Hattingen – Seit Monaten hält sich das Gerücht: Fußball-Weltmeister Lukas Podolski will mit seiner Döner-Kette „Mangal X LP10“ ins Foyer des Kaufland-Hauses am Reschop Carré einziehen. Ein festes Eröffnungsdatum gibt es bislang jedoch nicht – und die Konkurrenz war inzwischen schneller.
Kein Termin, aber alte Ankündigungen
Bereits im Februar 2026 hatte die Agentur von Mangal Döner verlauten lassen, dass Hattingen als einer von mehreren möglichen nächsten Standorten gehandelt werde – neben Gelsenkirchen, Overath, Leverkusen und Mülheim an der Ruhr. Die Eröffnung sei „in den kommenden zwei bis drei Wochen“ zu erwarten gewesen. Daraus ist bis heute nichts geworden.
Auch im Juli 2026 blieb es bei einer Ankündigung: Als die Konkurrenzkette „Haus des Döners“ mit einer 1-Cent-Döner-Aktion in der Gastromeile zwischen Reschop Carré und dem Kaufland-Haus eröffnete – als 121. Filiale der Kette bundesweit –, hieß es zu Podolskis Projekt lediglich, „Mangal X LP10“ wolle „demnächst“ ins Foyer des Kaufland-Hauses ziehen. Ein konkretes Datum gab es wieder nicht. Wegen des erwarteten Andrangs hatte „Haus des Döners“ eigens einen Security-Dienst gebucht – ein Vorgeschmack darauf, welchen Zulauf ein bekannter Name wie Podolski auslösen könnte.
Schon jetzt viele Döner-Adressen in Hattingen
Damit würde ein weiterer Anbieter auf einen bereits gut versorgten Markt treffen. Allein in der Gastromeile am Reschop Carré/Kaufland-Haus wäre mit dem neuen „Haus des Döners“ und „King Kebab“ schon zwei große Konkurrenten unmittelbar benachbart. Stadtweit zählen Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale weitere Betriebe wie Side Döner, My Döner Schnellrestaurant, Kebap-Haus in Welper, Cappadocia Döner, Hadi Pizza Döner Haus und Opa’s Döner, in der Summe je nach Zählweise sieben bis neun Adressen.
Bei rund 53.000 Einwohnern ergibt das rechnerisch bereits einen Döner-Laden auf etwa 6.000 bis 7.500 Einwohner – deutlich dichter als der bundesweite Schnitt: Die Firmendatenbank Listflix zählte im August 2026 rund 5.450 Dönerläden in Deutschland, macht bei rund 84 Millionen Einwohnern etwa einen Laden pro 15.000 Einwohner.
Ist eine weitere Döner-Filiale – dann noch von einem bundesweit expandierenden Franchise-Konzern mit Werbefigur Podolski – für Hattingen wirklich ein Gewinn? Aus unserer Sicht ist die Antwort nicht eindeutig, sondern hat zwei Seiten:
Was dafür spricht:
- Ein bekannter Name wie Podolski zieht Aufmerksamkeit und Laufkundschaft an, wie der Andrang bei der „Haus des Döners“-Eröffnung mit gebuchtem Security-Dienst gezeigt hat. Das kann auch Nachbargeschäften in der Gastromeile am Reschop Carré nutzen.
- Eine Ansiedlung im leerstehenden Foyer des Kaufland-Hauses würde eine sonst ungenutzte Fläche wiederbeleben – für die Innenstadt grundsätzlich positiv, denn Leerstand schadet dem Erscheinungsbild mehr als ein zusätzliches Geschäft.
- Mehr Wettbewerb kann Preise und Qualität im Sinne der Kundschaft drücken beziehungsweise heben, gerade angesichts bundesweit gestiegener Dönerpreise der vergangenen Jahre.
- Der Name Podolski bringt mediale Reichweite über Hattingen hinaus – ein PR-Effekt, von dem auch die Stadt als Standort profitieren kann.
Was dagegen spricht:
- Der Markt ist für eine Stadt dieser Größe bereits dicht besetzt. Eine zusätzliche, finanzkräftige Filialkette trifft nicht auf eine Angebotslücke, sondern auf einen gesättigten Markt.
- Gerade kleine, inhabergeführte Dönerläden wie Side Döner oder My Döner haben gegen eine bundesweite Marke mit Marketingbudget und Kaufland-Kooperation im Rücken einen strukturellen Nachteil – im Preiskampf drohen sie ins Hintertreffen zu geraten.
- Direkt in der Gastromeile am Reschop Carré/Kaufland-Haus würden dann drei Döner-Anbieter (Haus des Döners, King Kebab, potenziell Mangal X LP10) auf engstem Raum konkurrieren – eine Verdichtung, die eher zu einem Verdrängungswettbewerb als zu zusätzlichem Kundenzulauf führen kann.
- Zu viel Gleichartigkeit im Gastro-Mix schmälert die Vielfalt des Angebots. Für die Attraktivität einer Innenstadt zählt in der Regel Abwechslung mehr als eine Häufung desselben Angebots.
Fazit
Kurzfristig dürfte eine Mangal-Filiale mit Podolski-Faktor vor allem für Aufmerksamkeit und Zulauf sorgen – ähnlich wie bei „Haus des Döners“. Mittelfristig ist aber fraglich, ob der Markt in Hattingen eine weitere große Filiale trägt, ohne dass kleinere, langjährige Anbieter darunter leiden.


























Ketten Döner, nein Danke. Wenn Döner, dann von den etablierten Hattinger Inhaber geführten Imbissen.
Mangal hat vor einer Woche erst ein Reel auf Instagram gepostet in dem von „wenigen Wochen“ die Rede war.
Ich persönlich hoffe darauf, da ich einen Großteil der Hattinger Döner doch eher unterdurchschnittlich bewerten würde.
Über kurz oder lang wird sich die Dönerdichte dann hoffentlich selbst regulieren.
Zudem sollte man sich bei einigen Dönerläden, bzw. Imbissen allgemein, mal ansehen wie diese sich finanzieren.
Wenn die „Kundschaft“ nahezu nur aus der eigenen Familie besteht die im Laden „rumhängt“ ist das immer etwas fragwürdig.
Bestes Beispiel war der Imbiss auf der Bahnhofstraße (ehemals Erika), den hat niemand besucht und bei einem angeblichen Einbruch wurde dann ein fünfstelliger Betrag entwendet ?
Ein Schelm wer Böses dabei denkt.
Im Übrigen steht King Kebab schon länger bei Kleinanzeigen zum Verkauf und Side ist ohne Opa nicht mehr dasselbe.