Wenn Fastenzeit und Ramadan zusammenfallen

Ramadan & Fastenzeit (Symbolfoto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen – Es ist Donnerstag, der 19. Februar 2026. 5:46 Uhr. Eine Uhrzeit, die man sonst verschläft. Heute nicht. In manchen Küchen in Hattingen brennt Licht. Es klappert leise Geschirr, irgendwo summt eine Kaffeemaschine, jemand zieht die Jacke enger um die Schultern – nicht weil es kalt ist, sondern weil der Tag noch nicht richtig da ist. Ein letzter Schluck Wasser. Ein letzter Bissen. Dann kippt der Moment um.

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5:46 Uhr beginnt die Morgendämmerung. Ab jetzt wird gefastet – bis 17:59 Uhr, bis die Sonne verschwindet und der Abend die Tür aufmacht. Dann wird nicht einfach gegessen. Dann wird gemeinsam das Fasten gebrochen: zu Hause, mit Freunden, manchmal mit Nachbarn. Ein Tisch wird zum Treffpunkt. Ein Datum wird zur Erinnerung: Heute beginnt Ramadan.

Ramadan (Symbolfoto: RuhrkanalNEWS)

Und Ramadan hat etwas Eigenes, etwas Genaues: Er läuft nach dem Mond – und die Minuten des Fastens folgen der Sonne. Darum sind die Zeiten nicht überall gleich. Es sind Hattinger Minuten, Hattinger Stunden. Ein Rhythmus, der die Stadt nicht lauter macht, aber spürbarer.

Der Ramadan endet am 19. März 2026.

Zwei Wege, ein ähnlicher Schritt nach innen

Fast zeitgleich beginnt auch die christliche Fastenzeit. Am 18. Februar 2026, Aschermittwoch, startet sie mit dem Aschekreuz auf der Stirn – und plötzlich liegen zwei große Zeiten des Verzichts nicht nur im selben Monat, sondern fast auf derselben Schwelle.

Das ist selten. Durch die unterschiedlichen Kalender treffen sich diese Fastenzeiten nur alle paar Jahrzehnte in solcher Nähe – grob gerechnet alle 32 bis 33 Jahre. Das nächste Mal erst 2057. Ein Ausnahmejahr also. Aber eins, das sich nicht wie Statistik anfühlt, sondern wie eine stille Überschneidung im Alltag.

Fastenzeit (Symbolfoto: RuhrkanalNEWS)

Denn in derselben Woche verzichten Menschen in derselben Stadt – aus unterschiedlichen Traditionen – auf Dinge, die sonst selbstverständlich sind: Essen, Trinken, Gewohnheiten, Ablenkung. Und auf einmal wird sichtbar, dass „Fasten“ nicht nur Verzicht bedeutet, sondern eine Art, den Tag anders zu bewohnen.

Wie sich Fasten anfühlt

Bei vielen Christen ist es eine bewusste Entscheidung: weniger Zucker, weniger Alkohol, weniger Fleisch – oder weniger Bildschirm, weniger Lärm. Nicht unbedingt strenge Regeln, oft individuell. Aber mit derselben Idee dahinter: Platz schaffen. Den Blick wieder scharf stellen.

Im Ramadan ist die Linie klarer: von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang. Das verändert alles. Wer fastet, plant den Tag anders, hört anders auf den eigenen Körper, wird wacher für Kleinigkeiten. Und am Abend, wenn die Minuten wieder „dürfen“ sagen, entsteht etwas, das man nicht kaufen kann: Gemeinschaft.

Es ist dieser Moment kurz vor 17:59 Uhr, wenn in der Küche alles bereitsteht und doch noch nichts beginnt. Wenn man merkt: Der Hunger war nicht nur Hunger. Er war auch ein Zeichen. Eine Erinnerung daran, wie viel im Leben sonst einfach durchläuft.

Hattingen, leise verbunden

Vielleicht ist das die eigentliche Besonderheit dieses Jahres: Nicht, dass alle gleich fasten – sondern dass viele zur selben Zeit spüren, dass Verzicht nicht automatisch Verlust ist. Manchmal ist er eine Haltung. Manchmal ist er ein Gewinn.

Und vielleicht ist es genau diese seltene Gleichzeitigkeit, die eine Brücke baut, ohne dass jemand sie offiziell eröffnet: Während bei den einen das Aschekreuz an die Stirn erinnert, stellt bei den anderen der Wecker den Tag auf Anfang. Zwei Wege. Zwei Traditionen. Und in beiden steckt derselbe Satz zwischen den Zeilen:

Weniger – damit wieder mehr Platz ist. Für Gott. Für Menschen. Für das Wesentliche.

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