Hattingen – Zwei Jahre nach dem feierlichen Spatenstich im Gewerbegebiet an der Henrichshütte verzögert sich der Glasfaserausbau für die Hattinger Unternehmen. Wie aus aktuellen Stellungnahmen hervorgeht, ist das Projekt weiterhin aktiv, allerdings kommt es zu zeitlichen Verschiebungen.
Bereits am 25. September 2024 war der Startschuss (RuhrkanalNEWS berichtete) für das mit rund 2,5 Millionen Euro geförderte Ausbauprojekt gefallen. Vertreter von Bund, Land, Kreis und Stadt hatten damals gemeinsam den Beginn der Tiefbauarbeiten gefeiert. Ziel: Alle Betriebe im Gewerbegebiet sollten bis Ende 2025 ans schnelle Internet angeschlossen werden.
Verzögerungen durch Baumaßnahmen in Herbede
Nach Auskunft des ausführenden Unternehmens Greenfiber konnten in Hattingen bereits größere Abschnitte der geplanten Glasfasertrassen umgesetzt werden – insbesondere im Bereich des Gewerbeparks Henrichshütte. Der weitere Verlauf des Projekts hängt jedoch von einer umfangreichen Baumaßnahme in der Wittener Straße in Herbede ab, über die der Anschluss nach außen erfolgen soll. Diese Maßnahme liegt außerhalb des Einflussbereichs von Greenfiber und ist voraussichtlich noch mehrere Monate notwendig.
Aus diesem Grund wurden die Arbeiten in Hattingen vorübergehend gestoppt und der Fokus zwischenzeitlich auf den Netzausbau in Witten verlagert. Aktuell finden in Hattingen keine Tiefbauarbeiten statt. Die Wiederaufnahme der Maßnahmen ist nach Angaben des Unternehmens für Mitte 2026 vorgesehen.
Weniger Unternehmen als erwartet beteiligen sich
Auch die Nachfrage der Betriebe bleibt bislang hinter den Erwartungen zurück. Laut Greenfiber haben bislang rund ein Viertel der förderfähigen Adressen eine Grundstückseigentümererklärung abgegeben. Das entspricht 54 Firmen im Gewerbegebiet. Warum die Beteiligung so gering ausfällt, ist nach Unternehmensangaben unklar.
Der ursprünglich geplante Abschluss bis Ende 2026 könnte daher nach Einschätzung von Greenfiber gefährdet sein. Eine verlässliche Prognose zur tatsächlichen Inbetriebnahme könne derzeit nicht abgegeben werden – Ziel bleibe es jedoch, den Ausbau „so schnell wie möglich“ fertigzustellen.
Kreis bestätigt Zeitverzögerungen
Auch der Ennepe-Ruhr-Kreis bestätigt auf Anfrage von RuhrkanalNEWS, dass sich der Ausbau verzögert hat. Das Förderprojekt werde im Rahmen des Bundesprogramms „Sonderaufruf Gewerbegebiete“ umgesetzt und vom Kreis als Antragsteller und Koordinator begleitet. Die operative Durchführung liege jedoch vollständig bei Greenfiber.
„Nach aktuellem Projektstand wird die Fertigstellung für Dezember 2026 angestrebt“, so ein Sprecher des Kreises. Die Ursachen für die Verzögerungen lägen überwiegend im Verantwortungsbereich des ausführenden Unternehmens. Der Kreis stehe in regelmäßigem Kontakt zu Greenfiber und werde auf die Einhaltung der Förderbedingungen und des Zeitrahmens weiterhin drängen.
Damit bleibt unklar, wann die Hattinger Unternehmen tatsächlich mit nutzbaren Glasfaseranschlüssen rechnen können. Klar ist aber: Das Ziel, das Gewerbegebiet vollständig ans schnelle Internet anzubinden, bleibt bestehen – auch wenn es länger dauert als geplant.




























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