Hattingen/Witten – Eine 43-jährige Hattingerin (Name der Redaktion bekannt) ist empört. Mitten in der Nacht sollte sie mit ihrer 6 Monate alten Tochter aus dem Privatzimmer des Marien Hospitals in Witten in ein Spielzimmer verlegt werden. In einer unserer Redaktion vorliegenden Stellungnahme äußert ein Mitglied der Geschäftsleitung der St. Elisabeth Gruppe Verständnis dafür, dass die Situation für die Hattingerin nicht angenehm und nicht optimal war und dass dieses dem Krankenhaus sehr leid tut. Allerdings begründet das Krankenhaus die nächtliche Verlegung.
Mitte Februar wurde die 43-jährige mit ihrer 6-Monate alten Tochter in das Wittener Krankenhaus eingewiesen, nachdem das Baby von einer Katze in den Fuß gebissen wurde und die Entzündung sich verschlimmert hatte. Als Privatpatienten wurden Mutter und Tochter ein Einzelzimmer zugewiesen.
Nächtliche Verlegung in ein „Spielzimmer“
Nach zwei Tagen guter Betreuung und Behandlung kam dann am dritten Tag der Schock. Gegen 23 Uhr, so die Hattingerin im Pressegespräch, wurde plötzlich die Tür zu unserem Krankenzimmer aufgerissen, wir wurden geweckt und aufgefordert, unsere Sachen zu packen, da wir sofort in ein „Spielzimmer“, welches kein reguläres Krankenzimmer ist, verlegt werden sollten.
Als Grund wurde mitgeteilt, es gäbe noch ein Kind, welches „kranker“ sei als meine Tochter. Wir sollten die Nacht im Spielzimmer verbringen, wir würden ja eh am nächsten Morgen nach Gabe der Antibiotika, die über einen intravenösen Zugang am Kopf des Säuglings verabreicht wurde, nach Hause gehen und so krank sei meine Tochter nicht.
„Somit entstand bei mir der Eindruck, dass meine kleine Tochter vom Krankenhaus nicht mehr als behandlungsbedürftige Patientin betrachtet wurde, sondern unsere Verweildauer lediglich einer Kostendeckung des Krankenhauses dienen sollte“, so die Hattingerin. Auf ihre Frage an das Krankenhaus, wer den nächtlichen „Umzug“ angeordnet hatte, bekam sie keine Auskunft.
Nun ist das Spielzimmer im Krankenhaus bekanntermaßen kein reguläres Krankenzimmer, da zahlreiche Kinder mit verschiedensten Erkrankungen dort tagsüber spielen, von der Hygiene ganz zu schweigen, wenn ein infiziertes Baby nachts in so einen Raum verlegt wird.
„Bestmögliche Versorgung kleiner Patienten“
Auf der Internetseite des Krankenhauses liest man von einer „bestmöglichen Versorgung“ der kleinen Patienten. „Der Schutz der Intimsphäre und die Einhaltung der notwendigen Ruhezeiten kann hier wohl nicht zutreffend gewesen sein“, so die Hattingerin.
Auf Anfrage unserer Redaktion an das Krankenhaus teilte uns die Geschäftsleitung der St. Elisabeth-Gruppe der Katholischen Kliniken Rhein-Ruhr mit, dass die medizinische Versorgung im Marien Hospital Witten im Vordergrund steht. „Wir nehmen Menschen auf, die medizinisch stationär behandelt werden sollten. Kommen Menschen als Notfall in das Marien Hospital Witten, kann dies bedeuten, dass andere Patienten unabhängig von der Uhrzeit innerhalb der Station oder des Hauses verlegt werden. Die behandelnden Ärzte entscheiden anhand des Gesundheitszustands und der Therapie, welche Patienten verlegt werden“, so die Geschäftsleitung der St. Elisabeth Gruppe.
Und wie ging es weiter?
Die Hattingerin packte dann kurzerhand ihre Sachen zusammen und verließ mitten in der Nacht mit ihrem 6 Monate alten Baby das Krankenhaus und fuhr nach Hause. „Entlassung auf eigenen Wunsch“ heißt dieses dann im Entlassungsbericht. Der eigentlich vom Krankenhaus initiierte Grund taucht in keinen Entlassungsunterlagen mehr auf.
„Ich wäre ja sogar einverstanden gewesen, wenn man uns für eine Nacht noch ein Bett mit einem weiteren Kind in unser Zimmer zugestellt hätte, sagt 43-jährige. Das Krankenhaus erläutert in einer schriftlichen Stellungnahme dazu, dass das Einzelzimmer der Hattingerin nicht groß genug gewesen sei, um dort ein weiteres Kind und dessen Mutter zusätzlich unterzubringen.
Zum Schluss eine positive Nachricht, dem 6 Monate alten Baby geht es wieder gut. Auch die Rechnung des Krankenhauses über mehrere Tausend Euro kam unverzüglich, auf eine Entschuldigung bzw. eine Stellungnahme des Krankenhauses nach ihrer schriftlichen Anfrage wartet die Hattingerin allerdings immer noch.


























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