Afrikanische Schweinepest: Erster Fall im Hochsauerlandkreis

Das Kreishaus in Schwelm (Archivfoto: Strohdiek)

Ennepetal-Ruhr-Kreis – Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in Nordrhein-Westfalen weiter aus – nach bestätigten Fällen in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein hat sich jetzt auch ein Verdachtsfall im Hochsauerlandkreis bestätigt. Gefunden wurde der Kadaver des Wildschweins in der Nähe von Störmecke bei Schmallenberg, nordöstlich und knapp außerhalb des bisherigen Kerngebiets. Aktuell stimmen der Hochsauerlandkreis, das Landesamt für Verbraucherschutz und Ernährung und das Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz (MLV NRW) ab, ob die Schutzzonen möglicherweise ausgeweitet werden.

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„Auf uns im Ennepe-Ruhr-Kreis wirkt sich der erste Fall im Hochsauerlandkreis aktuell nicht aus. Es könnte allerdings sein, dass das Land in den nächsten Tagen Auflagen macht, von denen wir betroffen sein könnten“, macht Barbara Paß, stellvertretende Amtstierärztin im Veterinäramt des Ennepe-Ruhr-Kreises deutlich.

NRW-weit sind nach Angaben des MLV seit Juni letzten Jahres mehr als 38.000 Tiere auf das ASP Virus getestet worden – 345 von ihnen positiv. Betroffen waren bisher die Kreise Olpe und Siegen-Wittgenstein, seit Ende letzter Woche jetzt auch der Hochsauerlandkreis.

„Die Ergebnisse unserer Proben – im Schnitt rund 20 pro Woche – waren bisher erfreulicherweise alle negativ. Parallel gehen wir seit Monaten jedem Hinweis auf ungewöhnliche Vorkommnisse oder Erkrankungserscheinungen bei Schwarzwild aus Jägerschaft und Bevölkerung nach“, berichtet Paß. Hierzu hätten im letzten und im laufenden Jahr auch tot aufgefundene Wildschweine gezählt, Hinweise auf den Ausbruch der Krankheit auch hier komplette Fehlanzeige.

Ebenfalls im Blick haben die Beschäftigten des Kreisveterinäramtes die Halter von Hausschweinen. Davon gibt es im Ennepe-Ruhr-Kreis aktuell 47, sie halten rund 3.700 Tiere – die beiden größten Betriebe haben deutlich mehr als 100 Tiere. Die Halter wurden auf das Näherkommen der ASP sowie die Bedeutung des Schutzes ihrer Bestände hingewiesen. Dazu zählt es, Stallanlagen sowie die Lager von Futter und Streu einzuzäunen, Ställe mit Hygieneschleusen auszurüsten sowie Personen- und Fahrzeugverkehr auf dem Betrieb zu begrenzen. Auch Hobbyhalter sollten höchste Vorsicht walten lassen.

„Unser gemeinsames Ziel muss es weiterhin sein, das mögliche Ausbreiten der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern und hier insbesondere die Hausschweinebestände zu schützen und so die Betriebe vor Restriktionen zu bewahren“, betont Paß. Als größte Gefahrenquelle nennt sie den direkten Kontakt mit Kadavern infizierter Tiere sowie Fahrzeuge, Jagdausrüstung, landwirtschaftliche Geräte oder Kleidung, an denen sich das Virus befindet.

Für den Fall eines positiven Befundes bei Schwarzwild im Kreis würde eine Jagdruhe angeordnet. Auf diese Weise soll das Aufschrecken erkrankter Tiere verhindert werden. Parallel würde – wie aktuell im Hochsauerlandkreis – rund um den Fundort gezielt nach Kadavern gesucht. Zudem wäre zu entscheiden, welche Bereiche eingezäunt werden sollen und wo Schwarzwildbestand komplett zu erlegen ist.

Bürgerinnen und Bürger, die tote Wildschweine finden, sollten dies sofort melden. Die Ansprechpartner des Veterinäramtes im Schwelmer Kreishaus sind unter den Telefonnummer 02336/93 2410, -2404 und -2402 oder per E-Mail zu erreichen. Alternativ kann die Bereitschaftszentrale des Landesamtes für Verbraucherschutz und Ernährung, kontaktiert werden, Tel.: 0201/714488.

Afrikanische Schweinepest

Die ASP ist eine anzeigepflichtige Tierseuche, deren Vorkommen ursprünglich auf Afrika begrenzt war. Sie betrifft ausschließlich Haus- und Wildschweine und ist für den Menschen ungefährlich.

Die Infektion führt zu schweren, aber unspezifischen Symptomen. Häufig sind Fieber, Schwäche, Fressunlust, Bewegungsstörungen und Atemprobleme. Erkrankte Tiere zeigen mitunter eine verringerte Fluchtbereitschaft („Liegenbleiben in der Suhle“) oder andere Auffälligkeiten wie Hautverfärbungen.

Wegen der unspezifischen Allgemeinsymptome ist es schwer zu erkennen, ob sich ein Tier mit dem ASP-Virus infiziert hat oder andere Krankheiten vorliegen. Um in Verdachtsfällen eine Infektion zu bestätigen, müssen die Tiere daher auf das Virus getestet werden.

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