Gefährliches Pflaster für Musikliebhaber: Erste Vinylbörse im Holschentor lockt viele Besucher an

Erste Vinylbörse im Holschentor © ruhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen – Zehn Tische, Kisten voller schwarzer Scheiben, dazwischen ein paar CDs, Tourplakate und jede Menge Gespräche über Pressungen, Lieblingsplatten und vergriffene Schätze: Die erste Vinylbörse im Holschentor hat genau das geliefert, was man sich von so einem Sonntag erhofft. Ein bisschen Nostalgie, ein bisschen Jagdfieber – und für manche sehr wahrscheinlich auch die feste Absicht, eigentlich nichts kaufen zu wollen.

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Denn wer einmal vor sauber sortierten Plattenkisten steht, so ordentlich aufgereiht wie früher im guten alten Plattenladen, spürt schnell dieses alte Kribbeln in den Fingerspitzen. Selbst dann, wenn der eigene Plattenspieler längst im Keller steht und die Vinylsammlung seit Jahren eingemottet ist. Der Vorsatz ist dann schnell formuliert: Nein, ich kaufe keine Platte. Bleib standhaft. Aber eine Vinylbörse ist ein gefährliches Pflaster.

Organisiert wurde die Veranstaltung vom Hattinger Vinylstammtisch, der sich seit rund einem Jahr jeden ersten Donnerstag im Monat im Kleinen Café in der Altstadt trifft. Fünf Aussteller aus dem eigenen Kreis und fünf externe Anbieter waren am Sonntag im Holschentor dabei. Wichtig war den Organisatoren dabei ein klares Konzept: verkauft werden sollte von privat an privat. Professionelle Händler waren bewusst nicht zugelassen.

Vinylbörse im Holschentor © ruhrkanalNEWS (Fotos: Holger Grosz)

Der Aufwand im Vorfeld war groß, wie einer der Organisatoren im Gespräch berichtete. Unterstützung kam auch von der Stadt. Flyer und Plakate wurden gedruckt, Werbung wurde an vielen Stellen sichtbar gemacht. „Bessere Werbung kannst du nicht haben“, hieß es vor Ort. Und die Mühe zahlte sich offenbar aus.

Denn schon kurz nach Beginn wurde es voll. „Um 11 Uhr ging es schlagartig los“, sagte der Veranstalter. Zwischen 11 und 13 Uhr sei richtig Betrieb gewesen. Mit diesem Zulauf habe man in der Form nicht gerechnet. Nach der Mittagszeit flaute es kurz ab – wohl auch, weil viele Besucher erst essen oder Kaffee trinken gingen –, doch die Hoffnung auf eine zweite Welle am Nachmittag blieb.

Auffällig war dabei, was besonders gefragt war: Nicht die Schnäppchenkisten, sondern gerade die höherpreisigen Platten liefen gut. Seltene und begehrte Ausgaben hatten sichtbar ihre Liebhaber gefunden. „Die Leute haben Geld für Schallplatten. Und geben es auch aus“, sagte der Organisator mit einem hörbar zufriedenen Unterton.

Dass das Konzept ankam, zeigte sich auch daran, dass bereits über eine Fortsetzung nachgedacht wird. Noch in diesem Herbst oder spätestens im kommenden Frühjahr könnte die nächste Vinylbörse stattfinden.

Die erste Auflage im Holschentor war damit mehr als nur ein Versuch. Sie war ein Treffpunkt für Sammler, Musikverrückte und alle, die beim Blick in eine Plattenkiste plötzlich wieder wissen, wie sich Vorfreude anfühlt. Zwischen Rock, Pop, Raritäten und Erinnerungen wurde am Sonntag nicht nur gestöbert, sondern auch ein Stück Musikkultur gefeiert – ganz analog, ganz direkt und mit diesem besonderen Charme, den Streaming eben nie haben wird.

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