Vesperkirche Hattingen – Geschüttelt, nicht gerührt

Vesperkirche Tag 6 © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – Draußen vor der Tür: Warteschlangen. Drinnen: ein Ablauf, der wirkt wie eine gut geölte Maschine. Fast 290 Essen gingen an diesem Tag über die Ausgabe – Teller für Teller, Handgriff für Handgriff. Und doch wäre „läuft“ viel zu klein als Wort für das, was in der Vesperkirche am 6. Tag (5. Februar) wirklich passiert.

Denn hier stehen keine Menschen, die einfach nur „mithelfen“. Hier entsteht jeden Mittag etwas, das man nicht planen kann – und das trotzdem zuverlässig da ist: Nähe, Würde, ein Moment Ruhe mitten im Alltag.

Zwischen Suppe, Gesprächen und klapperndem Besteck gab es auch am sechsten Tag wieder eine Impuls-Ansprache. Keine lange Predigt, kein Zeigefinger – eher ein kurzes Innehalten. Runterfahren. Zuhören. Nachdenken. Der Einstieg kam überraschend: mit einem berühmten Drink aus einem Kinofilm – geschüttelt, nicht gerührt. James Bond, 007. Und plötzlich stand er im Raum, dieser Gedanke: Geheimagenten sind überall.

Nur tragen sie hier keine Anzüge. Sie tragen Schürzen.

Die vielen „Geheimagenten“ der Vesperkirche wirken leise. Vielleicht wissen sie nicht einmal, dass sie welche sind – oder sie wollen es gar nicht sein. Denn sie tun ja „nur“ das Offensichtliche: Essen ausgeben, Plätze zeigen, Wasser nachfüllen, ein freundliches Wort finden, wenn jemand keins mehr hat. Und genau darin liegt das Geheimnis: Sie verändern den Raum, ohne sich wichtig zu machen.

Innerhalb der Kirchenmauern entsteht so ein Mikrokosmos, den man mit einem Lächeln wieder verlässt – als hätte jemand kurz an der Welt gedreht und sie für zwei Stunden weicher gemacht.

Vesperkirche Tag 6 © ruhrkanalNEWS (Fotos: Holger Grosz)

Auffällig ist auch, wie bunt dieses Helferteam jeden Tag zusammengesetzt ist. Viele Gäste kommen regelmäßig – gefühlt ein gutes Drittel ist Stammgast. Und bei den Helfern ist es ähnlich: manche sind fast täglich da, mal im Shirt der SPD, mal im schwarzen Pullover mit Lions-Logo – und manchmal einfach ganz privat, weil sie es nochmal erleben wollen. Am 5. Februar waren unter anderem die hwg und die ADFC-Rikscha mit im Einsatz.

Am Ende bleibt ein Satz, der in diese Kirche passt wie der Klang von Besteck in warmen Händen:

Danke für euren Einsatz. Danke für euer Lächeln.

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