Hattingen – Über der vielbefahrenen B51, direkt an der Fußgängerbrücke zum Busbahnhof, wehten am Samstagvormittag (28. Februar 2026) plötzlich große Banner im Wind. Aufgehängt wurden sie von Akteuren der sogenannten „Montagstrommler“, die damit erneut auf sich aufmerksam machen wollen.
Die Aktion war von der Kreispolizeibehörde genehmigt und auch der Polizei bekannt. Ganz anders sah es im Rathaus aus: Dort wusste man zunächst nichts davon. „Diese Aktion ist auch nicht genehmigungspflichtig von unserer Seite, solange das Banner nur kurzfristig und unter Beobachtung angebracht wird. Dafür ist tatsächlich die Kreispolizei zuständig“, erklärte Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) auf Nachfrage von RuhrkanalNEWS. Und fügte hinzu: „Ob wir solche Aktionen, auch mit Blick auf den Straßenverkehr, gutheißen, steht auf einem anderen Blatt. Das haben wir nicht zu entscheiden.“


Während oben auf der Brücke die Banner befestigt wurden, herrschte auf der Straße darunter kurze Aufregung. Einige Autofahrerinnen und Autofahrer reagierten mit lautem Hupen – ob zur Zustimmung oder zum Protest, ließ sich schwer sagen. Die Aktivisten winkten jedenfalls fröhlich mit ihren Fahnen zurück.
Wie lange die Banner hängen bleiben, ist derzeit nicht bekannt.
Die Montagstrommler
Die Montagstrommler sind in Hattingen seit mehreren Jahren mit unterschiedlichen, teils stark umstrittenen Aktionen in Erscheinung getreten. Sie organisieren montägliche Aufzüge und Kundgebungen, die in der Innenstadt und inzwischen auch in Stadtteilen wie Welper stattfinden und der verschwörungsideologischen Szene zugerechnet werden.
Zu den früheren Aktionen gehören unter anderem regelmäßige „Montagsmärsche“ durch die Hattinger Innenstadt, bei denen mit Trommeln, Transparenten und Parolen Stimmung gegen staatliche Maßnahmen und demokratische Institutionen gemacht wurde. In der öffentlichen Diskussion stehen die Gruppen immer wieder, weil Teilnehmende bei diesen Veranstaltungen durch rechtsoffene bis extrem rechte Symbole und Gesten aufgefallen sein sollen, darunter auch der Hitlergruß.
Ein Mitglied aus dem Umfeld der Anmelder der Montagsmärsche, wurde zudem 2024 vom Amtsgericht Stuttgart wegen Volksverhetzung verurteilt, was den politischen Hintergrund und die Radikalisierungstendenzen der Szene zusätzlich verdeutlicht. Kommunalpolitik, zivilgesellschaftliche Initiativen und Parteien in Hattingen haben sich wiederholt kritisch von den Montagstrommlern distanziert und deren Auftritte als nicht repräsentativ für die Stadtgesellschaft bezeichnet.


























Ein solches Banner arbeitet stark mit Angst und Zuspitzung, statt mit Fakten. Es stellt sich die Frage, wer konkret treibt welchen Krieg voran?