Hattingen – Samstag, 10. Januar 2026, Bürgerzentrum Holschentor. Draußen ist Januar, drinnen versucht Hattingen etwas Neues: Der Sportflohmarkt feiert Premiere. Und Premieren sind immer ein bisschen wie ein Sprung ins Ungewisse – schmaler Grat zwischen „läuft!“ und „warum haben wir das gemacht?“.
Wer an diesem Vormittag durch die zwei Räume schlenderte, merkte schnell: Es war klein – aber nicht kleinlich. Zehn Teilnehmer hatten ihre Stände aufgebaut, das Angebot war bunt gemischt. Mal sehr speziell, mal ein Volltreffer. Da standen zum Beispiel Skischuhe in Größe 46 – nichts für die breite Masse. Direkt daneben aber ein Fund, bei dem man kurz auf den Preiszettel schauen musste, um sicherzugehen: ein roter Ski-Anorak „vom allerfeinsten“ für 15 Euro. Schnapper-Alarm. Und auch ein Zimmer-Trampolin fand einen neuen Besitzer.
Turnanzüge, die ein zweites Leben bekommen
Das Herzstück – und wahrscheinlich der stärkste Beweis dafür, dass diese Idee funktioniert – stand im Bürgercafé: eine riesige Auswahl für Turnerinnen und Mädchen aus der Rhythmischen Sportgymnastik. Eine Trainerin hatte über längere Zeit gesammelt, sortiert und den Stand organisiert. Der Gedanke dahinter ist so simpel wie gut: Der Erlös fließt zurück in den Verein, davon werden neue Dresses für die Sportler gekauft. Kreislauf statt Kellerkiste.
Hot Dogs? Hätte man mal früher sagen sollen …
Im Bürgercafé gab es Hot Dogs – nur wussten das offenbar nicht alle. Am Ende wurden sogar welche verschenkt, weil niemand damit gerechnet hatte. Das ist so ein typisches Premieren-Ding: Die Idee ist da, aber sie muss sich noch rumsprechen. Und genau das ist der Punkt.

„Klein gehalten – aber schön schnuckelig“
Im Gespräch nach der Veranstaltung klang vor allem eines durch: Zufriedenheit – und Lust auf mehr. „Für einen Anfang war das schön, schnuppelig“, hieß es aus dem Organisationsteam. Und: Es soll weitergehen. Ob wieder im Januar oder eher im Frühling oder Herbst, ist noch offen – das will man in Ruhe besprechen.
Auch über den Charakter wird nachgedacht. Es gab die Idee, das Angebot notfalls zu mischen – 60 Prozent Sport, 40 Prozent „anderes“. Aber die klare Tendenz: Wenn schon Sportflohmarkt, dann Sportflohmarkt. „Wir haben genug Sport in Hattingen“, sagt der Stadtsportverband – und eigentlich spricht alles dafür, genau da anzusetzen.
Denn: Hattingen hat deutlich mehr Sportarten als das, was diesmal an Ständen vertreten war. Handball, Fußball, Boxen, Skater-Szene – da steckt richtig Material drin. Die Vision klingt gut: Nicht unbedingt einzelne Leute mit ein paar Teilen, sondern Gruppen, Teams oder Altersklassen, die gemeinsam einen Tisch machen. Skater, die Rollen, Achsen und Zubehör anbieten. Vereine, die Sammelaktionen starten. Dann wird aus „klein, aber nett“ schnell „voll, lebendig, richtig gut“.
Fazit: Kein Desaster – eher ein Startschuss
Vielleicht sah es nicht nach „Riesenandrang“ aus – aber für eine Premiere war das ein Erfolg. Die Grundidee ist stark: Sportausrüstung ist teuer, Kinder wachsen raus, Schränke quellen über – und gleichzeitig gibt es genug Menschen, die genau solche Sachen suchen.
Der zweite Sportflohmarkt kommt. Mit mehr Vorlauf, mehr Vereinen, mehr Sichtbarkeit – und dann wird man sehen, was in dieser Idee wirklich steckt. Spoiler: ziemlich viel.






























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