Nebenbei bemerkt…
… geht mich das Ganze ja irgendwie nichts an. Aber: Wie sieht das bei Ihnen mit Träumen aus? Manche Leute träumen jede Nacht und wissen auch noch am nächsten Morgen genau, was sie geträumt haben. Eine meiner Töchter ist dafür ein sehr gutes Beispiel. Auf dem Weg zur Schule plapperte sie schon in aller Früh so munter drauflos, dass mir als altem Langschläfer Hören und Sehen verging. Ihr Lieblingsthema war das, was sie in der Nacht erlebt – sprich geträumt hatte. Entweder hatte das Kind eine blühende Fantasie oder sie wusste tatsächlich noch genau, was in ihrem Traum detailgetreu ablief. Ich hingegen bin da außen vor. Es gibt nur ganz, ganz selten Träume, die sich bei mir im Gedächtnis eingebrannt haben.
Mein (un-)wirklichster Traum war mal der, dass ich den seligen Charlie Watts bei den Rolling Stones am Schlagzeug abgelöst hatte. Ich war einfach besser, fanden Mick und Keith. Dabei bin ich überhaupt kein Fan dieser Rentnergang, war ich nie und werde es auch niemals sein. Aber nie werde ich vergessen, wie mir fast eine Million Fans am Strand der Copacabana bei „Honky Tonk Woman“ zugejubelt haben! Und wissen Sie, was das Schlimmste in dem Zusammenhang für mich war? Dass ich aufgewacht bin und Anita Pallenberg war nur ein Poster an der Wand…
Ein anderes Mal konnte ich traumhaft fliegen. Konzentration auf diese Fähigkeit war der Schlüssel zum Erheben in die Lüfte. Es war ein tolles Erlebnis, mal eben in der Luft buchstäblich über den Dingen zu schweben! Dabei – und das gestehe ich hier in aller Öffentlichkeit – gibt es außer meinem Schwager nur noch einen einzigen Menschen in meinem persönlichen Umfeld, der unter Flugangst leidet, und das bin ichselbst.
So, das war es auch schon mit meinen bleibenden Erinnerungen an Träume. Allerdings träume ich offenen Auges – wie wahrscheinlich der Rest der Menschheit – von einem samstäglichen Lotto-Gewinn im mittleren zweistelligen Millionen-Bereich. Außerdem warte ich beinahe täglich auf die Fee, die mir drei Wünsche offenbart. Dabei würden mir der Hinweis auf den Jackpot und die Gewinnzahlen des kommenden Wochenendes schon reichen. Na gut, Gesundheit und ein langes Leben wären natürlich auch nicht zu verachten. Hmmh – vielleicht sollte ich diesen meinen Lotto-Traum doch noch einmal gründlicher überdenken…
Träume sind Schäume? Von wegen! Was Marie von Ebner-Eschenbach dazu sagt, lässt sich nicht besser sagen: „Nenne dich nicht arm, weil deine Träume nicht in Erfüllung gegangen sind; wirklich arm ist nur, der nie geträumt hat.“
In diesem Sinne wünscht einer euch und auch mir selbst immer schöne Träume, die ruhig manchmal in Erfüllung gehen könnten, und das ist Ihr und euer Schorsch vom Kirchplatz!


























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