Hattingen – Eine neue Hattingen zu Fuss-Stadtführung widmet sich als Vorgucker auf die IGA 2027 der Gartenstadt Hüttenau im Hattinger Stadtteil Welper. Der Rundgang zeigt, wie eine Reformidee aus England zu Beginn des 20. Jahrhunderts auch im Ruhrgebiet neue Maßstäbe für das Wohnen von Arbeiterfamilien setzte. Stadtführer Lars Friedrich: „Unterwegs gibt es dann noch ein kleines Wegbier, das den historischen Rundgang auf passende Weise begleitet.“
Die Gartenstadt-Idee entwickelte der britische Sozialreformer Ebenezer Howard im Jahr 1898 als Antwort auf überfüllte Industriestädte. Sein Konzept: gesunde Wohnverhältnisse im Grünen, kombiniert mit moderner Infrastruktur und sozialer Verantwortung. In Hattingen griff der Welperaner Amtmann Karl Thiel diese Idee auf. 1909 initiierte er die Gründung der Genossenschaft Gartenstadt Hüttenau und gewann den Darmstädter Architekturprofessor Georg Metzendorf für die Planung der Siedlung. Metzendorf hatte sich zuvor bereits mit der Essener Margarethenhöhe einen Namen gemacht.
Auf rund 38 Hektar Fläche entstanden in Welper in kurzer Zeit mehr als 400 Häuser. Für damalige Verhältnisse boten die Wohnungen einen außergewöhnlichen Komfort: fließendes Wasser, ein separates Bad, Stromanschluss und eine zentrale Heizungsanlage gehörten zur Standardausstattung. Zu jedem Haus gehörte außerdem ein eigener Garten. „Diese grüne Stadtteilführung durch Welper macht richtig Lust auf die Internationale Gartenausstellung IGA 2027, die vom 23. April bis zum 17. Oktober 2027 im Ruhrgebiet stattfindet“, freut sich Friedrich.
Bis heute ist die ursprüngliche Gestaltung der Siedlung gut erkennbar. Wegen ihrer architektonischen und sozialgeschichtlichen Bedeutung ist die Gartenstadt Hüttenau auch Teil der Themenroute „Arbeitersiedlungen“ der Route Industriekultur. Die neue Hattingen zu Fuss-Führung richtet sich an Kleingruppen von 5 bis 15 Personen und kann ab sofort per Mail angefragt werden.




























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