Hattingen – „Einen Tag in deinen Schuhen laufen …“ – unter diesem Leitgedanken hat sich die Realschule Grünstraße in Hattingen am internationalen Bildungsprojekt „Stepping into the Future with Empathy“ beteiligt. Ziel war es, Menschen mit Fluchterfahrungen zuzuhören, ihre Geschichten festzuhalten und daraus Verständnis und Perspektivwechsel zu entwickeln.
Die Hattinger Schule war die einzige teilnehmende Schule aus Deutschland. Gemeinsam mit Lerngruppen aus insgesamt neun Ländern, darunter die USA, Israel, Litauen und die Ukraine, entstand ein Netzwerk des Austauschs über Flucht, Neuanfang und persönliche Lebensgeschichten.
„Einen Tag in deinen Schuhen laufen …“
Im Mittelpunkt des Hattinger Beitrags stand ein Interview zwischen den Schülerinnen und Schülern Ilyas Sönmez (Klasse 9b) und Solomiia Kravchuk (Klasse 9a), die aus der Ukraine geflüchtet ist. Mit gezielten Fragen wie „Magst du Deutschland?“ oder „Warum habt ihr euch gerade Deutschland als Gastland ausgewählt?“ näherte sich Ilyas einfühlsam der Geschichte seiner Mitschülerin.
Ilyas Sönmez im Gespräch mit Mitschülerin Solomiia Kravchuk (Foto: Realschule Grünstraße)


Solomiia berichtete von ihrer Heimatstadt Kiew, von der Flucht über Polen bis nach Deutschland, von ihrer Katze als treuer Begleiterin – und von der freundlichen Aufnahme in Hattingen. Auch kleine kulturelle Unterschiede blieben nicht unerwähnt: So sei es für sie anfangs ungewohnt gewesen, zum Überqueren der Straße einen Knopf drücken zu müssen. Gleichzeitig zeigte sie sich dankbar für die Unterstützung, die sie hier erfahren hat.
Während des Interviews arbeiteten weitere Mitschüler dokumentarisch: Sie fotografierten, hielten zentrale Aussagen fest und gestalteten die Präsentation aktiv mit. Damit wurden sie selbst zu Erzählern und Vermittlern – weg von passivem Lernen hin zu eigenständiger, kreativer Auseinandersetzung.
Ihre Ergebnisse präsentierten die Hattinger Schülerinnen und Schüler am Sonntag (3. Mai 2026) in einer internationalen Zoom-Konferenz – mit großem Erfolg. Die Resonanz war durchweg positiv, die Präsentation wurde ausdrücklich gelobt.

Beispiel für eine Präsentation. Hier werden die Ergebnisse vor den Jahrgängen 8 und 10 in der Aula vorgestellt. Oben sieht man die Kacheln von Lauren Granite von Centropa, der Initiatorin des Programms und von Gili Sherman, der Ideengeberin und Trainerin des Programms. (Foto: Realschule Grünstraße)
Auch die Beiträge der anderen Länder zeigten die Bandbreite des Projekts: vom Interview mit einem 101-jährigen Flüchtling aus der Ukraine über Ausstellungen bis hin zu historischen Vergleichen von Kindheit damals und heute.
Initiiert wurde das Projekt von der US-amerikanischen Lehrerin Gili Sherman, die die teilnehmenden Lehrkräfte im Vorfeld intensiv vorbereitete.

Solomiia stellt ihr Projekt und die Präsentation vor (Foto: Realschule Grünstraße)
Am Ende wurde deutlich: „Stepping into the Future with Empathy“ ist mehr als ein Schulprojekt. Es schafft Verständnis, stärkt Empathie und gibt persönlichen Geschichten Raum. Und auch wenn ein einzelnes Gespräch die Welt nicht verändert – es kann helfen, sie ein Stück besser zu verstehen.




























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