PODIUMSDISKUSSION BÜRGERGEBEHREN SÜDSTADT

Hattingen – Der Gemeindesaal der evangelischen Kirche ist gut gefüllt. Rund einhundert Südstadtbewohner sind gekommen, um mit Bürgermeister Dirk Glaser und Baudezernent Jens Hendrix über die Lkw-Probleme in ihrem Wohngebiet zu diskutieren. Ergänzt wird die Runde auf dem Podium durch David Wilde, Vorstand der hwg, sowie Hans-Günter Fischer und Mathias Otte für die Bürgerinitiative „Bürgerbegehren Südstadt“. Moderiert wird die Diskussion von Pfarrer Frank Schulte.

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Thema wird ernst genommen

In einem einführenden Vortrag schildern die Vertreter der Bürgerinitiative, wie groß die Belastung in der Südstadt ist und warum sie ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 t fordern. Die Darstellung wird von den anwesenden Bürgern mit zustimmenden Reaktionen begleitet. Dirk Glaser äußert Verständnis für die Beschwerden und verweist darauf, was die Stadtverwaltung in den vergangenen Jahren unternommen hat.

„Wir haben Schilder aufgestellt, die die Durchfahrt verbieten, haben mit Straßen.nrw über mögliche Lösungen gesprochen und sind an die Polizei herangetreten, damit sie in der Südstadt mehr Kontrollen durchführt“, erzählt der Verwaltungschef. „Und ich kann ihnen versprechen, dass wir das Thema immer wieder bei den zuständigen Stellen zur Sprache bringen.“ Doch damit kann er bei Hans-Günter Fischer nicht punkten. „Seit Jahren hören wir immer nur Ankündigungen, doch seit Jahren passiert nichts“, sagt er erkennbar aufgebracht. „Die Verwaltung muss handeln, bevor es zu schlimmen Unfällen kommt.“ Ein Vorwurf, den der Bürgermeister nicht auf sich sitzen lässt. Er zählt auf, was die Verwaltung in den vergangenen Jahren unternommen hat. Dass dabei Durchfahrt-Verboten-Schilder für Lkw das einzig zählbare, konkrete Ergebnis sind, liege nicht an der Stadtverwaltung.

Polizei sieht kein Lkw-Problem

Die Südstadtbewohner machen zahlreiche Vorschläge. Von Blumenkübeln, die die Straßen künstlich verengen, über verstärkte Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt, bis hin zur Absenkung der Nierenhofer Straße, damit die Höhenbegrenzungen am Viadukt entfernt werden können.

„Lkw-Navigationssysteme weisen die Nierenhofer Straße als gesperrt für Lkw aus. Deswegen fahren ortsunkundige Fahrer normalerweise nicht daher“, sagt Ludwig Fricke. „Wenn das geändert werden könnte, wäre das Problem für die Südstadt wahrscheinlich sofort gelöst.“ Mehr als Hinweise an die Navi-Hersteller geben, kann die Stadtverwaltung allerdings nicht machen. Eine Absenkung der Nierenhofer Straße ist wohl wegen der Fundamente des Viaduktes nicht möglich.

Die Polizei ist im Vorfeld der Bürgerversammlung mehrfach in der Südstadt unterwegs gewesen. Ein Lkw-Problem können die Beamten nicht erkennen. In den Tagesberichten ist die Rede von jeweils weniger als zehn angetroffenen Lastwagen auf der Durchfahrt. Allerdings haben die Beamten ihre Streifen erst nach neun Uhr begonnen und gegen Mittag wieder beendet. „Das ist natürlich zu spät begonnen und zu früh wieder aufgehört!“ wird aus dem Publikum gerufen. Denn nach Beobachtungen der Anwohner beginnt der Lkw-Verkehr gegen 5:30h und flaut bis etwa halb neun wieder ab, eine zweite Welle gibt es zum Berufsverkehr am späten Nachmittag. Dirk Glaser wird dies an die Polizei weitergeben und um entsprechende, neue Streifen in der Südstadt  bitten.

Lösungen nur in kleinen Schritten

Am Ende gehen die Teilnehmer der Podiumsdiskussion dennoch zufrieden auseinander. Die Stadtverwaltung konnte die Schwierigkeiten beim Thema erläutern, die Südstadtbewohner haben den Eindruck, dass etwas passiert. Neben den angekündigten Gesprächen der Stadtverwaltung mit allen beteiligten Behörden, gibt es sogar zwei konkrete Vorhaben. Einerseits sollen die Blumenkübel aufgestellt werden, andererseits wird ein Verkehrsgutachten erstellt. Beide Punkte werden mit finanzielle Beteiligung der hwg gestemmt.

Außerdem wird die Stadtverwaltung versuchen, die Lkw-Verbotsschilder näher an die jeweiligen Kreuzungen hängen zu lassen und gegebenenfalls sogar entsprechende Hinweise auf die großen Verkehrsschilder auf Bredenscheider und Nierenhofer Straßen anbringen zu lassen. Allerdings muss bei diesem Vorhaben Straßen.nrw zustimmen. Und der Landesbetrieb ist bei derartigen Anfragen in der Vergangenheit, nicht nur in Hattingen, immer sehr ablehnend gewesen.