Sprockhövel – Die Ortsumgehungsstraße Glückauf-Allee (L70n) ist inzwischen akzeptiert und fester Bestandteil des örtlichen Straßenverkehrs geworden, zumal dadurch die Hauptstraße spürbar entlastet wird. Wann aber werden die noch fehlenden Bäume entlang der Glückauf-Allee gepflanzt. RuhrkanalNEWS hat recherchiert.
Rückblick: Seit vielen Jahren bzw. Jahrzehnten wurde die Ortsumgehungsstraße L70n (Glückauf-Allee) für Niedersprockhövel geplant, am 04. März 2024, also vor gut 22 Monaten in Betrieb genommen.

Ortsumgehung Glückauf-Allee: Am 19. Dezember 2018 erfolgte der symbolisch erste Spatenstich für die Ortsumgehung L70n, mit dem damaligen NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst, der heute NRW-Ministerpräsident ist. (Archiv-Foto: Höffken)
In seiner Funktion als früherer NRW-Verkehrsminister hatte Hendrik Wüst (CDU) am 19. Dezember 2018 beim symbolisch ersten Spatenstich die damaligen Kosten für die ca. 1.100 Meter lange Umgehungsstraße mit knapp 4,3 Millionen Euro beziffert und für die Bauzeit etwa zwei Jahren angegeben. Nun gut, aus zwei Jahren wurden fast sechs Jahre und die damals genannten Kosten haben sich laut Straßen NRW zu einem Auftragsvolumen von über 12,5 Millionen Euro entwickelt.
Im Zusammenhang mit dem Bau der neuen Umgehungsstraße wurden vor Jahren zahlreiche Bäume auf dem Trassen-Gelände gefällt. Es wurde seitens StraßenNRW zugesagt, nach Fertigstellung eine Ersatzbepflanzung vorzunehmen. In diesem Zusammenhang wurde auch ein landschaftspflegerischer Begleitplan (LBP) erstellt und vom NRW-Ministerium genehmigt.
Schließlich filtern Bäume Schadstoffe und produzieren Sauerstoff, speichern CO₂ dienen zur Klimaregulierung und spenden Schatten. Bereits jetzt empfinden es Spaziergänger auf der Wandertrasse parallel zur Glückauf-Allee im Sommer recht heiß, wenn fehlende Bäume keinen Schatten spenden.

L70N- Landschaftpflegerischer Begleitplan der L70N (Plan/Foto: StraßenNRW/Stadt Sprockhövel)
Auf diesem Plan sind deutlich zahlreiche Baumanpflanzungen zu ersehen. Aber wo bleiben die Bäume?
Nach Durchführung eines zweistufigen Onlinebeteiligungsverfahren über das Beteiligungsportal des Landes NRW hatte der Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Verkehr, öffentliche Sicherheit und Ordnung in seiner Sitzung am Donnerstag, 09. Februar 2023 beschlossen, der neuen Ortsumgehungsstraße (L70n) den Namen Glückauf-Allee zu geben.
Lange Zeit war Sprockhövel fast reif für das „Guiness-Buch der Rekorde“. In der Stadt gibt es zwar eine „Glückauf-Allee“ mit einer langen „Vorgeschichte“, allerdings stand auf dieser Allee lange Zeit kein einziger Baum.
Bürgerbäume am Rande des Parkplatzes
Im Beisein der Sponsoren und zahlreicher Repräsentanten der Stadtverwaltung erfolgte dann am Mittwoch (08. Januar 2025) die „offizielle Übernahme“ gespendeter Bürgerbäume durch die Stadtverwaltung, die am Rande des Parkplatzes an der Glückauf-Allee gepflanzt wurden und von der Stadtverwaltung unterhalten werden.
Diesen neuen großen Parkplatz neben der Mathilde-Anneke-Schule ließ die Stadtverwaltung bauen. Am Rande dieses Parkplatzes sind jetzt die neuen gepflanzten Bürgerbäume zu sehen. Die vorgesehenen Bäume am Rande der Glückauf-Allee fehlen immer noch.
Monatelang sah man im letzten Jahr regelmäßig Vermessungstechniker von StraßenNRW entlang der Glückauf-Allee bei ihrer Arbeit. Rote Vermessungslatten zeugen immer noch von den Tätigkeiten.
„Die Vermessung der L70n ist erfolgt und wird derzeit aufbereitet. Die Daten werden dann dem zuständigen Katasteramt übermittelt und bilden die Grundlage für die Anpassung des landschaftspflegerischen Begleitplans (LBP). Hierzu werden weiterhin Abstimmungen mit den zuständigen Landschaftsbehörden geführt. Für die bereits ermittelten, möglichen Standorte für die Ersatzbepflanzungen, die sich im Eigentum des Regionalverbands Ruhr (RVR) befinden, laufen derzeit Verhandlungen über den Grunderwerb“, so die Antwort der Pressestelle Landesbetrieb Straßenbau NRW vom 09. Januar 2026 auf erneute Anfrage unserer Redaktion.
„Wir machen Fortschritte“, sagte auch Geschäftsbereichsleiterin Susanne Görner von der Stadtverwaltung, die in das langwierige Verfahren eingebunden ist. Auch wenn man bereits einige mögliche Baum-Standorte im Bereich der Zufahrt zum Gewerbegebiet Hombergstraße als möglicherweise geeignet hält, wird es noch etwas bis zur möglichen Baumanpflanzung dauern, da der angepasste landschaftspflegerische Begleitplan (LBP) erst vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen wieder genehmigt werden muss.
Warum alles so lange dauert und nicht schon direkt am Ende der Bauphase erfolgte, kann keiner der Akteure erklären.
Auch das abrupte Ende des (teuer) gepflasterten Weges am Rande der Glückauf-Allee rechts vor der Brücke, der viele Spaziergänger dann den Hang „hinaufklettern“ lässt, stört wohl keinen Planer und keinen Kommunalpolitiker mehr. Interessant ist auch der Bürgersteig vor der Zufahrt zum Gewerbegebiet Hombergstraße, der erst knapp zwei Meter verlängert wurde und dann nicht weiter geführt wird. Auch von der Haßlinghauser Straße aus gehen Spaziergänger über den Randstreifenbereich, da ein Fußweg beidseitig nicht vorgesehen ist.
Bleibt zu hoffen, dass die zugesagten Bäume entlang der Glückauf-Allee in Sprockhövel noch in diesem Jahr gepflanzt werden.


































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