KAMPAGNE GEGEGN HÄUSLICHE GEWALT

Brigitte Fröhlich und Rebeca Canales (Couragegruppe Hattingen), Philipp Pospieszny und Steffanie Bienick (Mitarbeiter HAZ) (vlnr) (Foto: Angélica Urrutia)

Hattingen- Die Frauengruppe Courage führt in Kooperation mit der Frauenberatungstelle-EN seit August 2020 eine Kampagne gegen Gewalt an Frauen und Kindern durch. Dies hat nicht nur, aber besonders während der Zeit der Covid-19 Pandemie eine große Bedeutung. Um das Schweigen zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ zu durchbrechen, haben die Frauen ein Banner erstellen lassen. Es war zwei Monate öffentlichkeitswirksam am Bürgerzentrum Holschentor angebracht und ist jetzt weiter zum Gebäude HAZ auf dem Hüttengelände gewandert. Dort soll das Banner Gespräche animieren.

Diese Kampagne wird durch „Demokratie Leben“ und das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Zu den bisherigen Aktivitäten gehörten ein Informationstand im August in der Hattinger Fußgängerzone, Gespräche mit Frauen zum Thema und Informationen über die aktuelle Situation in den Familien sowie Hilfe und Beratung. Das Ziel der Frauen ist es, dass die Menschen sich mit Betroffenen solidarisch zeigen und nicht wegschauen. Es geht darum gemeinsam Forderungen erarbeiten, um Lösungen und Entlastungen zu erreichen. „Auch Männer unterstützen die Aktion“, was die Frauen sehr freut.

Die Courage-Frauen stellen fest, dass Corona bedingt die gesellschaftliche Stellung der Frau wieder zurück gedrängt wird. Dabei sind sie die „Managerinnen der Nation“, sie organisieren die Betreuung der Familie und deren Versorgung unter schwierigen Bedingungen sowie ihr eigenes Leben. Die Familien sind zurzeit stark belastet durch die komplette Umorganisierung des Alltags, „oft liegen die Nerven blank“, sagen viele Frauen. Gründe dafür sind: Wenig Zeit für die Erholung, wenig Geld, schlechte Perspektiven für Entlastungen, wenig Freiraum – all dies stellt das gesamte Familiensystem auf eine harte Bewährungsprobe.

Natürlich sind auch Männer davon betroffen, doch gerade in den sogenannten „Frauenberufen“ belastet die Corona-Krise die Frauen stärker – in den sozialen Bereichen, in der Pflege und Kliniken, aber auch die Erzieherinnen und Betreuerinnen, die Verkäuferinnen und Friseurinnen – sie alle tragen die Hauptlast der Einschränkungen durch Covid-19 und erleiden finanzielle Nachteile.

Argumente wie leere Staatskassen seien kein Grund, so die Courage-Frauen, die Gesundheit der Bevölkerung und insbesondere der Kinder aufs Spiel zu setzen, beispielsweise dadurch, dass die Schulen keine kleineren Klassengruppen einrichten dürfen. Dann müsse eben alles getan werden, um das notwendige Geld bereitzustellen. Die Frauen fordern unter anderem kleinere Klassengruppen und geteilten Unterricht, kostenlose Masken für Schülerinnen und Schüler sowie für das Lehrpersonal. Um dies zu finanzieren, schlagen sie vor, die Anschaffung bewaffneter Drohnen durch die Bundesregierung zu streichen sowie die Besteuerung großer Vermögen durchzusetzen, um dieses Geld den Schulen zur Verfügung zur stellen, und um die „klammen“ Kommunen zu entlasten.

Um über diese Themen mit weiteren Frauen ins Gespräch zu kommen, ist für den 25. November, dem „Internationalem Tag gegen Gewalt an Frauen“ ein weiterer Informationsstand in die Fußgängerzone geplant. Darüber hinaus bietet die EN-Frauenberatungsstelle ein digitales Seminar zum Thema „häusliche Gewalt“ an.

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