AWO Winz-Baak startet „Gleitzeit“: Kreativ sein – ohne auf die Uhr zu starren

Gleitzeit bei der AWO Winz-Baak © RuhrkanalNEWS (Foto: Holger Grosz)

Hattingen –  Nachwuchssorgen kennt nicht nur der Sportverein – auch die AWO-Ortsgruppe Winz-Baak spürt, dass klassische Treff-Zeiten heute oft nicht mehr passen. Wer arbeitet, Kinder betreut oder einfach nicht mehr „pünktlich um drei“ funktionieren will, bleibt schnell außen vor. Die Antwort darauf heißt jetzt „Gleitzeit“ – ein neues Kreativ-Angebot im Bürgertreff Winz-Baak. Die Idee ist so simpel wie klug: Es gibt ein Zeitfenster – und jeder kommt, wann es für ihn passt.

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„Es ist kein Anfangs- oder Endzeitpunkt – man kann kommen, wenn man will und gehen, wenn man will“, erklärt Brigitte Krüger von der AWO. Genau diese Flexibilität soll Hemmschwellen abbauen. Kein Gefühl mehr von „zu spät“, kein Stress, weil die Tür gleich zu ist. Stattdessen: reinkommen, Kaffee trinken, mitmachen, gucken, quatschen.

Ein Zeitfenster für Alltag und Lust

Die neue „Gleitzeit“ läuft im 14-tägigen Rhythmus, jeweils mittwochs von 15 bis 19 Uhr – im Bürgertreff Winz-Baak, Regerstraße 33 (Schulhof, Zugang über Wagnerstraße). Start war am Mittwoch, 21. Januar 2026. Willkommen ist ausdrücklich jede und jeder – egal ob berufstätig, in Rente, nur kurz auf einen Kaffee oder mit Zeit für einen ganzen Nachmittag.

Frau Krüger erzählt, warum das Angebot nötig wurde: Früher gab es bereits einen Kreativtreff – aber der schrumpfte. „Da kamen kaum noch Menschen … sind verstorben oder weggezogen“, sagt sie offen. Also wurde im Vorstand überlegt: Wie kriegt man wieder Leben rein? Wie wird das Angebot wieder ein Ort, an dem man sich begegnet – ohne Druck?

Wolle, Nadeln – und alles, was jemand mitbringt

Beim Blick auf die Tische wird schnell klar: Hier geht’s nicht um ein starres Programm, sondern um Möglichkeiten. „Ich sehe hier sehr viel Wolle“, sagt Krüger – Stricken und Häkeln gehören dazu. Aber eben nicht nur.

Gestickt werden kann auch: Decken, klassische Muster, sogar Hardanger – eine norwegische Sticktechnik. Und wenn jemand etwas anderes kann, ist das ausdrücklich erwünscht: „Alles, was ich kann, kann ich vermitteln. Und wenn andere irgendwelche Fähigkeiten haben: Die sollen sie mitbringen – und können es uns beibringen. Learning by doing.“

So entsteht aus einem Treffen schnell eine kleine Tauschbörse für Können, Geduld und gute Laune: Die eine zeigt einen neuen Maschenanschlag, der nächste erklärt eine Technik, die man ewig nicht mehr gemacht hat. Und wer gar nichts „produzieren“ will, trinkt eben nur einen Kaffee – auch das ist Teil des Konzepts.

Bingo im Wechsel – mit Kuchen aus Bommern

Die AWO ist übrigens jede Woche mittwochs im Bürgertreff präsent. Im 14-tägigen Wechsel gibt es neben der neuen Gleitzeit auch Bingo – eine feste Runde für ältere Teilnehmende, „von 14:30 Uhr bis 16:30 Uhr“. Und dann fällt dieser Satz, der im besten Sinne nach Zuhause klingt: „Den super leckeren Kuchen hole ich extra aus Bommern – von der Holzofenbäckerei.“ Drei Bingo-Runden, als Preis etwas Süßes – „nichts Kommerzielles, einfach nur Spaß“.

Mehr als Basteln: ein Ort gegen Einsamkeit

Was hier entsteht, ist mehr als Handarbeit. Es ist ein Angebot gegen das leise Verschwinden von Gemeinschaft. Ein Raum, den die Stadt Hattingen der AWO unentgeltlich zur Verfügung stellt, und in dem Ehrenamtliche versuchen, Begegnung wieder leicht zu machen.

Und: Die AWO denkt weiter. Einmal im Jahr gab es zuletzt auch einen Acrylmalkurs – als Acht-Wochen-Kurs, freitags von 17 bis 19 Uhr, geleitet von einer engagierten Künstlerin, die Grafik und Design studiert hat. Auch da wieder der Gedanke: Zeiten so legen, dass nicht nur Rentnerinnen und Rentner eine Chance haben.

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