WETTERANER ERHÄLT VERDIENSTORDEN

Ennepe-Ruhr-Kreis- Mehr als Werner Walther mit seinen Möglichkeiten für das Gemeinwohl tut, geht nicht. Wenn einer das Bundesverdienstkreuz zu Recht erhält, ist er es. Landrat Olaf Schade ließ keinen Zweifel aufkommen: „Was der Wetteraner in den letzten Jahrzehnten ehrenamtlich für Menschen mit Behinderungen geleistet hat, ist aller Ehren wert, so der Landrat und fügt weiter an, „als Hausmeister sind Sie im Berufsbildungswerk quasi das Mädchen für alles. Aber seien Sie sicher, Sie sind mehr. Für alle, die von Ihrem Engagement profitiert haben und noch profitieren, sind sie ein Held.“

Aus Hessen kommend fand Walther 1974 in der Evangelischen Stiftung Volmarstein eine Beschäftigung. Schnell wurde deutlich: Hier engagiert sich jemand weit über das hinaus, was am Arbeitsplatz erwartet werden darf. Nach Dienstschluss und damit in seiner Freizeit organisierte er Aktionen und Ausflüge für die schwerstbehinderten Bewohner. „Mit seiner ihm eigenen Überzeugungskraft überzeugte er viele, sein Anliegen und seine Ideen zu unterstützen“, so Schade.

Dem Auftakt – einem Sonntagsspaziergang samt Picknick mit 120 alten und behinderten Menschen im Jahr 1978 – folgten Besuche der Fernsehsendungen „Musik ist Trumpf“ und „Die Hitparade“ sowie von Veranstaltungen in der Dortmunder Westfalenhalle. „Dabei“, so hob der Landrat hervor, „sorgte Werner Walther nicht nur für die Karten. Er kümmerte sich auch um den Transport und die Betreuung vor Ort. Und wenn die Gruppen mitten in der Nacht zurück in Wetter waren, brachte er viele Bewohner noch ins Bett.“

Bedingt durch einen Aufgabenwechsel innerhalb der Stiftung rückten für Walther ab 1998 die körperbehinderten Jugendlichen stärker in den Blickpunkt. Er stellte sich die Frage, was er machen kann, damit sie ihre Freizeit sinnvoller gestalten können. Seine Antworten waren und sind vielfältig. Drei Beispiele: Er fährt die Kicker des Berufsbildungswerkes zu Turnieren, er stellt seinen Garten für Feiern zur Verfügung und er begleitet Jugendliche mit hohem Pflegebedarf zum evangelischen Kirchentag.

Zudem hat er als Volunteer von Borussia Dortmund, wo er bei Heimspielen Zuschauer mit Behinderungen betreut, Zugriff auf Restkarten. Diese gibt er an die Bewohner des Berufsbildungswerkes weiter und ermöglicht ihnen einen unvergesslichen Fußballnachmittag. „Angereist“, so Schade, „wird dabei natürlich in einem von Werner Walther kostenfrei beschafften rollstuhlgerechten Bus.“

Seit 2012 untrennbar mit dem Namen Walther verbunden ist auch ein Benefiz-Fußballturnier, das auf dem Sportplatz des ABUS Firmengeländes stattfindet. Bevor der Ball rollt, wirbt Walther stets um Unterstützung. Erfolge: Der Transport der Mannschaften ist geregelt, Getränke und Grillfleisch, Trikots und Schuhe sind vorhanden und es können Pokale übergeben werden. „Das Rezept für diese sowie alle anderen vom 63-jährigen organisierten Veranstaltungen lautet: Teilnehmer, Sponsoren und die stets vielen freiwilligen Helfer rücken auf eine ganz besondere Weise zusammen, haben gemeinsam Spaß, lernen sich kennen und bauen so auch Barrieren ab“, betonte der Landrat.

Als weitere Angebote aus dem „Walther-Programm-für-Menschen-mit-Behinderungen“ nannte er noch die in Zusammenarbeit mit dem Lions Club durchgeführten Fahrten ins Bochumer Planetarium und die barrierefreie Besuche im Stadion des BVB. Und, seit letztem Jahr ganz neu, die Segelnachmittage, die durch ein barrierefreies Boot möglich werden.

„Wer Werner Walther kennt, der weiß, er ist ein bescheidener Mensch. Ein Mensch, der sich und seine Leistungen nie in den Vordergrund stellt. Einer, der über sich selbst sagt, er halte doch nur die Fäden zusammen. Sympathischer kann ehrenamtliches Engagement nicht sein“, würdigte Schade abschließend.

Das große Bundesverdienstkreuz (Quelle: Wikipedia)

Das große Bundesverdienstkreuz (Quelle: Wikipedia)

Stichwort Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland

Der Verdienstorden ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Er wird an Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen sowie für Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich verliehen. Seit seiner Stiftung durch Bundespräsident Theodor Heuss 1951 wurden etwa 254.000 Menschen auf diese Weise für ihre Leistungen gewürdigt.

Jeder kann die Verleihung des Verdienstordens an einen anderen anregen. Das Schreiben ist formlos an die Staatskanzlei des Bundeslandes zu richten, in dem der Vorgeschlagene wohnt. Die Anregung sollte neben Namen und Anschrift des möglichen Ordensempfängers auch Art und Umfang der Verdienste darstellen und Personen oder Organisationen nennen, die zu dem Vorschlag Stellung nehmen können. Übrigens: Wer seine eigene Auszeichnung anregt, kann nicht mit einer Verleihung des Verdienstordens rechnen.

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