„SCHIRMWALD“ PANHASFEST

Panhasfest Schirmwald (Foto: Dr. Anja Pielorz)

Liebe Wirte vom Panhasfest,

seit vielen Jahren gehören der Kulinarische Altstadtmarkt und das Panhasfest zu den kulinarischen Highlights im Jahreskalender. Es ist schön, open air zu sitzen und leckeres Essen zu genießen. Und es ist toll, wenn der Duft von Köstlichkeiten aus Pfanne und Kochtopf über der Altstadt liegt. Doch bei diesem Besuch auf dem Panhasfest war ich doch etwas entsetzt: Ich dachte bisher immer, die Atmosphäre der Altstadt und insbesondere auf dem Kirchplatz wäre der wunderbar historische Rahmen für die Gaumenfreuden – wenn man denn die Altstadt noch sehen würde. Und nein, es sind nicht die Menschenmassen, die das verhindern. Es ist ein fast unglaublicher Schirmewald, gekennzeichnet mit dem Schriftzug von Bierproduzenten, der jeden, aber auch wirklich jeden Blick auf die schöne Altstadt zunichte macht.

Ja, ich weiß, die Wettervorhersage ist nicht besonders gut. Vom goldenen Oktober ist nicht so viel zu spüren. Ich kann verstehen, dass man die Gäste nicht im Regen stehen lassen möchte. Deshalb gibt es ja auch die Möglichkeiten in den wesentlich schöneren Pagodenzelten einzukehren und sich gemütlich hinzusetzen. Mit etwas Deko ist das auch bei Regenwetter immer noch eine erträgliche Angelegenheit. An den Stehtischen steht man dann – unter Umständen – im Regen. In diesem Jahr wird man vielleicht noch nicht einmal wissen, ob der Himmel weint – man sieht ihn ja nicht. 

Und noch ein zweites: Ich habe sehr positiv zur Kenntnis genommen, dass man mit dem Hegering Hattingen und der „Rollenden Waldschule“ Informationen zu heimischen Tierarten an Mann und Frau bringen möchte. Ich finde die Gutscheinaktion toll: Für jeden, der beim Weihnachtsbaumkauf einen Aktions-Gutschein vorzeigt, wollen die Jäger einen neuen Baum – keinen „Tannenbaum“ – im Hattinger Wald pflanzen. Aber, ganz ehrlich: Müssen wir ausgestopfte Tiere zum Begutachten neben dem Wild in der Pfanne zeigen? Ich weiß, man sagt auch nicht „ausgestopft“, sondern präpariert – und Eisbär Knut hat dieses Schicksal ebenso erfahren wie, zumindest theoretisch, so manches Haustier, weil sich der Besitzer davon nicht trennen will. Es ist auch möglicherweise eine Geschmackssache, aber ich brauche das nicht.

Ich würde mir wünschen, dass man in Zukunft dem Ort des Geschehens, der historischen Altstadt, wieder etwas mehr sichtbaren Raum lässt. Charme ist der unsichtbare Teil der Schönheit – und den Charme der Altstadt hat man diesmal leider kaputt gemacht.

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