UMFRAGE HILFT BILDUNGSWEGE FÜR SEITENEINSTEIGER ZU OPTIMIEREN

Landrat Olaf Schade informierte sich als Gast der Veranstaltung in Witten über die Erkenntnisse der Umfrage. (Foto: UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis – „Bildungswege begleiten und Schulerfolg gemeinsam unterstützen“ – für das Kommunale Integrationszentrum (KI) des Ennepe-Ruhr-Kreises bedeutet dies, die vielfältigen Ansätze, Herausforderungen und Erfolge bei der Integration von neu zugewanderten Kindern und Jugendlichen in die Schulen in den Blick zu nehmen.  Gerade in den letzten Jahren war dies eine gewaltige Aufgabe. Zwischen Januar 2015 und Oktober 2018 haben die Städte im Ennepe-Ruhr-Kreis insgesamt mehr als 6.300 Geflüchtete aufgenommen. Unter ihnen über 2.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche. „Hinzu kamen weitere schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die aus EU-Staaten oder Drittstaaten zugewandert sind“, berichtet Lale Arslanbenzer, Leiterin des KI.

Während es 2015 galt, die vielen geflüchteten Kinder quasi von jetzt auf gleich in die Schulen aufzunehmen und sehr flexibel zu handeln, wollte das KI im Herbst letzten Jahres wissen, wie es den Schulen mit den so genannten Seiteneinsteigern „ergangen“ ist. Welche Dinge funktioniert haben, was nicht so gut gelaufen ist und wo welche Unterstützung zukünftig helfen könnte. Dazu führten Mitarbeiter an 75 der insgesamt 101 Schulen im Ennepe-Ruhr-Kreis Gespräche mit Schulleitungen, Lehrern und sozialpädagogischen Fachkräften. Der Anteil der Seiteneinsteiger an der Gesamtschülerschaft der Schulen lag dabei zwischen 0,5 und 31 Prozent.

Die Befragten bestätigten vor allem eins: Wenn es um die Integration von zugewanderten Kindern und Jugendlichen in den Schulalltag geht, ist zusätzlicher Deutschunterricht das A und O. Einige Einzelergebnisse: Die Lehrer wünschen sich eine verlängerte gesonderte Förderung in Deutsch. Der aktuell gültige Regelzeitraum von zwei Jahren wird von ihnen als zu kurz bewertet. Zudem sollten die so genannten Sprachfördergruppen auch thematisch mehr mit anderen Fächern verbunden sein. Auf diese Weise würden die zugewanderten Kinder schneller dem gesamten Unterricht folgen können.

2.000 schulpflichtige Kinder und Jugendliche

„Bewährt haben sich den Rückmeldungen zufolge die intensive Zusammenarbeit der Lehrkräfte in Deutschförderung und das Einbinden Ehrenamtlicher , beispielsweise für das mündliche Übersetzen bei Treffen mit den Eltern“, berichtet Projektkoordinator Fabian Koch. Verbesserungspotenzial sehen die Fachkräfte beim Lernmaterial. Hier gelte es, die mehrsprachigen Bücher und Arbeitshefte stärker am Bedarfen der Kinder und Jugendliche auszurichten.

Alle Ergebnisse der Umfrage wurden vom KI zu einem Bericht aufbereitet und auf einer Veranstaltung in Witten mit rund 70 Vertretern aus Schulen, Schulaufsichten und Kreisverwaltung diskutiert. Die Teilnehmer profitierten dabei auch von Erkenntnissen aus dem von der Stiftung Mercator und Ruhrfutur geförderten Projekt, „Zusammen“. Referenten der Universität Duisburg Essen gaben zudem ihre Erfahrungen in einer Workshop Phase weiter.

„Lebhaft diskutiert wurde unter anderem darüber, wie Schüler mit Migrationshintergrund zu einer erfolgreichen Bildungsbiografie geführt werden können, welche Herausforderungen damit verbunden sind, Fachunterricht sprachsensibel zu gestalten und wie Schulen in der Zusammenarbeit mit Eltern von neuzugewanderten Kindern und Jugendlichen durch schriftliche und mündliche Übersetzungsleistungen unterstützt werden können“, berichtet Koch.

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