Hattingen – 23. Hattinger Gesundheitstag wurde im Rathaus vorgestellt – mit medizinischem Dialog, Mitmachangeboten, Bewegung und viel Vorfreude.
Eine Pressekonferenz im Rathaus kann sehr geordnet, sehr trocken und sehr verwaltungsmäßig ablaufen. Diese hier tat das Gegenteil. Als der 23. Hattinger Gesundheitstag vorgestellt wurde, war schnell klar: Hier geht es nicht nur um Stände, Programmpunkte und organisatorische Abläufe. Hier saßen Menschen zusammen, die sichtbar Lust auf diesen Tag haben.
Die Stimmung war ausgelassen, herzlich und stellenweise fast schon vorfreudig-chaotisch. Es wurde gelacht, ergänzt, erinnert, korrigiert und gegenseitig zugespielt. Viele Mitwirkende und Sponsoren waren gekommen, um zu zeigen, was am 13. Juni rund um das Rathaus auf die Besucherinnen und Besucher wartet. Und wenn man dieser Runde glaubt, ist auch das Wetter längst bestellt.
Denn nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wird der Gesundheitstag auch diesmal nicht nur im Rathaus stattfinden, sondern wieder nach draußen gehen. Der Rathaushof wird erneut zum offenen Bewegungs-, Begegnungs- und Mitmachraum. Falls es wider Erwarten doch regnen sollte, gibt es einen Plan B: Dann wandern die Outdoor-Angebote in die Turnhalle. Aber eigentlich war man sich im Rathaus ziemlich einig: Das wird nicht nötig sein.
Ein Konzept, das sich weiterentwickelt hat
Der Hattinger Gesundheitstag hat inzwischen eine beachtliche Geschichte. Zum 23. Mal wird er veranstaltet, und wie bei guten Veranstaltungen üblich, ist er über die Jahre nicht stehen geblieben. Im vergangenen Jahr wurde erstmals stärker nach draußen gegangen. Anfangs gab es durchaus Zweifel, ob ein Gesundheitstag auch unter freiem Himmel funktionieren kann. Ob die Menschen draußen wirklich mitmachen und trotzdem den Weg zu den Informationsangeboten im Rathaus finden.
Die Antwort fiel offenbar eindeutig aus: Es hat funktioniert. Mehr noch. Die neue Mischung aus Information, Bewegung, Familienangeboten und lockerer Atmosphäre hat dem Gesundheitstag gutgetan. Im Rathaus war von einem spürbaren Stimmungswandel die Rede. Mehr Familien, mehr Leben, mehr Bilder, mehr Bewegung. Genau daran will man in diesem Jahr anknüpfen.
Medizinischer Dialog statt klassischer Vorträge
Auch am Programm wurde weiter gefeilt. Die klassischen Impulsvorträge, die in der Vergangenheit mit viel Aufwand vorbereitet wurden, werden in dieser Form nicht einfach wiederholt. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr: Wenn draußen Kinder toben, Sportvereine ihre Angebote zeigen und überall etwas passiert, dann setzt sich kaum jemand für einen langen Vortrag in einen Saal.
Deshalb gibt es nun ein anderes Format. Im großen Sitzungssaal soll eine Art medizinischer Dialog entstehen. Drei Themenfelder stehen im Mittelpunkt. Dort werden Medizinerinnen und Mediziner nicht nur kurz Impulse geben, sondern vor allem für Fragen und Gespräche zur Verfügung stehen. Es geht also weniger um Frontalvortrag und mehr um Austausch.
Besucherinnen und Besucher können gezielt zu den Themen gehen, die sie interessieren, nachfragen, ins Gespräch kommen und sich niedrigschwellig informieren. Genau das passt gut zu einem Gesundheitstag, der nicht belehren, sondern Lust machen soll: auf Wissen, Vorsorge, Bewegung und vielleicht auch auf den ersten kleinen Schritt in eine gesündere Richtung.
Aktivraum: Ausprobieren statt nur Zuhören
Ein weiterer wichtiger Baustein bleibt der Aktivraum. Dort wird nicht nur erklärt, dort wird ausprobiert. Schon im vergangenen Jahr kam dieses Format gut an. Auch diesmal sollen die Besucher selbst aktiv werden können.
Geplant sind unter anderem Angebote aus dem Bereich Yoga, Ayurveda, Akupressur und Selbsthilfe-Techniken. Es geht darum, Dinge direkt zu erleben: Wie fühlt sich eine Übung an? Wie kann ich mir mit einfachen Drucktechniken selbst helfen? Was lässt sich später zu Hause weitermachen?
Gerade dieser Gedanke zog sich durch die Pressekonferenz: Gesundheit ist nicht nur etwas, das in Praxen, Kliniken oder Beratungsstellen stattfindet. Gesundheit beginnt oft dort, wo Menschen selbst ins Handeln kommen. Nicht als Ersatz für medizinische Hilfe, aber als Ergänzung. Oder, wie es in der Runde sinngemäß hieß: Eigenwirksamkeit gehört dazu.
Longevity: Gesund alt werden ist längst kein Nischenthema mehr
Neu mit dabei ist auch das Thema Longevity. Ein Begriff, der zurzeit an vielen Stellen auftaucht und im Kern eine einfache Frage stellt: Wie kann man möglichst lange möglichst gesund bleiben?
Dabei geht es nicht um das Versprechen, 120 Jahre alt zu werden. Es geht um Beweglichkeit, Kraft, Alltagstauglichkeit und die Frage: Wie fit bin ich eigentlich? Was sollte ich können? Was kann ich tun, um auch später noch gut durch den Tag zu kommen?
Mit diesem Thema möchte der Gesundheitstag offenbar auch Menschen ansprechen, die sich selbst noch gar nicht als klassische Zielgruppe eines Gesundheitstages sehen. Menschen, die sagen: „Ich bin doch noch nicht alt.“ Genau da setzt das Thema an. Denn wer gesund älter werden will, sollte nicht erst anfangen, wenn der Körper laut um Hilfe ruft.
Draußen wird es sportlich
Der Außenbereich wird erneut kräftig bespielt. Sport- und Bewegungsangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sollen den Rathaushof mit Leben füllen. Im vergangenen Jahr war das ein sichtbarer Gewinn für die Veranstaltung. Auch diesmal haben Vereine und Partner wieder zugesagt.
Mit dabei sind unter anderem Angebote für Kinderbewegung, Fitness, Judo und Rollkultur. Es wird Präsentationen geben, Mitmachaktionen und Bewegung zum Anschauen und Ausprobieren. Eine klassische Bühne soll es diesmal nicht geben. Stattdessen wird der Platz selbst zur Aktionsfläche. Moderiert wird das Ganze dennoch, damit Besucherinnen und Besucher mitbekommen, was gerade wo passiert.
Das passt zum Charakter des Tages: nicht steif, nicht kompliziert, sondern offen, nahbar und in Bewegung.
Familienfest mit Beratung
Der Gesundheitstag soll ausdrücklich ein Angebot für die ganze Familie sein. Deshalb sind auch die Frühen Hilfen und Angebote für junge Familien mit dabei. Beratung, Information und Begegnung gehören genauso zum Programm wie Sport und Mitmachaktionen.
Im Rathaus wurde deutlich: Es geht nicht nur um Menschen, die bereits ein konkretes gesundheitliches Problem haben. Es geht auch um Familien, Eltern, Kinder, um Prävention, Orientierung und kleine Gespräche am Stand. Manchmal reicht schon eine kurze Information, ein Flyer, ein Kontakt oder ein erster Hinweis, um später den richtigen Weg zu finden.
Aktuell sind bereits 26 Stände fest eingeplant. Maximal möglich sind 28. Das zeigt: Das Interesse der Akteure ist groß, der Gesundheitstag ist nahezu ausgebucht.
Es kamen mehr zur Pressekonferenz als sich gemeldet haben. (Foto: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)

Ohne Sponsoren läuft es nicht
So viel Programm entsteht nicht von allein. In der Pressekonferenz wurde deshalb auch den Unterstützern und Sponsoren gedankt. Besonders hervorgehoben wurde die Unterstützung der Volksbank Sprockhövel eG, die den Gesundheitstag als Sponsor begleiten.
Auch das gehört zur Wahrheit solcher Veranstaltungen: Gute Ideen brauchen Menschen, die sie organisieren. Und sie brauchen finanzielle Unterstützung. Ohne Sponsoren, ohne Mitwirkende, ohne Vereine, ohne Verwaltung und ohne die vielen Hände im Hintergrund würde aus einem Programmpunkt noch lange kein Gesundheitstag werden.
Gesundheit darf auch schmecken
Und natürlich wird es nicht nur um Beratung und Bewegung gehen. Auch für Essen und Trinken ist gesorgt. Dabei wurde in der Runde mit einem Augenzwinkern deutlich: Selbst beim Gesundheitstag darf es eine Bratwurst geben. Vegetarische Angebote sollen ebenfalls dabei sein. Wichtig sei vor allem, gerade bei hoffentlich warmem Wetter, genug zu trinken. Besonders Kinder sollten daran erinnert werden.
So entsteht am Ende eine Mischung, die gut zu Hattingen passt: Medizinischer Dialog im Rathaus, Sport und Bewegung auf dem Hof, Beratung für Familien, kleine Gespräche an den Ständen, dazu Essen, Getränke und hoffentlich Sonne.
Auch ein Podcast ist geplant
Eine weitere Neuerung: Zum Gesundheitstag soll es auch Podcast-Beiträge geben. Das Hattinger Podcast-Team will vor Ort kleine Interviews mit Teilnehmenden, Akteuren und möglicherweise auch Besuchern führen. Veröffentlicht werden sollen die Beiträge anschließend unter anderem über Spotify und YouTube.
Damit bekommt der Gesundheitstag auch digital noch einmal eine Verlängerung. Wer nicht alles vor Ort mitbekommt, kann später noch einmal hineinhören.
Vorfreude im Rathaus
Nach der Pressekonferenz blieb vor allem ein Eindruck: Dieser Gesundheitstag wird nicht einfach verwaltet, er wird getragen. Von Menschen, die sich kennen, die sich gegenseitig aufziehen dürfen, die wissen, wie viel Arbeit dahintersteckt, und die trotzdem mit guter Laune in die nächste Runde gehen.
Der 23. Hattinger Gesundheitstag soll informieren, inspirieren und in Bewegung bringen. Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Angeboten zum Anfassen, Ausprobieren und Nachfragen. Und wenn das Wetter tatsächlich so wird, wie es im Rathaus bestellt wurde, dürfte aus dem Gesundheitstag wieder ein kleines Gesundheitsfest werden.
23. Hattinger Gesundheitstag
Termin: Samstag, 13. Juni 2026
Ort: Rathaus Hattingen und Rathaushof
Programm: Medizinischer Dialog, Aktivraum, Bewegungsangebote, Sportaktionen, Beratungsstände, Familienangebote, Essen und Getränke
Bei Regen: Verlegung der Outdoor-Angebote in die Turnhalle
Sponsor: Volksbank Sprockhövel eG
Geplant: Podcast-Beiträge mit Interviews vom Veranstaltungstag




























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