Hattingen – „Frank singt hier nicht mehr. Der geht in Rente. Das ist in einer anderen Stadt!“ So trocken brachte es ein Fünfjähriger aus dem Kindergarten auf den Punkt – und traf damit mitten ins Herz dieses Abends. Denn ja: In der St.-Georgs-Kirche wurde am Freitag, 23. Januar 2026, Abschied gefeiert. Aber eben keiner von der Sorte „Tür zu, Licht aus, nächster bitte“. Sondern einer, der nach Leben roch. Nach Begegnung. Nach Hattingen.
Wer heute um 18 Uhr zur St.-Georgs-Kirche kam, bekam keine gut gemeinte Kulisse – sondern ein volles Haus. Voll heißt: wirklich voll. Alle Plätze besetzt, Stehplätze inklusive. Und das Bemerkenswerte: Hier saßen nicht nur die Ü60-Reihen, die man bei Abschieden oft erwartet. Kinder, Jugendliche, Familien, Menschen mittleren Alters, Senioren – ein Querschnitt durch die Stadt. Als gefragt wurde, wer schon einmal bei einer Segelfreizeit am Brahmsee dabei war, ging fast jede zweite Hand nach oben. Ein kurzer Moment – und doch ein Bild dafür, wie viele Spuren dieser Pfarrer über Jahrzehnte hinterlassen hat.
Seit 1989 war Frank Bottenberg als Pfarrer in Hattingen und Sprockhövel aktiv, zuletzt seit 2006 in der St.-Georgs-Kirchengemeinde. Und wer ihn kennt, weiß: Er hat nicht nur Termine verwaltet, sondern Ideen gezündet. Projekte, die oft klein anfingen – und dann ihre eigene Dynamik bekamen. So wie heute diese große Party, die vielleicht gar nicht als „groß“ geplant war, aber ganz von allein wuchs. Weil Menschen kamen. Und noch mehr Menschen. Weil viele etwas loswerden wollten, was im Alltag selten genug gesagt wird: Danke.
Danke für einen Glauben, der nicht im Schaukasten stehen blieb, sondern rausging – zu den Menschen. Gottesdienst auf dem Wochenmarkt? Ja. Ein Oldtimer-Shuttleservice im Lockdown für Konfirmanden? Auch das. Gottesdienst auf der Ladefläche eines LKW? Hat es gegeben. Und die Liste ließe sich weiterführen.
Frank Bottenberg geht in den wohlverdienten Ruhestand. Oder wird es ein Unruhestand? Wer ihn erlebt hat, ahnt: Still wird es wahrscheinlich nicht. Und der kleine Dreikäsehoch aus dem Kindergarten lag zwar herrlich überzeugt daneben – denn Frank ist nicht „in einer anderen Stadt“. Er bleibt hier. Unter uns. Und damit bleibt auch diese gespannte Neugier: Was kommt als Nächstes?
Am Ende dieses Abends stand ein Satz, der nicht pathetisch sein musste, weil er stimmt:
Danke, Frank. Für die schöne Zeit.






























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