SÜDWESTFALEN STÄRKERE INDUSTRIEREGION ALS RUHRGEBIET

SIHK zu Hagen (Foto: Strohdiek)

Ruhrgebiet/Südwestfalen- „Die Zahlen belegen eindrucksvoll: Südwestfalen ist nach wie vor eine der stärksten Industrieregionen. Während bundes- und landesweit nur etwa jeder vierte Beschäftigte im produzierenden Gewerbe tätig ist, kann in Südwestfalen nahezu jeder zweite Arbeitsplatz der Industrie zugeordnet werden. Der Industrieumsatz legte in den letzten zehn Jahren stärker zu, als im Landesdurchschnitt. Er stieg in Südwestfalen um 9,3 Prozent, in NRW hingegen ‚nur‘ um 2,0 Prozent“, erläutert Martin Groß, Fachbereichsleiter Haushalt und Rechnungsangelegenheiten der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen (SIHK), die dritte Auflage von „Südwestfalen in Zahlen“. Ein weiteres Kennzeichen der Industriestärke der Region: Fast die Hälfte der Bruttowertschöpfung ist dem produzierenden Gewerbe zuzuordnen. Im Vergleich hierzu fällt sie in NRW mit weniger als einem Drittel deutlich geringer aus. Zudem ist die Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Südwestfalen positiv. Die Anzahl stieg von 2009 bis 2019 um 86.478 oder 18,1 Prozent.

Martin Groß: „Die guten Wirtschaftszahlen der vergangenen Jahre und die geringere Arbeitslosenquote im Vergleich zum Landesdurchschnitt wirken sich jedoch nicht positiv auf die demografische Entwicklung aus. Das ist insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel problematisch“. Die Bevölkerungsentwicklung ist entgegen dem Landes- und Bundestrend negativ. Während in Südwestfalen die Bevölkerungsanzahl in den letzten zehn Jahren um mehr als 50.000 bzw. 3,5 Prozent zurückging, stieg sie in NRW um über 74.000 oder 0,4 Prozent. Bundesweit ist die Bevölkerungsentwicklung mit einem Plus von 1,7 Prozent sogar noch deutlicher im positiven Bereich. Auch der Anteil der jüngeren Erwachsenen (20 bis 49 Jahre) ist in der Region geringer. „Es ist paradox: Obwohl wir über beste Voraussetzungen verfügen, gelingt es uns nicht in ausreichendem Maße, junge Menschen in der Region zu binden.“ Gleichzeitig ist der Anteil der über 50-Jährigen um fast zwei Prozentpunkte höher als im Bundes- und Landesdurchschnitt. „Das Arbeitskräfteangebot wird schrumpfen und den Fachkräftemangel in Zukunft noch verstärken. Um diesen ein Stück weit zu begegnen, sind konsequente standortpolitische Entscheidungen notwendig“, so Martin Groß weiter.

Der Zahlenspiegel liefert zudem Informationen zur Kaufkraft und zu Südwestfalens Weltmarktführern. „Südwestfalen in Zahlen“ ist online abrufbar.

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