SCHÜLER KLÄREN ÜBER AIDS UND HIV AUF

Claudia Schonheim, AIDS-Beraterin des Kreises, Geraldine Dura, Youthworkerin der pro familia Beratungsstelle Schwelm und Landrat Olaf Schade (v.l.) schauten sich bei der Präsentation im Kreishaus die Ergebnisse der Aktionswoche an, darunter die von den Jungen und Mädchen aus dem Jugendzentrum Gevelsberg gesammelten Fingerabdrücke (Foto: UvK / Ennepe-Ruhr-Kreis)

Ennepe-Ruhr-Kreis- Tagelang haben sie recherchiert, gebacken, informiert und verkauft: 88 junge Menschen aus dem Ennepe-Ruhr-Kreis haben sich im Vorfeld des Welt-AIDS-Tags intensiv mit dem HI-Virus befasst und ihr Wissen mit Mitschülern und Passanten in Fußgängerzonen geteilt. Zum Abschluss der Aktionswoche stellten sie sich ihre Ergebnisse gegenseitig vor.

Es ist ruhig im Foyer des Kreishauses, als die Wittener Berufsschüler den Anfang machen und in einem PowerPoint-Vortrag erklären, wie man sich mit HIV infiziert, wie man sich davor schützen kann und welche Behandlungsmöglichkeiten es für HIV-Infizierte gibt. Kein Schmunzeln, kein peinlich berührtes Lachen, als die Rede von Sex, Sperma und Kondomen ist. Alle hören aufmerksam zu, sie haben selbst in den vergangenen Tagen immer wieder über das Thema gesprochen.

„Das ist der Vorteil, wenn die Schülerinnen und Schüler sich ihr Wissen im Gespräch mit Fachleuten und durch eigene Recherche erarbeiten“, weiß Geraldine Dura von der pro familia Beratungsstelle Schwelm, die die Aktionswoche gemeinsam mit ihrer Kollegin Maike Sowade aus Witten und Claudia Schonheim, AIDS-Beraterin des Kreises, organisiert und begleitet hat. „Ihren Lehrkräften würden sie bestimmte Fragen nie stellen. So finden sie einen anderen, eigenen Zugang dazu.“

Die Jugendlichen waren eingeladen, ihr neu erworbenes Wissen durch eine Aktion ihrer Wahl mit anderen zu teilen. Die meisten der beteiligten Einrichtungen – die Berufskollegs Ennepetal, Hattingen, Witten und Volmarstein in Wetter sowie die Jugendzentren Schwelm und Gevelsberg und die VHS/DIA gGmbH Gevelsberg – entschieden sich für Vorträge und Infostände mit dem Verkauf von Backwaren. Dafür backten die Jugendlichen Kekse, Waffeln und Kuchen, zum Teil in Schleifenform oder Regenbogenfarben als Symbol der Solidarität mit HIV-Infizierten. Die Einnahmen spendeten sie der AIDS-Hilfe.

Olaf Schade unter den Zuhörern

„Ihr habt euch selbst überlegt, was junge Leute anspricht, und das Thema damit aus der Tabuzone geholt“, lobte Landrat Olaf Schade bei der Präsentation im Kreishaus. „Es ist beeindruckend, wie intensiv ihr euch damit beschäftigt habt.“ So hatten Berufsschülerinnen und Berufsschüler mit dem Schwerpunkt Sozial- und Gesundheitswesen aus Witten gleich fünf große Stelltafeln mit selbstgestalteten Plakaten voller detaillierter Informationen bestückt. ‚Das HI-Virus befällt Makrophagen und T-Helferzellen‘, steht darauf zum Beispiel zu lesen. ‚Makrophagen und T-Helferzellen aktivieren das Immunsystem und helfen bei der Abwehr.‘

An Passanten in der Fußgängerzone richtete sich die Aktion ‚Mein Fingerabdruck gegen AIDS‘ des Jugendzentrums Gevelsberg. Die Jugendlichen informierten die Fußgänger über die Krankheit und luden sie dazu ein, ihre Finger in  Farbe zu tauchen und ihren Abdruck auf einem Plakat mit einer roten AIDS-Schleife zu hinterlassen.

„Es ist wichtig, das Thema mit solchen Aktionen regelmäßig auf die Tagesordnung zu setzen“, ist Schonheim überzeugt, die die Aktion im Ennepe-Ruhr-Kreis bereits seit acht Jahren jährlich rund um den Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember organisiert. Denn Unwissen führe immer noch zu Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen mit HIV. Information sei die Voraussetzung dafür, dass unbegründete Ängste abgebaut werden und ein offener, respektvoller Umgang miteinander möglich ist.

Beratungsangebot des Kreises

Zu persönlichen Beratungen rund um das Thema HIV und AIDS steht Claudia Schonheim immer dienstags von 14 bis 15.30 Uhr in der Wittener Nebenstelle der Kreisverwaltung, Schwanenmarkt 5-7, zur Verfügung. Neben dem Sprechstundenangebot sind in Witten und Schwelm auch Termine nach Vereinbarung möglich. Kontaktdaten: Claudia Schonheim, Telefon 02302/922 278, Email: c.schonheim@en-kreis.de.

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