NABU MIT TIPPS FÜR NATURNAHE GÄRTEN

Schmetterlinge, wie dieses Landkärtchen, sind in diesem Jahr 2021 Mangelware und so selten wie noch nie (Foto: NABU Hattingen)

Hattingen- Großer Andrang in Gartencentern und Gartenabteilungen von Baumärkten. Der Trend zur aktiven Gestaltung des eigenen Gartens und Balkons wurde durch die Corona-Pandemie noch verstärkt. Der NABU hilft mit fünf Tipps eine naturfreundliche Wohlfühloase zu gestalten.
Vermeintlich pflegeleichte Schotterflächen und eintönige Rasenflächen sind für die Natur wertlos — ja sogar schädlich. „In einem vielfältigen Naturgarten hingegen leben viele nützliche Tiere und auch Menschen fühlen sich dort wohl. Eine solche grüne Wohlfühl-Oase anzulegen und zu pflegen ist nicht schwer und auch nicht aufwendig“, sagt NABU-Naturgärtnerin Ute Matzkows und gibt die fünf besten Tipps zum naturnahen Gärtnern.


Tipp 1: Vielfalt lieben und leben: „Wer seinen Garten möglichst abwechslungsreich mit heimischen Stauden, Gehölzen und Blühpflanzen gestaltet, schafft Platz und Nahrung für Gartentiere“, so die NABU-Naturgartenförderin. Eine Wasserstelle oder Teich bieten Lebensraum für Libellen und Frösche. Eine Wildblumenwiese oder ein Kräuterrasen locken Insekten an. Alte Bäume und Hecken, etwa mit Holunder, Kornelkirsche und Schlehe, bieten Nistmöglichkeiten für Vögel. Unter den Hecken fühlen sich Igel und Spitzmäuse wohl.
Tipp 2: Kein Gift ­– niemals! Ein naturnaher Garten kommt ohne Pestizide aus. Auch Kunstdünger hat hier nichts verloren. „Pflanzen bleiben gesund, wenn sie in Mischkultur angebaut und natürliche Schädlingsbekämpfer gefördert werden, wie Vögel, Igel, Florfliegen und Marienkäfer“, sagt Matzkows. „Diese Helfer erledigen ihren Job zuverlässig und kostenfrei.“
Tipp 3: Torf verbannen. „Viele Hobby-Gärtnernde wissen nicht, dass herkömmliche Gartenerden größtenteils aus Torf bestehen!“ Dafür werden Moore, meist in Osteuropa, zerstört. So gehen diese einzigartigen Lebensräume und wichtigen Kohlenstoffspeicher verloren. Besser sollte Komposterde aus dem eigenen Kompost genutzt werden, rät der NABU Hattingen.
Tipp 4: Wildkräuter lieben lernen. Viele als Unkraut geschmähte Pflanzen, wie Löwenzahn, Giersch und Brennnessel, sind wichtige Futterpflanzen für Falter und andere Insekten. Wildkräuter sind zudem sehr vielseitig: Aus Brennnessel kann man eine Jauche und damit einen Naturdünger für die Gemüsepflanzen herstellen. Giersch lässt sich zu einem leckeren Pesto verarbeiten. Löwenzahn gibt dem Salat Würze. Gänseblümchen und Klee in der Hauswiese sollte man, wenn man Furcht vor Bienenstichen hat, inselartig stehen lassen und dort die Blüten abmähen, wo Kinder spielen oder Laufwege genutzt werden.
Tipp 5: Weniger ist mehr – das gilt fürs Rasenmähen, Heckeschneiden, Gießen und Jäten. Wer seinen Rasen etwas höher, die Hecke dichter lässt, hilft Tieren, die auf diese Pflanzen angewiesen sind. Mulchen und Hacken spart Gießwasser, ebenso halten Wildkräuter zwischen den Kulturpflanzen den Boden feucht. Ute Matzkows: „Und das Schöne: Wer weniger Gartenarbeit macht, hat auch mehr Zeit seinen Naturgarten zu genießen.“

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