MINISTER PINKWART BEI FDP-NEUJAHRSEMPFANG

Der Minister für Innovation in NRW, Andreas Pinkwart (FDP) besuchte Hattingen (Foto: RuhrkanalNEWS)

Hattingen- Rund 80 Gäste sind der Einladung zum Neujahrsempfang der FDP gefolgt, der traditionell bei Diergardt stattfindet. Darunter auch einige, die nicht Mitglied bei den Liberalen sind. Ein Grund ist sicher auch der angekündigte Vortrag des Ministers für Innovation Andreas Pinkwart (FDP).

Zu Beginn steht der Empfang allerdings unter dem Eindruck der missglückten Ministerpräsidentenwahl in Thüringen. Alle Redner machen deutlich, dass sie für den Ortsverband und für den Landesverband jegliche Kooperation und Zusammenarbeit mit der AfD ausschließen. FDP-MdL Bodo Middeldorf bringt es für seine Fraktion auf den Punkt: „Die AfD steht für eine rückwärtsgewandte Politik. Wären wir den Vorschlägen dieser Partei im Landtag gefolgt, wäre Nordrhein-Westfalen verloren.“ Der Applaus der Anwesenden ist im sicher.

Andreas Pinkwart (FDP) bei seiner Rede in „Diergardts Kühler Grund“ (Foto: RuhrkanalNEWS)

Andreas Pinkwart geht in seiner gut dreiviertelstündigen freien Rede auf die Erfolge seines Ministeriums und der aktuelle Landesregierung ein. Schwerpunkt ist dabei die angestoßene Digitalisierung von Verwaltungsabläufen. Aber er geht auch auf Bereiche ein die momentan medial sehr präsent sind. „Vor allem bei der, ich nenne es mal Neoökologie, wurden wir von der Wucht überrascht, mit der uns dieses eigentlich alte Thema erreichte“, so der Minister. „Aber das Land ist da auf einem sehr guten Weg, auch wenn es vielen natürlich immer noch zu langsam geht.“ Dabei habe insbesondere sein Ministerium viele Abläufe schon stark verkürzt. Wo beispielsweise Genehmigungsverfahren früher bis zu 24 Monate benötigten, seien heute 12 Monate die Regel.

An einem konkreten Beispiel legt der FDP-Minister auch dar, warum 30 Jahre bis zur CO2 neutralen Wirtschaft dennoch eine echte Kraftanstrengung bedeuten. „Ich habe als Student versucht eine Bahnstrecke bei Bonn für die Pendler attraktiver zu bekommen. Das bedeutete, dass ich forderte die Bahn nicht mehr im Stundentakt, sondern in Halbstundentakt fahren zu lassen“, berichtet Pinkwart. „Außerdem hatte ich die naive Idee, dass ein Wagen mitfährt in dem man Kaffee kaufen und trinken kann und dass es mehr Haltepunkte gibt. Erst vor wenigen Jahren wurde diese Idee endlich umgesetzt.“

Minister Andreas Pinkwart (FDP) zur Digitalisierung in NRW und Hattingen

Den Minister stört auch die schlechte Selbstdarstellung NRWs und vor allem des Ruhrgebiets. „In Bayern glauben immer noch alle, das Ruhrgebiet sei eine vom Strukturwandel gebeutelte und sterbende Region“, ärgert sich Pinkwart. „Dort weiß auch kaum jemand, dass Ost- und Südwestfalen wirtschaftsstarke Regionen mit vielen „Hidden Champions“ sind.“ So hätten gleich zwei bayerische Minister angeboten die Batterieforschung in ihrem Bundesland anzusiedeln, NRW sei doch mit einem Industriegebiet bei Münster wesentlich besser bedient. Er beschreibt das Erstaunen seiner bayerischen Kollegen, als er in diesem Zusammenhang über die Zahl der Exzellenzcluster in NRW sprach. „Dabei hat alleine die Uni in Bonn mehr, als alle bayerischen Universitäten zusammen.“

1 Kommentar zu "MINISTER PINKWART BEI FDP-NEUJAHRSEMPFANG"

  1. Dr. Anja Pielorz | 8. Februar 2020 um 19:55 |

    „In Bayern glauben immer noch alle, das Ruhrgebiet sei eine vom Strukturwandel gebeutelte und sterbende Region…“ So ist das – leider. Immer noch gilt es dicke Bretter zu bohren. Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass schon mein Vater, der als Maschinenbauingenieur durch die Welt fuhr, bei jedem Termin südlich von Frankfurt/Main ein Buch im Gepäck hatte mit dem Titel „Grünes Ruhrgebiet“. Und das ist schon einige Jahre her. Und heute? Immer noch die gleiche Leier. Kohle und Stahl sterben, also stirbt auch das Ruhrgebiet. Ich kann es nicht mehr hören. Wann bewegen wir uns mal selbstbewusst weg von dem Ampelmännchen, welches als Zechenkumpel dargestellt wird? Wann hören wir auf, jede Rede und Ansprache mit „Glückauf“ zu beenden? Ich kenne die Vergangenheit und ich habe Respekt vor den Kumpeln, die unter Tage geschuftet haben – mein Großvater gehörte übrigens auch dazu. Aber es wäre dann auch mal an der Zeit, selbstbewusst und mit geradem Rücken in die Zukunft zu blicken. Das Ruhrgebiet ist eine tolle Metropole und Hattingen ist die Altstadt dieser Metropole. Gibt übrigens ein neues Buch – es heißt „Grüne Glücksorte im Ruhrgebiet“. Also, Herr Minister, das wäre doch was für den nächsten Besuch südlich von Frankfurt am Main.

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