Hattingen – Der langersehnte Förderbescheid für die Ruhrpromenade in Hattingen Winz-Baak ist eingetroffen: Rund 7,5 Millionen Euro erhält die Stadt aus dem Landesförderprogramm für die Nahmobilität. Insgesamt fließen rund 10 Millionen Euro in das Projekt, das im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 entstanden ist – auch wenn es bis dahin nicht fertiggestellt sein wird. Bereits im kommenden Jahr sollen die Bauarbeiten beginnen, da dem Bewilligungsbescheid schon intensive Planungen vorausgegangen sind.
Am Mittwoch (2. September 2026) informierten Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing (SPD) und Baudezernent Jens Hendrix gemeinsam mit Melis Vereskala von der Stadtplanung und Carsten Schmalhaus vom Tiefbauamt am Leinpfad – direkt am Fuß der künftigen Brücke – über den aktuellen Stand des Projekts.
Neue Wegeverbindung für Tourismus und Stadtentwicklung
Herzstück der neuen Ruhrpromenade ist eine 100 Meter lange Fuß- und Radwegebrücke über die Ruhr, die die Altstadt mit dem Ruhrtalradweg verbindet. Hinzu kommen 1,2 Kilometer neue Wege sowie eine umfassende ökologische Aufwertung der Flächen.
„Damit sorgen wir dafür, dass der Radtourismus, aber auch die Menschen aus dem Ortsteil Winz-Baak und aus Bochum eine bessere Wegeverbindung in unsere Stadt bekommen“, sagte Witte-Lonsing. „Das ist Tourismus und Stadtentwicklung in einem.“
Brücke über den Fluss schafft neue Verbindungen – Jens Hendrix Baudezernent, Bürgermeisterin Melanie Witte-Lonsing, Melis Vereskala Stadtplanung und Carsten Schmalhaus Tiefbau (Fotos vom Pressetermin: RuhrkanalNEWS)





Warum die Brücke schlank und geschwungen wird
Der Entwurf sieht eine sichelförmig geschwungene Konstruktion vor: Auf der einen Uferseite knüpft die Brücke bündig an den bestehenden Weg an, auf der anderen führt sie über eine in einer 90-Grad-Kurve verlaufende Rampe herunter – parallel zur Fließrichtung der Ruhr. Ein 34 Meter hoher Pylon trägt die Seilkonstruktion; er steht im „Windschatten“ der Rampe und wird dort verankert.
Baudezernent Jens Hendrix erläuterte die technischen Zwänge: Weil die obere Wasserbehörde keine Pfeiler im Fluss zulässt, muss die Brücke die Ruhr – hier rund 50 Meter breit – in einem einzigen, 100 Meter weiten Bogen überspannen. Darunter muss selbst ein hundertjährliches Hochwasser (HQ100) samt mitgerissenen Baumstämmen ungehindert durchfließen können. Die Fundamente reichen dafür wie unterirdische „Finger“ rund 30 Meter auf das eigene Grundstück zurück, sodass am Ufer keine sichtbaren Bauwerke nötig sind. Auch der Schutz der zahlreichen Wasservögel vor den Tragseilen sowie der Landschafts- und Hochwasserschutz des angrenzenden Deichgebiets flossen in die Planung ein. Die schlanke, geschwungene Form soll das Landschaftsbild dabei so wenig wie möglich beeinträchtigen.
Zwei Projekte, ein IGA-Anlauf
Ausgangspunkt war eine Anfrage der Regionale/IGA vor einigen Jahren, kurzfristig Projektideen für Hattingen zu melden. Die Stadt griff dafür auf ihr Stadtentwicklungskonzept zurück, in dem seit rund zehn Jahren zwei Wünsche festgehalten waren: eine Fuß- und Radwegebrücke über die Ruhr – eine Idee, die in ersten Entwürfen bereits 2009 diskutiert wurde – und die Aufwertung einer zentralen Grünfläche. Beide Vorhaben wurden bei der IGA angemeldet und sind inzwischen vollständig finanziert: Rund 5 Millionen Euro fließen in das Grünflächenprojekt in Blankenstein, rund 10 Millionen Euro in die Ruhrpromenade – beide Male mit hoher Förderquote.

Ruhrpromenade IGA Ansicht Ruhrdeichseite © Planungsteam Ramboll isea tec
„Ohne die IGA hätten wir das vielleicht auch irgendwann hingekriegt – aber eher in den nächsten 30 Jahren“, sagte Witte-Lonsing. Für die Förderung aus dem NRW-Sonderprogramm „Stadt und Land“ für Nahmobilität sprachen sich neben der IGA auch die Stadt Bochum, benachbarte Ruhrstädte, der für das regionale Radwegenetz zuständige Regionalverband Ruhr (RVR) sowie ein Wuppertaler Verein mit Erfahrung in ähnlichen Radweg-Infrastrukturprojekten in Unterstützungsschreiben aus.
Zeitplan: Baustart 2027, rund 18 Monate Bauzeit
Zur IGA im Sommer 2027 wird die Brücke nicht fertig sein – das ist auch der IGA bekannt. „Wir haben anderthalb Jahre auf den Bewilligungsbescheid gewartet, so eine Brücke lässt sich nicht in acht Monaten bauen“, so Hendrix. Während der IGA soll es stattdessen Baustellenführungen geben.
Vorbereitende Rodungsarbeiten aus naturschutzrechtlichen Gründen sind bereits für das Frühjahr geplant, die eigentliche Baustelleneinrichtung soll im dritten Quartal 2027 starten. Für den Bau selbst kalkuliert die Stadt rund 18 Monate – inklusive eines Konzepts, wie die Baustelle bei Hochwasser gesichert und geräumt werden kann. Die Brücke wird seitlich vormontiert und später in ihre endgültige Position eingeschoben. Los geht es auf der Nordseite der Ruhr.

Ansicht Ruhrdeichseite IGA Ruhrpromenade Brücke © Planungsteam Ramboll isea tec
Wege werden neu aufgeteilt
Der heutige, gemeinsam genutzte Fuß- und Radweg am Ufer wird künftig reiner Fußweg – hier ist der Eingriff in die Landschaft am geringsten. Der etwas höher liegende Weg wird zum neuen, streckenweise verbreiterten Radweg ausgebaut, um die stark frequentierten Verkehrsströme zu entzerren. Zusätzlich entstehen Aufenthaltsbereiche mit Bänken. Auf der gegenüberliegenden Ruhrseite wird der Radweg bis zur bestehenden Wegekreuzung verbreitert und dort an das vorhandene Netz angeschlossen.
Einen Namen hat die Brücke noch nicht. Witte-Lonsing kann sich vorstellen, dazu künftig einen Namenswettbewerb auszurichten: „Wir wollen nicht nur eine Brücke bauen, sondern auch einen neuen Ort schaffen, der ins kollektive Gedächtnis der Stadt eingeht.“


























Über das dritte Hattinger IGA-Projekt, das Henrichsforum, redet gar keiner mehr …
Für Winz-Baaker macht die Brücke wegen der bestehenden L651 ohnehin Null Sinn.
Bleibt nur Rauendahl übrig:
Wer hat denn vor, mit dem Fahrrad von Rauendahl ins Industriegebiet zu fahren oder zu gehen? Wer das will, kann es bereits über die dann 500m entfernte L651 mit ihren Rad- und Fußwegen.
Und komme hier bloß keiner an mit: „Man fährt DURCH das Industriegebiet in die Stadt weiter.“
Wie und wohin soll man da bitte fahren?
Wo sind denn eigentlich die Grünen, die sonst immer vorgeben, sich um die Natur zu sorgen? Sonst wird ja gegen jede Baumfällung demonstriert, aber bei dieser Brücke mitten in der Natur sind sie auffällig still.
Kann es sein, dass die Brücke ein Wahlgeschenk für die grünen Lastenradfahrer*innen ist?
Motto der Stadt ist: „Ist ja nicht unser Hattinger Geld, also kann es raus!“
Absoluter Unfug und Steuerverschwendung vom Feinsten!
Die Verantwortlichen sollten sich schämen.
Gemäß der Richtlinien des Bundes ist mit jährlichen Unterhaltungskosten von mindestens 2% der Herstellungskosten, also mit 200000€. Und die zahlt wer? Doch vermutlich die Bürger von Hattingen. Schönen Dank.
Ich frage mich:
Was bringt einer so verschuldeten Stadt wie Hattingen, ein millionenteurer Brückenneubau? Wenn nur 1000 Meter entfernt bereits eine gut nutzbare Brücke existiert. Die eine schönere Sicht auf das Wehr bietet und ebenfalls den Ruhrtalradweg verbindet. Gibt es in Hattingen keine Schlaglöcher oder Schulen/Hallenbäder wo das Geld für Reparaturen besser angelegt wäre?