Hattingen – Trotz zwischenzeitlichen Starkregens, Kälte und kräftiger Windböen hat der 48. Rosenmontagsumzug in Holthausen am heutigen Montag erneut eindrucksvoll bewiesen, welche Bedeutung der Karneval im „Holtiland“ für die Menschen in der Region hat. Knapp 30 Gruppen zogen am Nachmittag als Fußgruppen oder aufwendig gestaltete Wagen durch Holthausen und sorgten für ausgelassene Stimmung entlang der Zugstrecke. Die Jecken am Straßenrand ließen sich von den widrigen Witterungsbedingungen nicht abschrecken und feierten über die gesamte Dauer des Zuges hinweg fröhlich weiter.
Nach offiziellen Angaben der Polizei verfolgten rund 8.000 bis 9.000 Besucherinnen und Besucher den Rosenmontagszug in Holthausen. Zugegeben etwas weniger als letzte Session, doch die Stimmung war genauso gut wie in den vergangenen Jahren. Besser noch: Viele neue Mottowagen und Gruppen bereicherten in diesem Jahr den Hattinger-Lindwurm und sorgten für abwechslungsreiche Bilder und gute Laune. Besonders auffällig war, dass diesmal ein großer Teil der Wagen über eigene Musikanlagen verfügte, sodass nahezu jedes Motiv von der passenden Musik begleitet wurde.
Zu den neuen Teilnehmern gehörten unter anderem die Rikscha-Piloten des ADFC, die gemeinsam mit der Lebenshilfe für besondere und berührende Momente am Straßenrand sorgten. Menschen mit Beeinträchtigungen konnten so den Zug mitten im Geschehen erleben und die Atmosphäre aus einer ganz neuen Perspektive genießen. Dieser inklusive Beitrag wurde von den Zuschauerinnen und Zuschauern mit viel Applaus bedacht.
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Auch Hattingens Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) war gut sichtbar Teil des närrischen Umzuges. Zunächst fuhr sie auf dem SPD-Wagen mit, der unter dem Motto „The Holthausen Show“ mit augenzwinkernden Anspielungen und fantasievollen Kostümen für viele Lacher sorgte. Anschließend kehrte sie zum Prinzenwagen zurück, um auch dort gemeinsam mit dem Hattinger Prinzenpaar Prinz Micha I. mit Prinzessin Mone I. den Kontakt zum närrischen Volk zu suchen.
Zahlreiche Kostüme, insbesondere bei den Fußgruppen, waren aufgrund des unbeständigen Wetters mit Regencapes und wärmenden Schichten verhüllt. Das tat dem Spaß jedoch keinen Abbruch: Es wurde getanzt, gesungen und geschunkelt, und immer wieder kam es am Straßenrand zu spontanen Polonaisen und kleinen Tanzgruppen. Die Mischung aus bunten Kostümen, liebevoll gestalteten Wagen und der ungebrochenen Feierlaune der Besucherinnen und Besucher prägte das Bild dieses Rosenmontags.
Der Karneval im Holtiland ist lustig, bunt und tolerant!
Foto-Impressionen © RuhrkanalNEWS








Aus Sicht der Verantwortlichen verlief der Umzug insgesamt ruhig und geordnet. Abgesehen von zwei kleineren Einsätzen der Rettungskräfte kam es zu keinen nennenswerten Vorkommnissen. Die Sicherheitskräfte zeigten sich mit dem Verhalten der Zuschauerinnen und Zuschauer zufrieden, und auch die Organisatoren zogen eine positive Bilanz des Tages. „Dieses Wetter ist eine echte Herausforderung, aber es zeigt auch, wie viel Herzblut im Holthauser Karneval steckt“, erklärte Zugsprecher Thomas Behling.
Ein kleiner Wermutstropfen blieb allerdings: So viel Wurfmaterial wie in diesem Jahr war selten auf den Straßen zu sehen – vor allem am Ende des Zuges blieb ungewöhnlich viel ungenutzt auf der Strecke liegen. Hier sehen die Verantwortlichen Organisations- und Optimierungspotenzial für die kommenden Jahre, etwa nichtgeworfenes Süßes anschließend zu verteilen.
Trotz dieses Kritikpunkts überwiegt das positive Fazit deutlich: Der Holthauser Rosenmontagszug präsentierte sich erneut als eindrucksvoller Lindwurm, der in der Region seinesgleichen sucht. So viel Freude, Gemeinschaftssinn und närrische Ausgelassenheit trotz des schlechten Wetters stehen ganz im Zeichen des diesjährigen Mottos: „Der Karneval im Holtiland ist lustig, bunt und tolerant!“. (…) und manchmal eben auch etwas naß!


























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