PFARREI SAMMELT HATTINGER HERZENSGERICHTE

Annika Paulus steht selbst gerne am Herd (Foto: Annika Paulus)

Hattingen- Ostern ohne das Rezept für den Nusszopf von Tante Sylvia, Grillen ohne den leckeren Aufstrich nach dem Rezept von Freundin Natalie und keine Party – wenn man wieder feiern darf – ohne den Kartoffelsalat à la Oma Gisela. „Das ist unvorstellbar“, sagt Annika Paulus mit einem Lächeln. Deshalb und mit Blick auf die Pandemie und die aktuell für alle veränderte Lebensweise ist in der katholischen Pfarrei St. Peter und Paul Hattingen das Projekt „Herzensgerichte“ entstanden. Die beiden Hattingerinnen Marlies Meier und Annika Paulus, die in der Pfarrei ehrenamtlich engagiert sind, arbeiten an einem Pfarrei-Kochbuch mit mehr als nur Zutatenlisten und Anleitungen.

Gemeinschaft leben in einer Zeit, in der das Abstandhalten das erste Gebot ist, stellt sich als sehr schwer dar. „Aber in Gemeinschaft miteinander teilen, das kann jederzeit gelingen“, sagt Annika Paulus. Das Kochbuch-Team ruft alle Hattinger auf, die Geheimnisse um ihre Lieblingsgerichte zu lüften und Teil dieses Projekts zu werden.

Die Initiatorinnen sehen jede Menge Potenzial gegeben. „Viele Menschen haben in der Pandemie aus unterschiedlichsten Gründen das Kochen für sich wiederentdeckt“, bilanziert Annika Paulus. Rezepte, die dabei womöglich von früheren Generationen weitergegeben wurden, sind für das Kochbuch-Projekt ein hohes Gut. Die Menschen, von denen diese Rezepte stammen, sind beim Kochen gewissermaßen bei uns“, so die 28-Jährige.

Das Kochbuch soll mehr als nur Inhalts- und Mengenangaben festhalten. „Wir freuen uns über ganz persönliche ,Rezepte‘ zum Durchhalten in der Corona-Zeit. Menschen können aufschreiben, was ihnen geholfen hat.“ Das kann ein Text sein, eine kurze Erzählung, wie man die vielen Monate in der Pandemie gemeistert hat beziehungsweise meistert. Welche Rituale, Begebenheiten, Orte oder Menschen haben Kraft gegeben? Es kann ein Lied sein, ein Gebet oder der Vorschlag, wie man trübe Gedanken verscheuchen kann. „Eben die ,Rezepte‘ für die Seele. So kann es uns gelingen, ein Kochbuch ganz besonderer Art zusammenzustellen.“

Aus allen Beiträgen soll ein Buch zusammengestellt werden, das „in schwieriger Zeit ein Zeichen dafür ist, dass Gemeinschaft auch hier gelingen kann, mit Leib und Seele“.

Rezepte und Erzählungen werden in den Offenen Kirchen der Pfarrei St. Peter und Paul in beschrifteten Ablagen gesammelt oder können gemailt werden.

Wer möchte, schickt gerne ein Foto mit, das dann gegebenenfalls im Kochbuch veröffentlich werden kann.

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