Hattingen – Die Sparkassen Comedy Gala hat einmal mehr gezeigt, dass sie zu den Publikumsmagneten im Hattinger Veranstaltungskalender zählt. Am gestrigen Abend (9. September 2026) war der Saal bis auf vereinzelte freie Stühle ausverkauft, die Stimmung von der ersten Minute an bestens. Traditionell wurde das Publikum mit dem beliebten Applaus-Test eingestimmt: Phase 1 braves Klatschen, Phase 2 „jetzt gebt mal Gas“, Phase 3 „und jetzt völlig ausrasten“. Der Test verlief erfolgreich – Hattingen war bereit für einen Abend voller Pointen.
Handwerker Peters
Den Anfang machte Comedian Handwerker Peters, der seine Gags direkt aus dem Handwerkeralltag holt und das Publikum mit bodenständigem Ruhrgebietshumor abholte. Für die Bedienung der Ziehungsmaschine, die im Laufe des Abends für die Lotterie-Ziehungen zum Einsatz kam, erwies sich die Wahl als goldrichtig: Sollte die Technik einmal streiken, hatte der Handwerker das passende Werkzeug ohnehin im Gepäck.
Artistik-Duo Benno und Max
Weiter ging es mit dem Artistik-Duo Benno und Max, das mit spektakulärer Diabolo-Jonglage aufwartete – Kunststücke, mit denen die beiden es in Taiwan bis zum Weltmeistertitel gebracht hatten. Weil für pure Jonglage im deutschen Comedy-Publikum offenbar wenig Nachfrage besteht, verpackten Benno und Max ihr artistisches Können kurzerhand in Comedy. Kleine Tricks eskalierten zusehends, wurden zunehmend gewagter, und als bei der Messerjonglage plötzlich auch noch gestrippt wurde, kannte die Begeisterung im Saal kaum noch Grenzen. Den Höhepunkt und größten Szenenapplaus des Duos gab es, als sich einer der beiden am Ende kurzerhand in eine Dragqueen verwandelte.
Sparkassen Comedy Gala in der Henrichshütte (Fotos: Holger Grosz)





Vor der Pause stand die Ziehung der Gewinner der Sparkassen-Lotterie auf dem Programm. In einem Werbeblock machte die Sparkasse deutlich, welchen Stellenwert die Veranstaltung für die Region hat: Rund 95.000 Euro aus der Lotterie fließen als Sponsoring an Hattinger Vereine, ins Ehrenamt und in zahlreiche weitere lokale Projekte – ein Betrag, der bei den Gästen für spürbaren Applaus sorgte.
Auch die Eintrittskarten selbst hatten es in sich: Aus ihnen wurden vier weitere Gewinner gezogen, die sich über ein iPad sowie dreimal zwei Karten für ein Kabarettprogramm in Dortmund freuen durften – ebenfalls präsentiert von niemand geringerem als Moderator Helmut Sanftenschneider, der gewohnt launig durch den gesamten Abend führte.
Standing Ovations für Mirja Regensburg und Gunzi Heil
Nach der Pause betrat Mirja Regensburg die Bühne – und riss das Publikum sofort mit. Als eine der vielseitigsten und energiegeladensten Comediennes Deutschlands, bekannt aus zahlreichen TV-Formaten und gefeiert für ihre mitreißenden Bühnenprogramme, entfesselte sie im Gaskraftwerk der Henrichshütte ihre unverwechselbare Mischung aus Stand-Up, Gesang, Schauspiel und pointiertem Humor. Was folgte, war pure Begeisterung: Die Halle tobte, das Publikum klatschte, lachte und ließ sich von Regensburgs Energie regelrecht mitreißen – ein Auftritt, der noch lange nachhallen dürfte. Kaum war der Jubel verklungen, sorgte auch Gunzi Heil für Gänsehaut und Lachtränen zugleich: Musiker, Liedermacher, Kabarettist, Parodist und Puppenspieler – am liebsten aber alles gleichzeitig – verwandelte die Bühne im Handumdrehen in eine kleine Ein-Mann-Show voller Überraschungen und bewies einmal mehr, wie vielseitig echtes Entertainment sein kann.
Abschied für Robert Laube
Ein bewegender Moment des Abends am Rande bildete jedoch nicht ein Bühnengag, sondern die Verabschiedung von Robert Laube. Der langjährige Leiter des LWL-Museums Henrichshütte geht in den Ruhestand, und die Sparkassen Comedy Gala nutzte die Gelegenheit, ihm für seine jahrelange Arbeit zu danken. Denn ohne Robert Laube würde es die Sparkassen Comedy Gala in dieser Form gar nicht geben: Er war es, der das Format am Museum etabliert und über all die Jahre mit Herzblut am Leben gehalten hat – die Grundlage für all die Comedy-Abende, die seither im Gaskraftwerk der Henrichshütte über die Bühne gehen.
Unter dem Applaus des vollen Hauses wurde gewürdigt, was Laube in seiner Zeit als Museumsleiter für Hattingen geleistet hat: Er hat das LWL-Museum Henrichshütte über Jahre hinweg als festen kulturellen Anker der Stadt geprägt, unzählige Ausstellungen, Führungen und Veranstaltungen mitgestaltet und damit einem Stück Industriegeschichte der Region ein bleibendes Gesicht gegeben. Die warmen Worte und der lange Applaus im Saal machten deutlich, welchen Stellenwert Robert Laube sich in all den Jahren in Hattingen erarbeitet hat – ein würdiger und herzlicher Abschied für einen Museumsmacher, der die Henrichshütte mitgeprägt hat wie kaum ein anderer.


























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