ENDE GELÄNDE PROTESTIERT GEGEN DATTLEN 4

Protest in der Wittener Innenstadt mit schwarzen Kartons und Schriftzügen auf dem Boden (Foto: Ende Gelände)

Witten- Mitglieder des Aktionsbündnis Ende Gelände setzen ein Zeichen in der Wittener Innenstadt gegen die geplante Inbetriebnahme des Steinkohlekraftwerks Datteln 4. Anlässlich der Hauptversammlung des Betreibers Uniper am 21. Mai 2020 macht Ende Gelände den Protest sichtbar und fordert Klimagerechtigkeit.

Neben Bannern und Plakaten, auf denen gefordert wird, dass 2020 nach beschlossenem Kohleausstieg kein neues Steinkohlekraftwerk ans Netz gehen darf, sind an öffentlichen Plätzen der Stadt schwarze Kartons aufgestellt. Diese stehen sinnbildlich für die Millionen Tonnen Steinkohle, die jährlich in deutschen Kraftwerken verbrannt werden. Und dafür, wie Steinkohle schon heute Menschen in den Abbaugebieten, größtenteils Kolumbien und Russland,  ihre Lebensgrundlage raubt nachdem sie in den globalen Norden verschifft und dort in den Kraftwerken verbrannt wird. Zu dem hier erzeugten Strom haben die Menschen in den Abbaugebieten meistens keinen Zugang, sondern tragen für den globalen Norden drastische ökologische und soziale Konsequenzen der fossilen Energiewirtschaft. Um auf die existentbedrohende Auslagerung der Folgen des Steinkohleabbaus aufmerksam zu machen, verwenden die Ende Gelände Demonstranten den Begriff „Blutkohle“.

„Wir müssen verhindern, dass wir von der Corona-Krise gleich in die nächste Krise schlittern. Unser Wirtschaftssystem braucht einen Neustart, damit es krisenfest, zukunftssicher und gerechter für alle Menschen wird. Ein neues Kohlekraftwerk im Jahr 2020 gehört definitiv nicht dazu, sondern ist klimapolitischer Wahnsinn“, sagt Ende Gelände-Sprecherin Kim Solievna bei der Kundgebung am Sonntag, den 17.05.2020 vor dem Kraftwerksgelände Datteln 4.

Die ursprüngliche für Mai geplante Massenaktion des zivilen Ungehorsams hatte Ende Gelände wegen der Corona-Pandemie abgesagt.

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