Hattingen – Ein Abend voller bekannter Melodien, großer Gefühle und klarer Botschaften: Zum fünften Benefizkonzert anlässlich des Internationalen Weltfrauentags (8.März 2026) wurde die Evangelische Johannes-Kirche in Hattingen zu einem Raum zwischen Traum und Wirklichkeit. Unter dem Titel „Mit Träumen beginnt die Realität“ verband der Abend Musik mit Solidarität – zugunsten des Frauenhauses EN.
Auf der Bühne standen Dorothee Isselstein-Mohr, Gesang und Christoph Eisenburger am Klavier. Durch den Abend führten Silke Justus und Gundel Deckers-Schäfer. Schon in der Begrüßung wurde deutlich, dass es hier nicht nur um einen Liederabend ging, sondern auch um ein Zeichen für Schutz, Selbstbestimmung und gesellschaftliche Verantwortung.
Und doch war es vor allem die Musik, die den Abend trug. Die vorgetragenen Stücke waren fast allen im Publikum vertraut. Aber sie wurden eben nicht einfach nur gesungen. Sie wurden vorgetragen, gestaltet, durchlebt. Genau darin lag der Unterschied. Was man sonst als bekannte Melodie im Kopf mit sich herumträgt, bekam an diesem Abend auf der Bühne eine neue Tiefe.
Wie schon im vergangenen Jahr erschien Dorothee Isselstein-Mohr ganz in Schwarz – eine Anmutung, die an Édith Piaf erinnerte. Und wer im Kirchraum für einen Moment die Augen schloss, konnte stellenweise auch Hildegard Knef heraushören. Aus diesem ungewöhnlichen Mix aus bekannten Liedern, großer Präsenz und feiner Interpretation entstand ein besonderer Abend, der nicht auf Effekte setzte, sondern auf Wirkung.
Das Programm spannte dabei einen weiten Bogen: von „Dream a Little Dream“, „Summertime“ und „What a Wonderful World“ über „Non, je ne regrette rien“, „Ich glaube“ und „House of the Rising Sun“ bis hin zu „Ich hab ein zärtliches Gefühl“, „Mon Dieu“ und „La vie en rose“. Es ging um Sehnsucht, Hoffnung, Enttäuschung, Widerstandskraft und um die Frage, wie aus inneren Bildern gelebte Wirklichkeit werden kann.
Mit Träumen beginnt die Realität © ruhrkanalNEWS (Fotos: Holger Grosz)



Gerade am Weltfrauentag bekamen diese Lieder noch eine andere, zusätzliche Ebene. In den Ansprachen wurde mehrfach daran erinnert, dass Gleichstellung, Schutz vor Gewalt und Selbstbestimmung für Frauen auch heute keine Selbstverständlichkeiten sind. Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing, Schirmherrin der Veranstaltung, würdigte das Konzert als kulturellen Abend und zugleich als Zeichen der Solidarität. Sie erinnerte daran, wie wichtig Einrichtungen wie das Frauenhaus EN seien – als Schutzraum für Frauen und Kinder, die Gewalt und Bedrohung entkommen müssen.
Auch Miriam Krückel vom Frauenhaus EN machte deutlich, wie dringend diese Unterstützung weiterhin gebraucht wird. Das Haus sei in die Jahre gekommen, neue Räume würden dringend gesucht. Umso wichtiger seien Spenden und öffentliche Aufmerksamkeit.
So wurde dieser Abend mehr als ein Konzert. Er war ein musikalischer Appell, genau hinzusehen. Und er zeigte, dass bekannte Lieder, wenn sie mit Haltung und Gefühl vorgetragen werden, weit mehr sein können als bloße Unterhaltung.
Denn manchmal beginnt die Realität tatsächlich mit einem Traum – und manchmal auch mit einem Lied.




























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