Hattingen – In der Planungsphase hatten es die Mitwirkenden noch mit einem Lächeln versprochen: „Wir haben gutes Wetter bestellt.“ Am Morgen des 13. Juni sah der Himmel zunächst allerdings eher unentschlossen aus. Grau, unbeständig, nicht unbedingt einladend. Doch offenbar haben alle Wünsche geholfen: Das Wetter stabilisierte sich – und wer es wagte, den Himmel zu ignorieren, wurde am Ende mehr als belohnt.
Der Hattinger Gesundheitstag knüpfte an das erfolgreiche Konzept des vergangenen Jahres an und zeigte erneut, dass Gesundheitsinformation nicht trocken, steif oder kompliziert sein muss. Das bewährte Format wurde leicht optimiert, die Mischung aus Information, Bewegung, Beratung und Begegnung passte. Auf der Außenfläche hinter dem Rathaus präsentierten sich Vereine, Gruppen und Anbieter auf der ebenerdigen Bühne und animierten teilweise direkt zum Mitmachen. Zu sehen waren unter anderem Tanz, Judo, Sportakrobatik, Tai Chi, Line Dance und weitere Bewegungsangebote. Bei der Judovorführung gab es zudem einen besonderen Moment: Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) legte ganz nebenbei die Prüfung zum weiß-gelben Gurt ab. Ein schöner Beweis dafür, dass der Gesundheitstag tatsächlich zum Mitmachen gedacht war – und nicht nur zum Zuschauen.
Gurtprüfung (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)




Der Wind sorgte zwischendurch für eine zusätzliche Portion Dynamik. Einige Pavillons machten sich kurzzeitig selbstständig und flogen davon – ein kleiner unfreiwilliger Zusatzprogrammpunkt, der für Lacher sorgte und die Stimmung eher lockerte als störte.
23. Gesundheitstag (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Neben der Bühne auf dem Rathaushof gab es zahlreiche Informationsstände. Besonders gut angenommen wurde auch das Angebot für Kinder. An mehreren Stationen konnten sie sich ein Bewegungsabzeichen erarbeiten. Das wurde intensiv genutzt und zeigte einmal mehr: Wenn Gesundheit spielerisch vermittelt wird, sind Kinder sofort dabei.
Direkt vor dem Rathaus stand ein Rettungswagen. Dort wurde nicht lange erklärt, sondern gefragt: „Haben Sie schon mal reanimiert?“ Und schon war man mittendrin. Wie stellt man fest, ob ein Mensch noch atmet? Wo setzt man bei der Herzdruckmassage an? Wie funktioniert ein Defibrillator? Viele haben das irgendwann einmal gelernt, bei vielen ist es lange her. Umso wichtiger war dieses praktische Angebot. Denn wer einmal selbst den Defibrillator geöffnet und gestartet hat, merkt schnell: Das Gerät führt Schritt für Schritt durch das Programm. Es ist einfacher, als viele denken – und genau diese Hemmschwelle wurde an diesem Tag abgebaut.
Auch im Rathaus selbst war der Gesundheitstag auf allen Ebenen präsent. Zahlreiche Informationsstände hielten wichtige Hinweise, Beratungsmöglichkeiten und Ansprechpartner bereit. Im großen Sitzungssaal fanden die Gesprächsrunden mit Medizinern statt. Die Ärzte bewegten sich in der Mitte, die Besucher saßen in einem großen Kreis darum herum. So entstand kein klassischer Vortrag von vorne, sondern ein intensiver Austausch auf Augenhöhe. Fragen konnten direkt gestellt werden, medizinische Themen wurden verständlich erklärt, und aus Zuhörern wurden Gesprächspartner.
23. Gesundheitstag (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)










Im kleinen Sitzungssaal befand sich der Aktivraum. Schon der Name machte deutlich: Hier ging es nicht darum, in Reih und Glied wie auf einer Schulbank zu sitzen. Hier wurde ausprobiert, gespürt und mitgemacht. Bei der Akupressur konnten Besucher hautnah erleben, wie bestimmte Punkte wirken und wie man einfache Techniken auch selbst anwenden kann. Das passte gut zum gesamten Konzept des Tages: Gesundheit nicht nur erklären, sondern erfahrbar machen.
Am Ende war der Gesundheitstag ein voller Erfolg für alle, die dem Wetter getrotzt und sich auf den Weg gemacht hatten. Die Besucherzahlen lagen möglicherweise etwas unter dem, was bei strahlendem Sonnenschein möglich gewesen wäre. Doch wer da war, erlebte eine vielseitige, lebendige und sehr gut organisierte Veranstaltung. Der Gesundheitstag hat erneut gezeigt, dass Prävention, Beratung und Bewegung mitten in die Stadt gehören – offen, verständlich und mit vielen Gelegenheiten zum Mitmachen.




































































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