Saatgut zum Ausleihen: Stadtbibliothek Hattingen setzt auf Nachhaltigkeit zum Anfassen

Das komplette Info- und Beratungsteam © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – In der Stadtbibliothek Hattingen hat am Samstag, 14. März, wieder die Saatgutbibliothek geöffnet. Was auf den ersten Blick nach einer kleinen Aktion für Hobbygärtner klingt, ist längst viel mehr: ein gelebter Kreislauf aus Geben, Nehmen, Tauschen und Weitergeben – und ein Beispiel dafür, wie Nachhaltigkeit ganz praktisch vor Ort funktionieren kann.

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Die Idee zur Saatgutbibliothek entstand in der Corona-Zeit und hat sich seitdem in Hattingen fest etabliert. Das Prinzip ist einfach: Samenfestes Saatgut wird in der Bibliothek abgegeben, andere können es mitnehmen, aussäen und im Herbst neues Saatgut zurückbringen. So entsteht mit der Zeit ein lebendiger Kreislauf, von dem das Projekt lebt.

Für die Stadtbibliothek passt das gut ins eigene Selbstverständnis. Bibliotheksleiterin Frau Link betonte, dass die Bibliothek schon immer für Nachhaltigkeit stehe. Mit der Saatgutbibliothek werde dieser Gedanke auf besondere Weise greifbar – nicht nur als Ausleihe, sondern als Mitmachprojekt für Naturschutz und bewussten Umgang mit Ressourcen.

Gemeinsam weiterentwickelt wurde das Angebot mit der städtischen Klimaschutzbeauftragten Svenja Breddemann. Über die Jahre sei immer mehr Saatgut gesammelt und wieder ausgegeben worden. In dieser Kooperation sei vieles möglich geworden, sagte Frau Link.

Svenja Breddemann erklärte den Hintergrund der Aktion noch einmal genauer. Im Zeichen des Klimawandels gehe es auch um Werte und Nachhaltigkeit. Deshalb setzt die Saatgutbibliothek bewusst auf samenfestes Saatgut. Der Unterschied ist entscheidend: Aus den Samen der später gewachsenen Pflanzen kann erneut Saatgut gewonnen, getrocknet, eingetütet und im nächsten Jahr wieder ausgesät werden. So bleibt man unabhängig und erhält einen natürlichen Kreislauf.

Genau das unterscheidet samenfestes Saatgut von vielen industriell erzeugten Sorten. Dort können zwar ebenfalls Samen entstehen, doch sie eignen sich oft nicht für eine weitere verlässliche Kultur. Wer solche Pflanzen nutzt, muss meist erneut Saatgut kaufen. Die Stadtbibliothek überträgt deshalb den klassischen Ausleihgedanken auf ein ganz anderes Feld: Im Frühjahr wird Saatgut „ausgeliehen“, im Herbst kommt neues zurück.

© ruhrkanalNEWS (Fotos: Holger Grosz)

Eine wichtige Quelle für den Bestand ist genau dieses zurückgebrachte Saatgut. Was dabei in die Bibliothek zurückfindet, lässt sich nicht immer vorhersagen. Manchmal sind sogar exotischere Pflanzen darunter. Das macht den Reiz des Projekts aus – auch wenn es gelegentlich kleine Überraschungen geben kann. Ganz am Anfang habe es durchaus Tütchen gegeben, deren Inhalt nicht immer hundertprozentig dem entsprach, was außen draufstand, berichtete Breddemann mit einem Lächeln. Inzwischen komme das Saatgut aber meist von erfahrenen Gärtnerinnen und Gärtnern, die ihre Sorten gut kennen.

Rund um die Saatgutbibliothek hatten sich am Samstag mehrere Gruppen und Initiativen in der Stadtbibliothek versammelt. Mit dabei waren der NABU, der Gemeinschaftsgarten Kunterbunt, Martin Maschka von der Wildnisschule mit einem Bastelangebot für Kinder sowie die städtischen Gärtnerinnen, die über Baumscheibenpatenschaften informierten. Für Kaffee und Waffeln sorgte der ehemalige Freundeskreis.

So wurde die Stadtbibliothek für einen Tag nicht nur zum Ort für Bücher und Medien, sondern auch zum Treffpunkt für Menschen, die sich für Natur, Klima und gemeinschaftliches Handeln interessieren. Die Saatgutbibliothek zeigt damit auf ganz einfache Weise, wie aus einer guten Idee etwas wachsen kann – im Regal, im Garten und in den Köpfen.

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