Hattingen – Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) hat gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderer Martin Serres den AAV – Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung – im Rahmen der Bestandspflege besucht. Im Mittelpunkt des Besuchs standen insbesondere die vielfältigen Aufgaben des Verbandes sowie seine Rolle für den Umwelt- und Flächenschutz in Nordrhein-Westfalen.
Der Verband, dessen Ziel es ist, ehemals belastete Flächen wieder nutzbar zu machen, hat seinen Sitz seit über 30 Jahren in Hattingen und ist seit knapp zwei Jahren in einem modernen Neubau am Ruhrhang im Gewerbe- und Landschaftspark Henrichshütte ansässig.
Besuch im Pfahlbau
Wie in Venedig wurde das Gebäude auf Pfählen errichtet, um Abstand zum darunterliegenden Bodenmaterial – den Schlacken – zu schaffen, denn es wurde auf dem Gelände der ehemaligen Thyssen Henrichshütte gebaut. Damit gilt der Bau selbst als Beispiel für nachhaltige Flächenentwicklung, denn industrielle Brachen sind ein wichtiger Schlüssel, um der zunehmenden Gewerbeflächennot im Ruhrgebiet entgegenzuwirken.
Im Oktober 2024 konnte das zweigeschossige Gebäude in Betrieb genommen werden. Es erfüllt die Anforderungen des wachsenden Verbandes und löst den bisherigen Sitz im Technologie- und Gründerzentrum Hattingen an der Werksstraße (TGH) ab. Der Neubau überzeugt durch ein umfassendes energetisches Gesamtkonzept zur Ressourcenschonung: „Dazu zählen unter anderem die Nutzung von Erdwärme direkt vor Ort, eine besondere Gebäudebegrünung, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, ein unterirdisches Regenrückhaltebecken sowie Ladestationen für E-Fahrzeuge und eine umweltfreundliche Gestaltung der Außenflächen“, erklärt Geschäftsführer Dr. Roland Arnz beim Besuch der Vertreter der Stadt.
Derzeit arbeiten rund 35 Mitarbeitende am Standort Hattingen, darunter überwiegend Geologen, aber auch Juristen. Sie betreuen aktuell 66 Projekte in ganz Nordrhein-Westfalen. Geschäftsführer Dr. Roland Arnz, selbst Chemiker, verwies auf die wachsenden Anforderungen: „Es gibt immer neue Aufgaben und Herausforderungen im Bereich des Umweltschutzes.“
Hinter dem Verband stehen das Land Nordrhein-Westfalen, Kommunen und Kreise sowie Teile der NRW-Wirtschaft, die eine freiwillige Kooperationsvereinbarung geschlossen haben.
Zu den zentralen Aufgaben des Verbandes gehören die Sanierung belasteter Industriebrachen sowie die Beratung von Unternehmen in Umweltfragen. Ziel ist es, Flächen nachhaltig zu entwickeln und wieder nutzbar zu machen – vom Boden bis zum Grundwasser.
„Damit leistet der AAV einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des Flächenverbrauchs und zum schonenden Umgang mit Ressourcen. Er sorgt dafür, dass Menschen auf sicherem und sauberem Boden leben und arbeiten können“, betonte Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing und hob eine Besonderheit hervor: „Es ist bemerkenswert, dass der Sitz des AAV per Gesetz in Hattingen festgelegt wurde. Das unterstreicht die Bedeutung unserer Stadt für die Altlastensanierung in Nordrhein-Westfalen.“





























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