KREIS TRITT SICHERHEITSKONFERENZ GEGEN CLANKRIMINALITÄT BEI

Olaf Schade und Joachim Eschemann mit der unterzeichneten Kooperationsvereinbarung (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Landes- und Bundespolizei, Ruhrgebiets Kreise und Städte sowie der Zoll – im Kampf gegen Clankriminalität wollen diese Behörden zukünftig gemeinsam Informationen sammeln und bündeln, Einzelfälle entschieden verfolgten, Empfehlungen erarbeiten und Strategien auf den Weg bringen. Grundlage der breit angelegten Zusammenarbeit ist die Vereinbarung „Sicherheitskooperation Ruhr zur Bekämpfung der Clankriminalität“ – kurz „SiKo Ruhr“. Sie wurde von Landrat Olaf Schade jetzt im Schwelmer Kreishaus unterschrieben.

„Mit dem Ennepe-Ruhr-Kreis gewinnen wir einen weiteren Partner im Kampf gegen kriminelle Banden. Hand in Hand arbeiten immer mehr Kenner der lokalen Szenen in der Metropole Ruhr mit kriminalistischen Strategen zusammen. Ein Ansatz, der bundesweit bisher einmalig ist“, betonte Joachim Eschemann als Leiter der vor einigen Monaten in Essen eingerichteten Dienststelle. Sie stehe dabei nicht in Konkurrenz zu den Vor-Ort-Zuständigen, sondern wolle unterstützen.

Raub und Körperverletzungen, Bedrohungen und Nötigungen, Erpressungen und Drogenhandel – viele Straftaten in diesen Bereichen gehen auf das Konto von Familienclans. Im Lagebericht für das Jahr 2019 hat das Land NRW 111 türkisch-arabische Familienclans identifiziert, ihnen wurden 3.779 Tatverdächtige und 6.104 Straftaten zugeordnet. Schwerpunkt der Clankriminalität im Ruhrgebiet ist Essen. Der Standort von „SiKo Ruhr“ daher kein Zufall.

„Mit dem Beitritt zur Sicherheitskooperation machen wir im Ennepe-Ruhr-Kreis deutlich: Es gilt, unsere Rechtsordnung zu schützen und den Bürgern Sicherheit zu bieten. Wir setzen uns für ein friedliches Miteinander ein und wollen denjenigen klare Grenzen aufzeigen, die unsere Gesetze und Regeln ablehnen oder sogar sehr bewusst übertreten“, machte Schade deutlich.

Wie Eschemann setzt der Landrat neben konsequenter Verfolgung große Hoffnungen in die präventive Arbeit, in Aussteigerprogramme, die zusammen mit Pädagogen, Sozialarbeitern und Wissenschaftlern entwickelt werden sollen und Kindern und Jugendlichen Wege aus dem Clanmilieu aufzeigen könne. Ein erster, vielversprechender Ansatz sei das Präventiv-Programm „Kurve kriegen“. Hier wurde in einigen Standorten im Ruhrgebiet Zugang zu Kindern aus kriminellen Clanfamilien gefunden. Sozialarbeiter sowie Sprachmittler arbeiten hier mit der Polizei zusammen.

Die Ruhr-Konferenz

Das Projekt wird im Rahmen der Ruhr-Konferenz der NRW Landesregierung umgesetzt. Die Ruhr-Konferenz ist eine Initiative, um das Ruhrgebiet als wirtschaftlich starke und lebenswerte Zukunftsregion für alle Menschen zu gestalten. Auf fünf zentralen Handlungsfeldern sollen wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Ruhrgebiets gesetzt werden: Vernetzte Mobilität – kurze Wege; Erfolgreiche Wirtschaft – gute Arbeit; Gelebte Vielfalt – starker Zusammenhalt; Sichere Energie – gesunde Umwelt sowie Beste Bildung – exzellente Forschung.

Weitere Informationen zur Ruhr-Konferenz gibt es online.

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