NEUJAHRSEMPFANG IN SPROCKHÖVEL

Bürgermeister Dirk Glaser (parteilos) und Landrat Olaf Schade (SPD) beim Neujahrsempfang in Sprockhövel. Musikalisch unterstützte der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Sprockhövel und die Sopranistin Anna Christin Sayn die Veranstaltung (Foto: Pielorz)

Sprockhövel- Sprockhövel feiert ein Jahr Geburtstag und lädt den Pott zum Mitfeiern ein. Unter dem Jubiläumsmotto „50 Jahre Stadt Sprockhövel – das grüne Herz am schönsten Fleck“ startete die Sause mit dem Neujahrsempfang in den Räumen vom IG Metall Bildungszentrum. Während der Empfang nur für geladene Gäste war, wird die große Familienfeier am 8. August am gleichen Ort für alle Bürger geplant. Dem ersten großen Treffen bei Häppchen und Grünkohl folgten rund 300 Gäste.

Bürgermeister Claus Jacobi aus Gevelsberg kam mit Söhnchen Simon. Die langen Reden und Grußworte verschlief der kleine Kerl einfach (Foto: Pielorz)

Wie immer treffen sich zu Jahresbeginn alle möglichen Vertreter aus Wirtschaft, Politik, Ehrenamt und natürlich die Stadtspitzen. Diesmal gehörte Regierungspräsident Hans Josef Vogel zu den Spitzenvertretern. Er ließ es sich nicht nehmen, sein Grußwort spontan zu einer kleinen Rede auszubauen. „Aktive Bürger sind die Heimatmacher. In Sprockhövel stehen auf der städtischen Homepage mehr als 100 Vereine. Die Stadt hat zwar aufgrund ihrer bipolaren Struktur kein eigenes Zentrum. Aber ein fehlendes Zentrum bedeutet auch, dass sich an vielen Stellen gleichzeitig etwas bewegen kann.“ Sprockhövel sei ein westfälischer Bindestrich zwischen dem Rheinland und Westfalen, so Vogel. Deutlich macht er aber auch: „Die Kommunen müssen finanziell besser ausgestattet werden, um ihre Ziele zu erreichen.“

Das dürfte Wasser auf die Mühlen von Politik und Verwaltung gewesen sein. Landrat Olaf Schade zollte genauso Beifall wie die Bürgermeister Dirk Glaser aus Hattingen, Claus Jacobi aus Gevelsberg und Ulli Winkelmann aus Sprockhövel. Für ihn war es übrigens der letzte Neujahrsempfang als Bürgermeister der Stadt Sprockhövel, tritt er doch bei der Kommunalwahl am 13. September diesen Jahres nicht mehr an. In seiner Rede appellierte er an einen fairen Umgang im Wahlkampf. Für Sprockhövel gehen Kämmerer Volker Hoven für die SPD und Sabine Noll, Kämmerin in Monheim, für die CDU an den Start – beide waren auch Gäste beim Neujahrsempfang.

Anna Christin Sayn begeisterte einmal mehr mit ihrem Gesang (Foto: Pielorz)

Zahlreiche Vertreter aus verschiedenen Vereinen waren gekommen und Lutz Heuser als Vorsitzender von Stadtmarketing und Wirtschaftlicher Interessengemeinschaft Sprockhövel (WIS) machte in seiner Ansprache deutlich, dass man diese Veranstaltung wie immer auch als Dankeschön an die Ehrenamtlichen verstehe. „Sie alle hier sind irgendwo Ehrenamtliche und ohne sie geht es nicht.“

Die große Bedeutung der Menschen von Ort für ihre Heimat und ein gutes Miteinander machte auch Bürgermeister Ulli Winkelmann in seinen Worten deutlich – und erinnerte an die Erstaufnahme der Flüchtlinge 2015.

Regierungspräsident Hans Josef Vogel bei seiner Rede, die eigentlich nur ein Grußwort werden sollte. Bei den anstehenden Herausforderungen hofft er vielleicht auf Unterstützung von oben? (Foto: Pielorz)

50 Jahre neue Stadt Sprockhövel war ein Thema bei den Vorträgen von Prof. Dr. Rainer Bovermann und Dr. Klaus Walterscheid. Die Kommunalreform 1970, maßgeblich durch den Innenminister Willi Weyer (FDP) begleitet, hatte das Ziel, die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse von Land und Stadt zu verbessern. Neue Strukturen sollten die Überlebenschance der Kommunen verbessern und die Daseinsvorsorge am Ort umsetzen. Kritisch merkten allerdings die Redner an, manchmal sei die Reform aus heutiger Sicht an den Bedürfnissen der Bürger und seiner Identität mit der Stadt vorbei geplant worden. Auch der scheidende Bürgermeister Ulli Winkelmann formuliert: „Es ist dann auch mal eher ein neben- als ein miteinander.“

Landrat Olaf Schade nutzte ebenfalls die Gelegenheit, bei seinem Grußwort auf die bevorstehenden Kommunalwahlen zu verweisen. „Kommunalwahlen sollen ein Fest der Demokratie sein“, sagte er und betonte – wie der Sprockhöveler Bürgermeister – den fairen Umgang miteinander.

Die Goldene Hochzeit der Sprockhöveler Stadtteile zu einer neuen Stadt Sprockhövel soll mit zahlreichen Veranstaltungen verbindende Elemente schaffen. Lutz Heuser verkündete auch die größte Neuerung in 2020: Es soll einen Weihnachtsmarkt geben – zehn Tage lang! Und natürlich die große Familienveranstaltung am 8. August auf dem Gelände des IG Metall Bildungszentrum.

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