenwart zu würdigen.

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Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die bewegende Rede von Betreiberin Janine. Sie nahm die Gäste mit auf eine persönliche und emotionale Reise durch die Geschichte des „Kleinen Café“ und erinnerte dabei ausführlich an Friedhelm Berkermann, besser bekannt als „Fiete“, der das Lokal vor 50 Jahren gründete und über Jahrzehnte als prägende Persönlichkeit galt. In ihrer Ansprache würdigte Janine nicht nur Fietes Lebenswerk, sondern nannte auch ausdrücklich die Menschen, die sie nach seinem Tod unterstützt haben und ihr halfen, das Café zu übernehmen und weiterzuführen.

Dabei machte sie deutlich, dass das „Kleine Café“ auch heute noch ein „Wohnzimmer“ sei – wenn auch nicht mehr ganz so wie zu Fietes Zeiten. Doch gerade diese Veränderung gehöre dazu: Zeiten ändern sich, neue und jüngere Gäste finden ihren Weg in die traditionsreiche Kneipe, so wie es auch damals war, als Fiete vor 50 Jahren begann. Dieser stetige Wandel sei Teil des Erfolgs und halte das Café lebendig.

50 Jahre Kleines Cafe (Fotos: Holger Grosz)

Für die passende Atmosphäre sorgte am Abend die Band „Snowfall in June“, die mit Live-Musik bis in die späten Stunden begeisterte. Viele Gäste waren sich einig, dass diese musikalische Begleitung ganz im Sinne von Fiete gewesen wäre. Gleichzeitig nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit, um an den „ältesten Wirt in Hattingen“ zu erinnern und gemeinsam Erinnerungen auszutauschen.

Dennoch stand an diesem Abend nicht allein die Vergangenheit im Mittelpunkt. Gefeiert wurden ausdrücklich 50 Jahre „Kleines Café“ – nicht Fiete (das durfte der Gastronom leider nicht mehr erleben). Denn die beliebte Wohnzimmerkneipe hat sich im Laufe der Zeit weiterentwickelt. Unter Janines Leitung wurde das Café mit viel Gespür und Liebe zum Detail umgestaltet. Die Räumlichkeiten wirken heute strukturierter und moderner, ohne dabei den besonderen, leicht morbiden Charme vergangener Zeiten eingebüßt zu haben.

Auch inhaltlich geht das „Kleine Café“ mit der Zeit: Live-Konzerte gehören längst wieder zum festen Programm, ebenso wie Kneipenquiz-Abende und die beliebte Weihnachtslesung, die Janine erfolgreich fortführt. Das Angebot spricht sowohl langjährige Stammgäste als auch ein neues, jüngeres Publikum an – ein Zeichen dafür, dass die Mischung aus Tradition und frischen Ideen funktioniert.

Unter den Gästen befanden sich auch bekannte Persönlichkeiten der Stadt. Der ehemalige Bürgermeister Dirk Glaser war gemeinsam mit seiner Frau Andrea bereits am Freitag vor Ort, da er sich ab gestern schon im Urlaub befand. Auch Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing ließ es sich nicht nehmen, persönlich an den Feierlichkeiten teilzunehmen und gemeinsam mit den Gästen zu feiern.

Friedhelm „Fiete“ Berkermann 2022 (Foto: RuhrkanalNEWS)

Der Jubiläumsabend zeigte eindrucksvoll, wie eng Vergangenheit und Gegenwart im „Kleinen Café“ miteinander verbunden sind. Vieles erinnert noch an Fiete, doch ebenso viel trägt inzwischen die Handschrift von Janine. Gerade diese Verbindung macht den besonderen Charakter des Hauses aus – und lässt optimistisch auf die nächsten Jahre in der Johannisstraße blicken.

Und vielleicht hätte Fiete an diesem Abend angelehnt in der Tür gestanden, ein wenig den Kopf geschüttelt, geschmunzelt und gesagt: „…ne, ne, ne.“ Ob ihm alles genau so gefallen hätte, wird man nie wissen. Aber eines scheint sicher: Zum Jubiläum hätte es wohl den „Radetzky-Marsch“ gegeben – und für alle einen „Becherovka“.

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