Hattingen – Vom 14. – 22. März 2026 ist das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen mit seiner Ausstellung „MuseumMobil“ zu Besuch im Ennepe-Ruhr-Kreis auf dem Untermarkt in Hattingen. Am„Sammelsamstag“ (21. März 2026) ruft es alle Bürgerinnen und Bürger auf, persönliche Objekte zur Geschichte des Landes NRW und insbesondere zum Arbeitskampf auf der Henrichshütte für die Museumssammlung zu übergeben.
Kein Ereignis hat die Stadt Hattingen in der jüngeren Geschichte so geprägt wie der Kampf um den Erhalt der Henrichshütte im Jahr 1987. Als die Thyssen Stahl AG Anfang des Jahres die Stilllegung der Hochöfen und große Teile des Werks ankündigte, drohte nicht nur der Verlust von knapp 3.000 verbliebenen Arbeitsplätzen – es stand die Identität einer ganzen Stadt auf dem Spiel. Die Proteste, getragen von großen Teilen der Bevölkerung, wurden bundesweit beachtet: Demonstrationen mit 30.000 Teilnehmenden, ein „Dorf des Widerstands“, Menschenketten rund um das Hüttengelände und der Hungerstreik der Hüttenfrauen wurden zu eindrücklichen Bildern des Hattinger Protests.
Diese außergewöhnliche Bürgerbewegung und der Abschied von 133 Jahren Stahlgeschichte markieren bis heute einen zentralen Wendepunkt in Hattingen. Damit die Erinnerung an dieses Ereignis nicht verloren geht, ruft das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen die Hattinger Bürgerinnen und Bürger dazu auf, ihre Objekte und Geschichten zum Hüttenkampf in die Museumssammlung einzubringen.
„Die Proteste und Bemühungen um den Erhalt der Werke, beginnend bei Mönninghoff 1984 und unübersehbar in den Aktionen von Frauen und Kindern vor der Thyssen-Zentrale, Hungerstreiks oder den Gespensterprotesten 1987, waren weit mehr als ein Arbeitskampf. Sie waren ein solidarisches Ringen um Gemeinschaft und Zukunft und sind ein wichtiges historisches Ereignis in der Geschichte unseres Landes“, so Dr. Stefanie Johnen, Projektleiterin von MuseumMobil beim Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen. „Wir möchten diese Erinnerungen und Geschichten bewahren und erzählen. Daher laden wir alle ein, die noch Erinnerungsstücke an diese Zeit besitzen – von Flugblättern über Fotos bis hin zu persönlichen Gegenständen aus dem Arbeitsalltag in den Betrieben–, ihre persönlichen Objekte am 21. März zwischen 14 und 17 Uhr im Stadtmuseum Hattingen an das Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen zu übergeben.“
Informationen zum Sammelsamstag
Zeit: Samstag, 21. März, 14 – 17 Uhr
Ort: Stadtmuseum Marktplatz 1-3, 45527 Hattingen




























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