Hattingen – Freitagabend (7. August 2026) in Blankenstein. Die Sonne scheint, der Marktplatz füllt sich, an den bekannten Ständen gibt es Wein, Bier und Leckereien, überall wird geplaudert und gelacht. Es fühlt sich an wie ein großes Open-Air-Wohnzimmer mitten auf dem historischen Marktplatz. Der 36. Butterbrotmarkt zeigte einmal mehr, warum diese kleine Veranstaltungsreihe längst Kultstatus erreicht hat.
Eigentlich dürfte das Konzept gar nicht funktionieren. Seit 36 Veranstaltungen steht mit Jazzpaña immer dieselbe Band auf der Bühne. Wer würde schon auf die Idee kommen, Monat für Monat dieselbe Gruppe auftreten zu lassen? Doch genau das ist eines der Erfolgsgeheimnisse des Butterbrotmarktes.
Bernd Kalle von Jazzpaña kennt den Butterbrotmarkt von der ersten Stunde an. Für ihn lebt die Veranstaltung von einem ganz besonderen Mix. Blankenstein sei während des Butterbrotmarktes ein kleiner Mikrokosmos, in dem andere Regeln gelten als anderswo. Die Menschen kommen nicht nur wegen der Musik, sondern wegen der besonderen Atmosphäre.
Ganz dieselben Konzerte seien es ohnehin nie. Zwar gehören viele bekannte Stücke zum Repertoire, doch immer wieder kommen neue Titel hinzu. Vor allem aber verändert sich die Musik jedes Mal aufs Neue. Die Musiker reagieren spontan aufeinander, greifen Ideen auf, verlängern Soli oder schlagen musikalisch neue Richtungen ein. Gerade diese Freiheit mache den Reiz aus. Im Jazz müsse man nur gemeinsam anfangen und gemeinsam aufhören – alles dazwischen dürfe sich entwickeln.
Es sind die vertrauten Gesichter, die bekannten Stände, der historische Ortskern und die besondere Gelassenheit, die den Butterbrotmarkt ausmachen. (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Dabei spielt auch das Publikum eine entscheidende Rolle. Die Besucher hören zu, lassen sich auf die Musik ein und geben der Band genau die Reaktionen, aus denen immer wieder neue Ideen entstehen. Diese besondere Wechselwirkung zwischen Musikern und Gästen macht jeden Butterbrotmarkt einzigartig.
Bernd Kalle lobt vor allem die entspannte Stimmung. In all den Jahren habe er hier keine Aggressionen erlebt. Die Menschen seien friedlich, freundlich und offen. Gleichzeitig entstehen bei den Auftritten immer wieder neue Kontakte zu Veranstaltern und Festivalorganisatoren – auch deshalb ist der Butterbrotmarkt für Jazzpaña weit mehr als nur ein weiterer Auftritt im Kalender.
Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis dieser inzwischen 36 Veranstaltungen. Es ist nicht nur die Musik. Es sind die vertrauten Gesichter, die bekannten Stände, der historische Ortskern und die besondere Gelassenheit, die den Butterbrotmarkt ausmachen. Alles wirkt selbstverständlich, obwohl sich so etwas eigentlich nicht planen lässt.
Und dann kommt noch ein weiterer Glücksfall hinzu: Auch beim 36. Butterbrotmarkt spielte das Wetter wieder mit. Fast könnte man meinen, selbst das gehöre inzwischen zum Erfolgsrezept.





































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