„Blues Unlimited“ füllt das Forstmanns bis auf den letzten Stuhl

Blues Unlimited © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – 66 Plätze, 66 besetzt. Und trotzdem wirkte es im Forstmanns nicht wie ein „Sitzkonzert“, sondern wie ein Raum, der jederzeit aufspringen könnte. Schon ab den ersten Takten saßen da eingefleischte Bluesfans, die sich spürbar zusammenreißen mussten, um nicht gleich mit dem Fußboden statt mit der Stuhlkante zu arbeiten. Auffällig: Das Publikum war deutlich jünger als bei manch anderer Veranstaltung. Der totgesagte Blues? Der hat an diesem Abend nicht mal so getan, als wäre er krank.

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Auf der Bühne stand ein Trio, wie es im Bluesrock einfach Sinn ergibt: Gitarre, Bass, Schlagzeug. Klassisch, klar, direkt – und im Kopf geht dabei automatisch eine Schublade auf, auf der „Cream“ steht. Nicht als Kopie, eher als Gefühl: diese verdichtete Energie, wenn drei Musiker so ineinandergreifen, dass es größer klingt als die Besetzung vermuten lässt.

„Blues Unlimited“ kommen aus Hamburg und sind eine Band mit einer Geschichte, die man nicht erfinden könnte: gegründet 1963, in einer Zeit, als im Star-Club die „bösen Jungs“ auf das brave Adenauer-Deutschland losgelassen wurden. Pionierjahre des deutschen Bluesrocks – und genau dieses „Wir waren da, bevor es cool war“-Fundament steckt noch heute im Sound. Dass die Band über Jahrzehnte Besetzungen wechselte, merkt man ihr nicht als Bruch an, sondern als gewachsene Routine: Eine Formation, die weiß, was sie ist. Als musikalisches Herz gilt bis heute Gitarrist und Sänger Manfred „Manni“ Schmidt – man hört es, ohne es erklärt zu bekommen.

Das Set mischte eigene Stücke mit Bluesstandards, und auch die Beatles wurden an diesem Abend nicht verschont – nicht als Gag, sondern als Verneigung vor der gemeinsamen Wurzel. Besonders passend: „People Get Ready“, ein Song, der für viele wie ein warmer Strom durch die Musikgeschichte läuft – und der schon vor Jahrzehnten bewiesen hat, dass Blues nicht im Museum stehen muss, um zu wirken.

Wer auf der Bühne Fingerakrobatik oder „Schaut mal, was ich kann“-Momente sucht, war hier nicht richtig – und das ist als Kompliment gemeint. Blues braucht keine Zirkusnummern. Die drei spielten souverän, mit dieser jahrzehntelang erlernten Leichtigkeit, bei der niemand um jede Note kämpfen muss. Stattdessen: spielen, tragen, atmen lassen. Keine Eintönigkeit, kein Leerlauf – eher das Gegenteil: ein Set, in dem sich alles ergänzt und zusammenfügt, so wie es bei einem Trio eben auch nötig ist.

Am Ende blieb der Eindruck, dass hier nicht einfach ein Konzert stattfand, sondern ein kleines Stück lebendige Musikgeschichte in einem Raum, der dafür wie gemacht ist. 66 Stühle, ja – aber gefühlt stand der Blues an diesem Abend ohnehin die ganze Zeit.

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