Hattingen – Eine Taufe muss nicht immer zwischen Kirchenbank, Taufbecken und Orgelpfeifen stattfinden. Am Pfingstmontag 2026 zeigte die Evangelische Kirchengemeinde Hattingen-Sprockhövel in Blankenstein, dass es auch anders geht: mit einem Gottesdienst in der kleinen Evangelischen Kirche an der Burg, einem gemeinsamen Weg durch den Wald und fünf Taufen direkt an der Ruhr.
Los ging es um 10.30 Uhr in der Kirche in Blankenstein. Danach machte sich die Gemeinde gemeinsam auf den Weg. Vom Kirchraum ging es hinunter „Zu den sieben Hämmern“, durch den Wald, bis zum Gelände des Blankensteiner Ruderclubs. Dort war am Steg bereits alles vorbereitet: eine Kerze, eine Taufschale, ein Zinkeimer, ein Hanfseil und die Bibel. Mehr brauchte es nicht, um aus einem Gottesdienst einen besonderen Moment am Wasser zu machen.
Bevor die Taufen beginnen konnten, wurde das Taufwasser nicht einfach aus einer Karaffe gegossen. Zwei Katechumenen nahmen den Zinkeimer, der vorher mit dem Hanfseil verbunden worden war, und schöpften Wasser direkt aus der Ruhr. Sogar ein kleines Algenflöckchen hatte sich darin verirrt. Ruhrwasser eben. Nicht steril, nicht künstlich, sondern genau passend zu diesem Vormittag.
Fünf Taufen standen auf dem Programm, vom Säugling bis zum Teenager. Gestaltet wurde die Tauffeier von Pfarrer Oliver Kallauch und Pfarrer Hansjörg Federmann. Die Atmosphäre war locker, freundlich und familiär. Niemand musste Sorge haben, mit weißen Lackschuhen in die Gänsesch… sagen wir: in das zu treten, was an einem Flussufer eben auch mal liegen kann. Es war kein steifer Pflichttermin, sondern ein Familiengottesdienst, bei dem spürbar war: Die Menschen waren gerne da.
Fotostrecke Taufe an der Ruhr (Fotos: Holger Grosz, RuhrkanalNEWS)
Auffällig war auch, dass nicht nur Säuglinge getauft wurden, sondern vor allem Kinder und Jugendliche. Das sagt etwas über Gemeindearbeit aus. Wenn Kinder und Teenager selbst Teil eines solchen Tages sind, dann ist Taufe nicht nur ein Ritual, das Eltern für ihre Babys organisieren. Dann wird sie zu einer bewussten Station auf einem Weg, den die Gemeinde begleitet.
Die Taufe an der Ruhr war dabei nicht das einzige Open-Air-Angebot der Evangelischen Kirchengemeinde Hattingen-Sprockhövel an diesem Pfingstmontag. Parallel lud die Gemeinde auch zu einer Taufe am Paasbach in Obersprockhövel ein. Dort begann der Gottesdienst am IG-Metall-Bildungszentrum, bevor es mit einem kurzen Waldspaziergang und Stationen zum Paasbach ging.
Und es bleibt nicht bei diesen beiden Terminen. Ein weiterer Open-Air-Taufgottesdienst ist bereits angekündigt: Am 30. August findet um 11 Uhr ein Freibadgottesdienst im Freibad Bleichwiese in Sprockhövel statt. In diesem Gottesdienst wird dann auch Pfarrer Arne Stolorz aus dem Dienst verabschiedet.
In Blankenstein aber blieb an diesem Pfingstmontag vor allem ein Bild hängen: eine Gemeinde auf dem Weg, ein Steg an der Ruhr, ein Zinkeimer am Hanfseil und fünf Menschen, die unter freiem Himmel getauft wurden. Einfach, nahbar und sehr lebendig.






























































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