Hattingen – Rund 2.000 Fahrzeuge, knapp 12.000 Besucherinnen und Besucher, Gäste aus 16 Nationen: Die 16. Ausgabe von „Schöne Sterne“ hat das LWL-Museum Henrichshütte am 29. und 30. August 2026 erneut zum glänzenden Epizentrum der Mercedes-Welt gemacht. Selbst ein zeitweise verregneter Sonntag konnte der Community nichts anhaben – wenn der Stern ruft, wird eben auch der Regenschirm eingepackt.
Neun Jahrzehnte Mercedes-Geschichte
Auf dem historischen Hüttengelände spannte sich der Bogen vom seltenen gelben Mercedes-Benz 170 V Cabriolet A (1937, rechtsgelenkte Afrika-Ausführung) bis zum neuen elektrischen Mercedes CLA. Dazwischen: Ponton-Modelle, Unimogs, historische Omnibusse, eine Actros-Zugmaschine, aktuelle AMG- und Maybach-Fahrzeuge sowie verlängerte Pullman-Limousinen von Schulz-Tuning. Besonders stark vertreten waren die Baureihen W124, W201, R107 und W140, dazu Raritäten wie der Mercedes-Maybach GLS und das seltene Maybach S 650 Cabriolet.
Ein Highlight des sonnigen Samstags: eine rote Pagode 230 SL im Look des Siegerfahrzeugs von Eugen Böhringer bei der Rallye Spa–Sofia–Lüttich 1963. Für Aufsehen sorgte zudem ein unscheinbares S124 T-Modell mit der Technik eines Mercedes 500 E darunter – ein echter Sleeper. Blechteile-Spezialist Trabhan zeigte ein auf Elektroantrieb umgerüstetes W124 T-Modell mit rund 300 PS und einem Sprintwert von etwa 7 Sekunden auf Tempo 100.
Geschichten hinter den Fahrzeugen
Ein ehemaliges W124-Taxi brachte es auf 1,4 Millionen Kilometer, ein silberner W108 aus Essen auf rund 2.500 Restaurierungsstunden. Rund zehn Prozent des Feldes trugen das AMG-Zeichen – angeführt von einem RENNtech Mercedes-AMG GT R mit etwa 900 PS, einem G 63 AMG 6×6 und einer G-Klasse mit angekündigten 1.000 PS. Dazu kamen Umbauten von SCHAWE, König-Specials, zwei 300 SEL im Stil der legendären „Roten Sau“ von Spa 1971 sowie ein zum Ghostbusters-Fahrzeug umgebauter W124 Miesen-Krankenwagen.
Schöne Sterne 2026 (Fotos: E-Mags Media)



Neues Moderationstrio, internationale Jury
Erstmals führte ein neues Trio durchs Programm: Louisa Schlang und Christian Nikolai wurden vom 23-jährigen Philipp Lehner unterstützt, der eine gelungene Premiere feierte. Bei der Pokalvergabe – unterstützt von RAVENOL – sorgte die amtierende Miss Deutschland Beatrice Bodrug für Glanz.
Neu war 2026 auch eine international besetzte Fachjury: Dr. Ahmad Rida reiste aus Dubai an, Influencer MercBenzKing (Betim Lushtaku) aus der Schweiz. Ergänzt wurde das Gremium durch Markus Jordan (MB Passion), Julian Schmitz (JESMB), H&R-Kommunikationschef Sven Gramm und Mercedes-Benz-Kommunikator Udo Sürig, unter der Leitung von Jörg Maschke (MVC-Oldtimer-Ticker).
„Best of Show“ für SGS Shooting Brake
Zum „Best of Show“ kürte die Jury den schwarzen SGS Shooting Brake auf C126-Basis – ein Umbau der wiederbelebten Styling Garage, hier erstmals einem großen Publikum gezeigt. Den Pokal für die weiteste Anreise sicherte sich ein Mercedes-AMG-GLC-63-Fahrer aus Kuwait und verdrängte damit einen Teilnehmer aus Norwegen. Ein seltener Isdera Imperator verpasste die Siegerehrung am regnerischen Sonntag.
Clubs, Partner und Ausblick
Am Gemeinschaftsstand präsentierten sich der R/C 107 SL-Club, der R129 SL-Club, der W124-Club, der Pagoden-Club, der S-Klasse-Club und erstmals der W201/C-Klasse-Club. Premiere feierte zudem ein kostenloser Fahrzeug-Check durch erfahrene Clubmitglieder – gerade bei jüngeren Besitzern gut angenommen. Als Aussteller und Partner mit dabei waren unter anderem Trabhan, Kurth Classics, MB Youngclassics, Hubers Garage, Krüger Classic, RKF Bleses, Classic Analytics, H&R und RENNtech USA.
Termin für 2027 steht schon fest: Am 28. und 29. August 2027 findet „Schöne Sterne“ erneut auf dem Gelände des LWL-Museums Henrichshütte statt.

Schöne Sterne 2026 (Foto: E-Mags Media)
Kommentar der Redaktion
Fast 12.000 Besucher aus 16 Nationen, ein Gast reist eigens aus Kuwait an, ein Preisrichter aus Dubai, ein Influencer aus der Schweiz – „Schöne Sterne“ spült an einem einzigen Wochenende ein internationales Publikum nach Hattingen, von dem lokale Tourismus- und Standortwerbung sonst nur träumen können. Umso mehr stellt sich die Frage: Warum hat Hattingen Marketing diese Gelegenheit nicht genutzt? Ein Banner, das die auswärtigen Gäste willkommen heißt, ein Hinweis auf die Innenstadt, die Gastronomie oder weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt – all das hätte kaum Aufwand bedeutet, aber Wirkung gezeigt. Stattdessen bleibt die Chance, Hattingen bei einem derart internationalen Publikum sichtbar zu machen, offenbar erneut ungenutzt.


























Hattingen Marketing dient der Selbstdarstellung, nicht der Darstellung Hattingens, das darf man nicht verwechseln