Sprockhövel – Mitten im Herzen von Sprockhövel frisst sich der Bagger langsam durch die Vergangenheit. Dort, wo viele Jahre die Firma Elektro Schöneborn ihren Platz hatte, laufen derzeit die Abrissarbeiten. Ein leichter Bauzaun trennt Baustelle und Alltag eher symbolisch als wirklich abschirmend. Neugierige Blicke sind problemlos möglich. Zwischen Bauzaun und Absperrung bleibt sogar noch genug Platz für einen Kinderwagen auf dem Bürgersteig.
An den Hausecken liegen alte Autoreifen. Keine wilde Müllsammlung, sondern ein Schutz für die Gehwegplatten. Die Abrissarbeiten laufen vorsichtig und kontrolliert ab. Begonnen wird auf der Rückseite des Gebäudes. Stück für Stück arbeiten sich die Maschinen bis zur Straßenseite vor. Gewaltige Staubwolken bleiben bislang aus. Der Regen der vergangenen Tage hilft dabei, zusätzlich wird permanent mit Wasserschläuchen gearbeitet. Immer wieder legt sich ein feiner Wassernebel über die Baustelle.
Der eigentliche Abriss wirkt fast unspektakulär, jedenfalls für alle, die nur den großen Bagger sehen. Die meiste Arbeit begann nämlich schon viel früher. „Die meiste Arbeit war die Vorarbeit“, erklärt Ralph-Peter Stöhr, Geschäftsführer der Firma EDR. „Alle Elektroteile mussten zurückgebaut werden, ebenso die gefährlichen Stoffe. Auch das Abklemmen der AVU hat etwas länger gedauert, weil die Genehmigungsverfahren Zeit gebraucht haben. Der eigentliche Abriss des Hauses dauert maximal drei Tage“, so Stöhr weiter. Danach wird der Schutt abtransportiert und die Baustelle für den nächsten Schritt vorbereitet.
Und genau dieser nächste Schritt ist für die Innenstadt von Bedeutung. Auf dem Grundstück entsteht ein neues Haus der Lebenshilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen. Ein Projekt, das nicht nur neuen Wohnraum schafft, sondern auch neues Leben in den alten Stadtkern bringen soll. „Dafür kommt etwas Schönes Neues“, sagt Stöhr. „Die Lebenshilfe baut hier ein Haus für gehandicapte Menschen. Das wird das Stadtbild sicherlich beleben.“
Zwischen Staub und Zukunft: Abriss im Herzen von Sprockhövel (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
So verschwindet derzeit zwar ein bekanntes Stück Sprockhöveler Stadtbild. Gleichzeitig entsteht Raum für etwas Neues mit großer sozialer Bedeutung. Zwischen Wassernebel, Schutt und schweren Maschinen wird gerade nicht nur ein Gebäude abgerissen. Es entsteht Platz für ein neues Kapitel mitten im Stadtkern.








































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