Premiere in Hattingen: Erster „Kuno“-Musikpreis für Kinder – und ein Drache wartet geduldig

Irina Barbuta - Geige, Sina Grewe und Geertje Bindernagel - Blockflöte, Geige und Percussions, Lars Schneider - Klavier © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – Im größten Raum der Musikschule Hattingen ist an diesem Samstagvormittag (28. Februar) fast alles da, was ein kleiner Wettbewerb braucht: vier Kinder zwischen sieben und zwölf Jahren, Eltern mit stolzem Blick und stillen Daumen-drück-Gesten, eine konzentrierte Jury – und ein Flügel, der sich im Raum breit macht, als wäre er selbst Teil der Prüfung.

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Dazwischen sitzt er. „Kuno“, ein messingfarbener Drache auf einem schweren Steinsockel. Er wartet brav auf seine Verleihung – ein Wanderpokal, der in den kommenden Jahren weitergereicht werden soll. Neben ihm: Süßigkeiten. Als kleine Stärkung nach dem Wettbewerb. Und als Nervennahrung für die scheinbar endlose Wartezeit, in der die Jury berät.

Denn leicht macht es sich niemand. Jede Entscheidung wird nachvollziehbar begründet, jedes Lob mit konkreten Beobachtungen unterfüttert. Und während draußen der Alltag läuft, hält drinnen ein Raum die Luft an: für Töne, Mut und einen Moment Bühne.

Ein Wettbewerb im geschützten Rahmen

Mit dem ersten Hattinger Musikpreis „Kuno“ startet die Musikschule Hattingen eine neue Idee: Junge Talente sollen Wettbewerbsluft schnuppern – aber bewusst im kleinen, geschützten Rahmen. „Im Vordergrund steht ganz klar das Ausprobieren“, hatte Musikschulleiter Peter Brand im Vorfeld betont. Es gehe um Bühnenerfahrung – darum, zu spüren, wie es ist, wenn alle Augen nach vorn gehen und es plötzlich still wird.

Der Name „Kuno“ ist in der Musikschule längst ein Begriff: Der Musikdrache steht für Freude, Neugier und Mut zur Musik. Schirmherrin ist Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing.

KUNO und die spürbare Dichte eines Musikwettbewerbs © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Jury lobt Niveau – und spricht über „Gänsehaut“

Die fachkundige Jury – Musikpädagogin Sandra van der Elst, Musikerin Esther Linsel sowie Andreas Lensing, Leiter der BBC Big Band – betont mehrfach, wie hoch das Niveau sei. Der Vormittag sei „kurzweilig“ gewesen, man habe „Spaß beim Zuhören“ gehabt. Genau das ist ein Satz, der hängen bleibt: Nicht, weil es leicht war – sondern weil es gut war.

Gelobt werden unter anderem musikalische Gestaltung, sichere Dynamik und die Fähigkeit, eine klare Vorstellung vom Stück umzusetzen – „so Richtung Gänsehaut“, sagt ein Jurymitglied.

Bei einem Beitrag beeindruckt zudem der Wechsel zwischen zwei Instrumenten: erst virtuos – dann noch einmal virtuos auf der Flöte. Die Jury hebt ausdrücklich den Ton und die Musikalität hervor. Gerade auf der Blockflöte Ausdruck zu transportieren, sei eine besondere Herausforderung.

Auch ein Beitrag mit vielen wechselnden musikalischen Charakteren wird hervorgehoben: Übergänge seien so gut gelungen, dass die Musik „schön ineinander überging“ und das Publikum förmlich mitgezogen habe.

„Spaß“ als Qualität – und ein kreativer Gewinnerbeitrag

Am Ende bleibt der Jury ein Wort besonders im Kopf: „Spaß“. Gemeint ist ein kreativer Beitrag, der mit verschiedenen Instrumenten, kleinen Überraschungen und Humor arbeitet – und bei dem das Lachen nicht „drüber“ ist, sondern passt. Sogar ein selbst geschriebenes Stück über „Kolibris“ wird erwähnt: Man könne sich das Streiten der kleinen Vögel richtig vorstellen.

Dann kommt die schwerste Frage: Wer gewinnt? Eigentlich, so sagt es die Jury offen, hätten alle gewonnen. Doch als man sich auf „das Kreativste“ verständigt, fällt die Entscheidung:

Den Kuno-Pokal erhalten Geertje Bindernagel und Sina Grewe, weil die Jury so einen Beitrag „noch nie gesehen“ habe.

Der Preis wurde nicht nur von der Musikschule Hattingen vergeben, sondern auch vom Urbanen Kulturteam Ruhr gGmbH unterstützt: Gestiftet wurde der Pokal von Geschäftsführer Peter Lübbert.

Anerkennung für alle – Urkunden, Gutscheine, ein gemeinsames Foto

Bei der Verleihung bleibt es nicht beim Siegerpokal: Alle Teilnehmenden bekommen eine Urkunde – etwas, das man zu Hause zeigen kann – und einen Gutschein der Musikschule. Danach wird es kurz wuselig: Kinder, Jury, Eltern, der Flügel im Hintergrund – alle rücken zusammen fürs Foto. Ein kleiner Moment, in dem man merkt: Hier ging es nicht um Druck. Sondern um Mut.


Teilnehmerinnen und Teilnehmer

  • Lars Schneider – Klavier
  • Sina Grewe – Geige und Blockflöte
  • Irina Barbuta – Geige
  • Geertje Bindernagel & Sina Grewe – Blockflöte, Geige und Percussion

Jury

  • Sandra van der Elst (Musikpädagogin)
  • Esther Linsel (Musikerin)
  • Andreas Lensing (Leiter der BBC Big Band)
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