Ein Prozent für 18 Millionen – Der Mikrozensus vermisst NRW

Der Mikrozensus in NRW startet (Symbolbild: KI generiert)
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Nordrhein-Westfalen – Reicht das Geld für die neue Couch oder den Urlaub im Sommer? Wer arbeitet in Teilzeit, wer lebt allein, und welche Sprache wird am Abendbrottisch gesprochen? Auf die Frage „Wie geht’s dir, NRW?“ liefert der Mikrozensus des Statistischen Landesamtes (IT.NRW) jedes Jahr detaillierte und verlässliche Antworten.

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Der Mikrozensus ist die größte jährliche Haushaltsbefragung in Deutschland und zeichnet ein präzises Bild vom Leben und Arbeiten im bevölkerungsreichsten Bundesland. Die Erhebung liefert nicht nur Daten zu Einkommen und Armutsgefährdung, sondern schlüsselt auch aus, wie Bildungsabschlüsse verteilt sind und wie sich die Wohnverhältnisse zwischen Rhein und Weser entwickeln.

Diese Daten sind keineswegs bloße Statistik für den Elfenbeinturm: Politik, Wirtschaft und Gesellschaft nutzen die faktenbasierten Ergebnisse als entscheidende Grundlage für zukunftsweisende Beschlüsse – etwa wenn es um den Bau von Kitas, die Förderung von Arbeitsmarktprojekten oder Sozialleistungen geht.

Das Zufallsprinzip: Wer muss antworten?

Um repräsentative Ergebnisse zu erhalten, ohne alle rund 18 Millionen Bürgerinnen und Bürger befragen zu müssen, nutzt das Statistische Landesamt ein mathematisches Zufallsverfahren. Dabei werden gezielt Gebäude und Gebäudeteile ausgewählt. Die dort lebenden Haushalte bilden die Stichprobe.

„Wenn Sie einen Brief des Statistischen Landesamtes erhalten, gehören Sie zu rund einem Prozent der Bevölkerung, das zum Mikrozensus antworten muss“, erklärt Dr. Stephan Boes, Leiter des Servicebündels Datengewinnung und Aufbereitung bei IT.NRW. Wer ausgewählt wird, ist für fünf Jahre auskunftspflichtig und wird in diesem Zeitraum insgesamt vier Mal befragt. Danach ist die Pflicht erfüllt. Um kontinuierlich aktuelle Daten zu erhalten, wechseln die Teilnehmer schrittweise: Jährlich scheiden etwa 20.000 Haushalte aus dem Mikrozensus aus, während ebenso viele neu hinzukommen.

Was hat es mit den „Begehenden“ auf sich?

Im Vorfeld der Befragungen sieht man in manchen Wohngebieten sogenannte Begehende. Diese ehrenamtlich beauftragten Personen überprüfen die ausgewählten Gebäude vorab aus der Nähe – allerdings rein von außen. Wichtig für Bürgerinnen und Bürger: Die Begehenden klingeln nicht an Türen und müssen von niemandem in die Wohnung gelassen werden. Sie dienen lediglich der organisatorischen Vorbereitung der Stichproben.

Digital und geschützt: So läuft die Befragung ab

Datenschutz und IT-Sicherheit stehen bei der Erhebung an oberster Stelle. Alle Beschäftigten des Statistischen Landesamtes sind streng zur Geheimhaltung verpflichtet. Um die Daten sicher zu übermitteln, setzt NRW auf zeitgemäße und geschützte Wege:

  • Ausschließliche Online-Meldung: Die digitale Teilnahme erfolgt ausnahmslos über das sichere Online-Meldeverfahren IDEV. Per E-Mail werden niemals Daten abgefragt.
  • Keine Haustürgeschäfte: Hausbesuche und Vor-Ort-Befragungen finden in NRW bereits seit Ende 2024 nicht mehr statt.
  • Telefonischer Service: Eine Befragung am Telefon ist möglich, erfolgt jedoch stets ausschließlich auf eigenen Wunsch des ausgewählten Haushalts.

Aus dem Antworten dieses einen Prozents der Bevölkerung rechnen die Statistiker die Ergebnisse hoch. Das Ergebnis ist ein fundierter Blick auf die Realität in Nordrhein-Westfalen – datenbasiert, verlässlich und nah am Alltag.

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