Zwischen Narzissen, Sand und neuen Ideen wächst am Schützenplatz etwas heran

Der Schützenplatz vor der Schulenburg © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – Was lange Zeit einfach nur das Rondell auf dem Parkplatz vor der Schulenburg war – Hundewiese, ein paar Narzissen, sonst eher unscheinbar –, beginnt sich nach und nach zu verwandeln. Am Schützenplatz entsteht eine lebendige Fläche, die noch mitten im Werden ist. Nichts daran ist fertig, aber genau das macht den Reiz aus: Hier wächst etwas, sichtbar, langsam und mit viel Handarbeit.

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Am Samstag (7. März 2026) setzten sieben fleißige Helfer die Arbeit fort. Sie machten dort weiter, wo sie beim letzten Termin aufgehört hatten, oder nahmen sich neue Aufgaben vor. Schon vor einigen Wochen war die Fläche aufgeräumt und von Unkraut befreit worden. Nun ging es darum, das naturnahe Konzept weiter mit Leben zu füllen.

Mitarbeitende der Stadtbetriebe hatten dafür wiederverwendbares Material mitgebracht. Sand, der zuvor auf Spielplätzen genutzt worden war, wurde auf bereits vorbereitete Staudenflächen aufgebracht und dient dort nun als Mulchmaterial. Auch Rosen, die am S-Bahnhof ausgegraben worden waren, fanden auf der Fläche ein neues Zuhause. Sie sollen künftig als breiter Pflanzstreifen das Bild mitprägen.

Besonders spannend ist dabei der Gedanke, möglichst viel aus der direkten Umgebung wiederzuverwenden. Selbst junge Triebe von Platanen aus der Innenstadt kamen zum Einsatz. Daraus soll ein kleiner Flechtzaun entstehen – nicht nur als gestalterisches Element, sondern auch ganz praktisch. Denn noch immer wird die Fläche von manchen als Abkürzung genutzt, und auch Hunde graben dort immer wieder herum. Ein Zaun könnte helfen, den empfindlichen Bereich besser zu schützen.

Ein spannendes Projekt am Schützenplatz © ruhrkanalNEWS (Fotos: Holger Grosz)

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Bereich für Wildbienen. Dafür wurde spezieller, kantiger Sand eingebracht, der stabiler ist als gewöhnlicher runder Sand. Nur so können Wildbienen ihre Gänge graben, ohne dass alles sofort wieder in sich zusammenfällt. Bereits im vergangenen Jahr war dort eine Senke ausgehoben worden. Jetzt wird die Fläche mit kleinen Hügeln weiter modelliert, damit Regenwasser besser versickern kann und sich keine Mulden bilden, in denen die Tiere gefährdet wären. Später soll auch ein Schild erklären, warum dieser Bereich so angelegt wurde und weshalb er eben nicht zum Spielen oder Graben gedacht ist.

Die Aktion war zugleich praktische Arbeit und Einladung an die Bürgerschaft. Zwischen 10 und 12 Uhr konnten Interessierte vorbeikommen, mithelfen und sich Tipps für den eigenen Garten holen. Die Mitarbeitenden der Stadt erläuterten dabei auch ihr Blühkonzept und zeigten, wie sich die Fläche in Zukunft weiterentwickeln soll.

Dass so ein Projekt Zeit braucht, wurde vor Ort ebenfalls deutlich. Solche Veränderungen sprechen sich nicht von heute auf morgen herum. Netzwerke müssten wachsen, Anwohnerinnen und Anwohner langsam eingebunden werden, und oft dauere es, bis Menschen ihre bequeme Couch verlassen und selbst mit anpacken. Doch genau darauf setzen die Beteiligten: auf Geduld, Wiederholung und darauf, dass aus ersten Einsätzen nach und nach eine gemeinsame Sache wird.

Auch an anderen Stellen wird bereits weitergedacht. So soll beim nächsten Termin am 18. April unter anderem an einer kleinen Mauer weitergebaut werden. Die dafür verwendeten Steine stammen von der Baustelle an der Denkmalstraße – auch hier also Recycling direkt aus Hattingen.

Am Schützenplatz entsteht damit kein geschniegelt geplantes Schmuckbeet, sondern etwas viel Spannenderes: ein Ort, der mit den Jahren wachsen darf, aus gebrauchten Materialien, mit Ideen aus der Nachbarschaft und mit dem Ziel, Natur mitten in der Stadt mehr Raum zu geben.

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