Hattingen- Im Oktober 2025 berichtete RuhrkanalNEWS darüber, wie sich die Stadt gegen Angriffe auf kommunale Infrastruktur schützen kann. Inzwischen geht der besorgte Blick nicht mehr nur in Richtung Russland. Die US-Regierung verlangt beispielsweise, dass Firmen Daten, die auf ihren Servern gespeichert werden, auf Anfrage zur Verfügung stellen müssen, auch wenn sich die Server im Ausland befinden. Das gilt als ähnlich problematisch wie ein Cyberangriff.
Frank Mielke, bei der Stadt neben den Finanzen auch für die IT zuständig, erklärt im Gespräch mit RuhrkanalNEWS-Redakteur Frank Strohdiek, wie die Strategie aussieht, um die Daten der Verwaltung und damit auch sensible Daten über die Bürgerinnen und Bürger zu schützen. „Wir haben nicht den Anspruch, nur Software made in Germany einzusetzen“, sagt Frank Mielke. „Aber wir müssen gucken, dass wir uns innerhalb unserer europäischen Werte und auch des europäischen Datenschutzrechts bewegen.“
Die Stadt hat, seinerzeit vor allem um Lizenzgebühren zu sparen, frühzeitig auf open source Software gesetzt. So wurde Microsoft Office durch LibreOffice ersetzt. Das wurde anfangs von vielen durchaus kritisch gesehen. Inzwischen gilt dieser Schritt auch unter Sicherheitsaspekten als vorbildlich. „Aber es gibt natürlich auch heute noch Widerstände, wenn wir etablierte Programme durch andere ersetzten“, gibt Mielke unumwunden zu.
Es wird wahrscheinlich noch mehrere Jahre dauern, bis Hattingen komplett auf deutsche oder europäische Software umgestellt hat. Unterstützung gibt es dabei vom Land. In Bochum befindet sich der landeseigene Betrieb „ZenDiS“, der Kommunen bei der Einführung sicherer Software unterstützt.


























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